vom Heiligen Geist gelehrt ...

Austausch zu allgemeinen Fragen zur Auslegung der Bibel

vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon BC Editor » 12. Mai 2017, 16:36

Hallo,
in einem anderen Thema tauchte erneut die Thematik von "vom Heiligen Geist gelehrt" auf, weshalb ich dachte, es sei angebracht, dieser Thematik ein eigenes Thema hier zu widmen.

Unter Christen wird in Unterhaltungen oder in einem Austausch über biblische Fragen und die Auslegung und Bedeutung biblischer Aussagen des öfteren erwähnt bzw. von manchen beansprucht, dass der Heilige Geist sie das rechte Verständnis lehre. Dies bringt axiomatisch mit sich, dass eine davon abweichende Auslegung oder ein davon abweichendes Verständnis dann ja nicht korrekt sein kann, denn die allgemeine Annahme ist sicherlich, dass ein vom Heiligen Geist gelehrtes Verständnis korrekt und daher ein davon abweichendes Verständnis falsch sein muss.

Die wahrscheinlich wichtigere und auch entscheidendere Frage ist jedoch: Ist denn das Verständnis, das als "vom Heiligen Geist gelehrt" verkündet wird, tatsächlich auch "vom Heiligen Geist gelehrt"? Gibt es eine objektive (also von jedem anzuwendende und für jeden gültige) Regel oder ein Maß, mit dem man bestimmen kann, ob in der Tat etwas vom Heiligen Geist gelehrt ist?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon AlTheKingBundy » 13. Mai 2017, 10:46

Es gibt meiner Meinung nach schon objektive Regeln, nach denen klar das Wirken des HG erkennbar ist. Das wird im NT mehrfach beschrieben. Die Kraft des HG geht quasi mit Wundern einher, die Menschen tun, welche unter dieser Kraft stehen. Das erklärt auch die Anziehungskraft der ersten Christengemeinden, die den "Beistand" des HG hatten. Diese Kraft existiert nicht mehr, wie es Paulus richtig vorhergesagt hat. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass die (meisten) Menschen, die von sich behaupten unter der Kraft des HG zu stehen, sich selbst betrügen. Christen in diesem ursprünglichen Sinne existieren also heutzutage nicht mehr, nur an "Christus" glaubende.
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon BC Editor » 13. Mai 2017, 12:46

AlTheKingBundy hat geschrieben:Es gibt meiner Meinung nach schon objektive Regeln, nach denen klar das Wirken des HG erkennbar ist. Das wird im NT mehrfach beschrieben. Die Kraft des HG geht quasi mit Wundern einher, die Menschen tun, welche unter dieser Kraft stehen.

Ich würde sagen, wahre Wunder zu wirken ist möglich mittels der Kraft heiliger Geist, die Gott einem Menschen gab/gibt ... aber nicht alle Menschen, die heiligen Geist von Gott als Gabe empfangen haben, wirken auch Wunder.

Aus Aussagen wie in Apg 2,38 oder Eph 1,13 oder auch 1Ko 12,13 ergibt sich für mich, dass alle, die an Christus glauben und gerettet sind, von Gott als Gabe heiligen Geist erhalten, der ihnen z.B. auch ermöglicht, statt nach den Fleisch nunmehr nach dem Geist zu leben und die Frucht des Geistes in ihrem Leben hervorzubringen (vgl. die erwähnten Stellen / Schlachter 2000):

Apg 2,38
Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Eph 1,13
In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,

1Kor 12,13
Denn wir sind ja alle durch {einen} Geist in {einen} Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu {einem} Geist.

Obwohl also alle Gläubigen diese Gabe heiligen Geist empfangen, wenn sie glauben und gerettet werden, ist offensichtlich aus den NT Schriften und deren Beschreibung des Lebens in der frühen Gemeinde, dass nicht alle Gläubigen Wunder wirkten. Dass sie keine Wunder wirkten, bedeutete aber im Umkehrschluss doch nicht, dass heiligen Geist nicht als Gabe ehalten hatten ...
AlTheKingBundy hat geschrieben: Das erklärt auch die Anziehungskraft der ersten Christengemeinden, die den "Beistand" des HG hatten. Diese Kraft existiert nicht mehr, wie es Paulus richtig vorhergesagt hat.

