Konfessionsgemeinschaft notwendig?

Austausch zu Fragen bzgl. Kirchen u. Konfessionsgemeinschaften

Re: Konfessionsgemeinschaft notwendig?

Beitragvon Daniel » 27. Oktober 2014, 19:06

Hallo zusammen,

die Frage, ob Christen irgendwo Mitglied sein "sollen" oder "müssen", würde ich verneinen. Auch wenn viele Religionsgemeinschaften eine Mitgliedschaft in irgendeiner Form als "heilsnotwendig" verkaufen möchten, kann das eigentlich nicht sein, da eine Mitgliedschaft dem Wesen nach eigenes Handeln ist und somit zu den Werken gezählt werden kann.

Allerdings lässt sich der Begriff der "Konfessionsgemeinschaft" aufspalten, also in die Konfession als Bekenntnis zu Jesus Christus und die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Beides gehört meiner Meinung nach zu den Früchten zu dem der Glaube führen kann bzw. das auch für Gläubige sinnvoll ist. Ein wesentlicher Aspekt der christlichen Gemeinschaft ist zum Beispiel die gegenseitige Ermahnung, die allein nicht möglich ist.

Selber bin ich aber in keiner Religionsgemeinschaft, da die meisten (eigentlich alle) mir bekannten Konfessionen eher ein Bekenntnis zu der Gemeinschaft bzw. deren Dogmatik als zu Jesus bzw. zu Gott, dem Vater, erwarten. Ich finde es auch schwierig eine "Beziehung" zu einer Religionsgemeinschaft einzugehen, wenn ich mit deren Lehre nicht wirklich übereinstimme. Entweder würde das dazu führen, dass ich nicht mehr bekennen kann, woran ich glaube (im Extremfall bis hin zur Heuchelei), oder es würde Unfrieden in deren Gemeinschaft stiften, was auch dem Anliegen der Bibel widerspricht.

Grüße,
Daniel.
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Re: Konfessionsgemeinschaft notwendig?

Beitragvon Ulmabe » 16. Mai 2016, 20:37

BC Editor hat geschrieben: [...] Christen seien ja keine "Einzelkämpfer" und die biblische Gemeinde Gottes sei auch kein "unorganisierter Haufen".

Sollen - oder müssen - Christen demnach Mitglied in einer Kirche, Gruppe bzw. Konfessionsgemeinschaft sein?

Hallo,
als ich erkannte, dass die rk Kirche einen Irrglauben lehrt, suchte ich verschiedene Bekenntnisse auf, um eine neue Heimat für mich und meine Kinder zu finden.
Egal ob evangelisch, mennonitisch oder freikirchlich - sie alle waren "eingetragene" Glaubensgemeinschaften, bei denen man Mitglied werden musste, um dazu zu gehören, was ich als ehemalige Katholikin völlig normal fand.

Dann lernte ich wegen meiner "Not" Scheidung und Wiederheirat beim Suchen im I-Net einen Mann kennen, der mir aufzeigte anhand der Schrift, dass sich Christen einfach so versammeln sollen ohne Mitgliedsregister. Er versammelte sich mit seiner Familie und einigen Freunden privat zum Gebet, Bibelstudium und Gottesdienst.
So suchte ich nach einer Versammlung, die genau das beachtet, dabei bibeltreu ist und fand eine (geschlossene) Brüdergemeinde.

Wenn mich jemand fragte, welchen Namen wir haben, dann antwortete ich: Keinen! Wir sind an Christus Glaubende, die an die Wahrheit der Bibel glauben und sich schriftgemäß versammeln.

Seit meine Überzeugung erwacht ist, dass Jesus kein Gott ist, kann ich mit meinen Kindern nicht mehr dorthin gehen, wo Jesus angebetet wird und im Namen des Gottes Jesus das Brot und der Wein geteilt wird.

Tatsache ist, dass Gott uns nicht als Single erschaffen hat, sondern als Mann und Frau. Dann hat Gott ein ganzes Volk als Sein Volk erwählt, das Ihn anbeten sollte. Auch hier nicht ein Einzelner sondern Viele. Die ersten Christen versammelten sich regelmäßig, um zu essen, anzubeten und stärkende Gemeinschaft zu haben.

So erachte ich es als ein Privileg, wenn ich mit Glaubensgeschwistern zusammen kommen kann und Auferbauung erhalte und durch das gemeinsame Lobpreisen Gottes Gemeinschaft mit Ihm erleben darf.
Der Austausch mit sichtbaren Menschen, die ich anfassen kann, ist für mein Glaubensleben und das meiner Kinder sehr wichtig.

Durch unseren "neuen" Glauben haben wir jetzt keine Glaubensgemeinschaft mehr, was mir Sorge bereitet. Eine Mitgliedschaft suche ich nicht. Aber eine Gemeinschaft mit gleichdenkenden Geschwistern schon. Das ist meiner Meinung nach wichtig, um ein gottgewünschtes Leben zu führen, der ja sogar Israel an einen Ort zur Anbetung gerufen hat und nicht einfach hinnahm, dass ein jeder Israelit alleine für sich blieb beim Anbeten.

So sage ich Nein zur Mitgliedschaft - aber Ja zum Versammeln mit anderen Gläubigen.
Viele Grüße
Ulrike
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Re: Konfessionsgemeinschaft notwendig?