S.o. ... da es ja noch immer an Christus Gläubige gibt, die Jesus als Herrn bekennen und glauben, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat (vgl. Röm 10,9.10) würde ich annehmen, dass diese Gläubigen nach wie vor von Gott die Gabe heiligen Geistes erhalten, u.a. als Siegel dafür, dass Gott hält, was er bzgl. der Rettung und des Heils verheißen hat.

Andererseits stimme ich Dir zu, dass offensichtlich bereits nach dem Ableben der ursprünglichen Apostel und seither die von Gläubigen in der frühen Gemeinde genutzten Erweise/Auswirkungen/Manifestationen heiligen Geistes (vgl. dazu den Abschnitt in 1Ko 12,7-11) nicht mehr in gleicher Weise in der christlichen Gemeinde (dem Leib Christi) genutzt wurden und in Erscheinung traten.
AlTheKingBundy hat geschrieben:Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass die (meisten) Menschen, die von sich behaupten unter der Kraft des HG zu stehen, sich selbst betrügen. Christen in diesem ursprünglichen Sinne existieren also heutzutage nicht mehr, nur an "Christus" glaubende.

Ich würde ebenfalls sagen, dass vieles von dem, was heutzutage in Gruppen der sogenannten charismatischen Bewegung oder bei sogenannten Pfingstgemeinden und ähnlichen Kreisen als Auswirkungen heiligen Geistes bezeichnet wird, in Widerspruch zu dem steht, was wir in den NT Schriften über die Auswirkungen heiligen Geistes lesen (z.B. das laute gemeinsame "Zungenreden" in Versammlungen, das Umfallen von Personen, die "vom heiligen Geist besessen" wurden, usw....)

Was nun die Behauptungen von Christen betrifft, ihr Verständnis der Schrift wäre ihnen von Gott durch den heiligen Geist vermittelt worden, sie wären vom heiligen Geist gelehrt worden, so würde ich davon ausgehen, dass jegliches Verständnis (ganz gleich, ob jemand sagt, er habe dies durch heiligen Geist gelernt oder nicht) anhand der Schrift selbst geprüft werden muss, ob es denn überhaupt mit Kontext und im Lichte der Gesamtaussage der Schrift stimmig ist. Falls dies nicht der Fall ist und eine Auslegung anderen Aussagen widerspricht, kann sie nach meinem Verständnis unmöglich "vom heiligen Geist gelehrt worden" sein.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon Helmuth » 13. Mai 2017, 18:35

BC Editor hat geschrieben:Dies bringt axiomatisch mit sich, dass eine davon abweichende Auslegung oder ein davon abweichendes Verständnis dann ja nicht korrekt sein kann, denn die allgemeine Annahme ist sicherlich, dass ein vom Heiligen Geist gelehrtes Verständnis korrekt und daher ein davon abweichendes Verständnis falsch sein muss.

Ich gehe da mal ganz anders heran. Für mich hat das, was du hier beschreibst nicht direkt etwas mit dem HG zu tun, sondern mit dem Verstand.

Geist haben alle Menschen, auch Ungläubige, sonst wären sie ja tot. Auch Gaben haben alle Menschen. Und Verständnis ist z.B. eine solche Gabe. Nicht jeder hat dieselben Talente, sonst wären wir alle nur Universitätsprofessoren oder alle nur Kunsthandwerker.

Der HG ist m.E. etwas anderes. Er offenbart dir, dass du Gottes Kind bist, begnadigt wurdest, dir deine Sünden vergeben worden sind, für die Jesus bezahlt hat. Das sind so ein paar Grundwahrheiten. Ob du Integralgleichungen vierter Ordnung lösen kannst, nicht. Auch nicht, ob du alle Schriftzusammenhänge analytisch exakt zueinander in Beziehung setzen kannst. Das ist eine Gabe.

Hier herrscht m.E. folgende Verwechslung vor: Im HG wirkt die Gabe umso mehr zum Nutzen und Segen als nicht im HG. Ansonsten wären Ungläubige automatisch alle nur nutzlos. Das sind sie aber nicht.

Der HG ändert das Herz, nicht den Verstand. Das sei meine These mal hier. Lass es uns ausfeilen und präzisieren.