Beitragvon BC Editor » 17. Mai 2016, 12:31

Hallo,
Ulmabe hat geschrieben:Durch unseren "neuen" Glauben haben wir jetzt keine Glaubensgemeinschaft mehr, was mir Sorge bereitet. Eine Mitgliedschaft suche ich nicht. Aber eine Gemeinschaft mit gleichdenkenden Geschwistern schon. Das ist meiner Meinung nach wichtig, um ein gottgewünschtes Leben zu führen, der ja sogar Israel an einen Ort zur Anbetung gerufen hat und nicht einfach hinnahm, dass ein jeder Israelit alleine für sich blieb beim Anbeten.

So sage ich Nein zur Mitgliedschaft - aber Ja zum Versammeln mit anderen Gläubigen.

Das sehe ich auch so ... wobei es je nach Situation allerdings leider nicht immer möglich sein wird, dass gleich denkende Gläubige in einem Umkreis wohnen, wo man sich regelmäßig versammeln kann. Versammeln mag nur in unregelmäßigen Abständen machbar sein, was aber niemanden davon abhalten braucht, auch am eigenen Wohnart selbst offen zu sein für Gemeinschaft mit christlichen Gläubigen, selbst wenn diese in irgendeinem Punkt der Lehre unterschiedlich glauben.

Taten sprechen lauter und tiefer als Worte ... viele Gläubige, die Mitglied in Konfessionsgemeinschaften sind, haben nicht unbedingt selbst überhaupt ein Wissen oder eine Vorstellung dessen, was sie da so glauben und sind sehr wohl bereit, auch Gemeinschaft mit Christen mit einem etwas anderen Verständnis zu haben. Ich bin bemüht, unabhängig von Konfessionsmitgliedschaften zu denken und andere Christen, mit denen ich in Kontakt komme, als Glieder des gleichen Leibes Christi zu sehen, anstatt als Glieder unterschiedlicher "Kirchen". Eine Mitgliedschaft in einer "Kirche" ist für mich so unbedeutend wie eine Mitgliedschaft in einem "Sportverein", "Sozialclub", etc ... hat NICHTS damit zu tun, ob jemand ein an Christus Glaubender und Glied am Leib Christi, der biblischen Gemeinde, ist oder nicht.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
(BibelCenter Editor)
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Re: Konfessionsgemeinschaft notwendig?

Beitragvon Ulmabe » 17. Mai 2016, 21:35

BC Editor hat geschrieben: Versammeln mag nur in unregelmäßigen Abständen machbar sein, was aber niemanden davon abhalten braucht, auch am eigenen Wohnart selbst offen zu sein für Gemeinschaft mit christlichen Gläubigen, selbst wenn diese in irgendeinem Punkt der Lehre unterschiedlich glauben.

Hallo, hier sehe ich meine Schwierigkeit.
Als ich römisch-katholisch glaubte, war der Besuch eines Gottesdienstes evangelischer Christen ebenso undenkbar wie freikirchlicher oder "Sekten" namens Zeugen Jehova, Adventisten u.v.m
Als ich "freikirchlich" wurde, lernte ich, dass es wichtig ist, sich mit Menschen zu versammeln, die das gleiche Verständnis in wichtigen Glaubensfragen haben u.a. Trinität, Heilsunverlierbarkeit, weltweite Leibesgemeinschaft.

Nur wenige Meter von uns (mir und meinen Kindern) entfernt ist eine katholische Kirche. Dorthin zu gehen, wäre am einfachsten. Es sind ja Christen.
Aber neben dem Anbeten von Toten, beten sie auch Jesus an und zwar so extrem, dass sie bei jedem Gottesdienst sein "Fleisch" und sein "Blut" wandeln und zu sich nehmen. Soll ich das meinen Kindern antun? Dorthin zurück gehen, vor dem ich "geflohen" bin wegen falscher Lehre?

Ein Erwachsener kann sich - wenn er gereift im Glauben ist - auch "unter die Wölfe" begeben und vielleicht manch gutes Gespräch führen.
Doch eine frisch zum Glauben gekommene und noch unsichere Frau mit kleinen Kindern setzt sich und ihre Familie nur einer großen Gefahr aus, wenn sie Gemeinschaft mit Menschen hat, die sich in der Lehre unterscheiden. Zum heutigen Zeitpunkt weiß ich nicht mal mehr, was denn wichtige/entscheidende Lehrsätze sind. Woran erkennt man, wer tatsächlich zum Leib Christi gehört und wer nur ein Mensch ist, der einer Irrlehre nachläuft wie es z.B. Moslems, Buddhisten oder Hinduisten tun? Sind denn nicht die Menschen, die sich selbst Christen nennen, in Wahrheit nur Irrglaubende und gar nicht teilhaftig an Christi Leib, da Jesus sich selbst nie als Gott offenbart hat und somit von den meisten Christen gar nicht der wahre Jesus sondern eine Fiktion angebetet wird als Retter?

Somit wäre es doch falsch sich mit Trinitariern zu versammeln? Die Israeliten durften sich auch nicht zwischendurch mal mit Baalsdienern versammeln und dann wieder im Tempel JHWH opfern.
Viele Grüße
Ulrike
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