Insofern muss der HG Grundwahrheiten allen gleich vermitteln, da diese nicht via Intellekt sondern via Herz erfasst werden. Diese kommen aber durch den Geist und nicht durch den Intellekt, noch weniger durch Theologie wie viele fälschlicherweise annehmen. Theologie führt zu Dogmatik, Dogmatik zu Starrsinn, Starrsinn zu Gewalttätigkeit. Hier mal folgende Aussage eines äußerst intellektuell denkenden Paulus:

1 Kor. 2,7-8 hat geschrieben:sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat, die keiner der Herrscher dieser Weltzeit erkannt hat – denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt –,

Also sie hätten Jesus nicht gekreuzigt, hätte ihr Verstand ihnen das vermittelt. Das ist wesentlich für den HG. Du kannst von mir aus ein Fetzenschädel sein und nichts kapieren und auf die Reihe kriegen, aber eins tust du nicht: Du kannst Jesus nichts antun, ihn nicht einmal ein Haar krümmen. Und dann gibt es höchst gescheite Leute, die Flugzeuge konstruieren, aber Gott ist für sie nur Blösdsinn.

Es geht also nicht um Intellekt, sondern um Liebe. Will deswegen Gott nur depperte Menschen? Ich rede wie Paulus: Das sei ferne!

Aus dem Leben des Petrus wird mir klar, was es bedeutet. Hat er alles kapiert? Nein, nicht einmal jahrelang nach Jesu Kreuzigung. Und davor wollte er ihn sogar einmal bewahren. Groteskerweise nannte ihn Jesus dafür sogar Satan. Doch er hat vielmehr gesehen, wie sein Herz beschaffen war. Er machte ihn darum zum Fels.

Der HG hat also meines Erachtens nichts mit dem Intellekt an sich zu tun, wie gut du Bibelauslegung beherrscht. Da geht es um Liebe. Eben um geistliche Dinge, wie ich schon mehrfach betont habe.
Liebe Grüße
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon Helmuth » 14. Mai 2017, 05:54

AlTheKingBundy hat geschrieben:Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass die (meisten) Menschen, die von sich behaupten unter der Kraft des HG zu stehen, sich selbst betrügen.

Ich kenne diese Theologie. Zur Genüge leider. Zu Beginn meines Christenlebens war meine Frau Mitglied einer solchen Gemeinde, die das gelehrt hatte. Sie waren dermaß gesetzlich und ihr Glaube war eine regelrechte Heuchelei, dass ich mich ihnen nicht angeschlossen hatte. Sie hatten keinerlei Kraft, mich irgendwie zu überzeugen.

Bekehrt hatte ich mich gänzlich anders. Ich nahm danach meine Frau und besuchte eine kleine charismatische Gruppe. Sie bestand aus einer Pastorenfamilie, die ihres Landes verwiesen wurde uns so in Österreich landete. Innerhalb von zwei Jahren führte deren Dienst dazu, dass mehrere gesamte Familen zum Herrn geführt wurden. Meine gehörte auch dazu.

Weiters geschahen in dieser Zeit außergewöhnliche Zeichen. Einige davon gab der Herr an mich als seinen Jünger weiter. Ich habe also Zeugnisse, die so mache Theologie an die Wand pisst. Die Kraft ist heute zurückgegangen, was ich weiß, aber gänzlich anders deute als du.

Es geht in keinster Weise darum, dass wir nach diesen Kräften eifern sollten. Wir sollten nach "Gaben" eifern" nicht nach Kraft! Das ist der typische Fehler und viele Charismatiker machen das. Darum gibt es leider auch viel Blendwerk, solches das auch dich möglicherweise zu falschen Schlüssen führen lässt.

Aber ich habe dies gelernt: Man sollte nie das Kind mit dem Bade ausschütten. Daher weiß ich heute auch noch dies: Der Herr begleitet mit solchen Zeichen generell die Verkündigung, gestern, heute, morgen, denn er ist immer derselbe. Nicht dass wir das also als Selbstverständlichkeit betrachten, sondern dass es der Herr gibt, wenn er es will. Fange aber einmal damit an, werter Al, und du wirst ähnliche Wunder erleben. Das garantiere ich, wie auch das Wort des Herrn.

AlTheKingBundy hat geschrieben:Christen in diesem ursprünglichen Sinne existieren also heutzutage nicht mehr, nur an "Christus" glaubende.

Nun, hier steht einer. Was soll ich nun sagen? Ich wurde betrogen? Ich diente dabei einem Trugbild, einem Götzen? Wie gesagt, hast du meiner Meinung nach hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Theologie kann so viel abtöten, wie es an jener toten Christengruppe deutlich für mich zu sehen war, Ja, Glauben hatten sie, das werde ich ihnen nicht absprechen, aber es ist so als würdest du ein schmackhaftes Steak mit dem Geschmack eines staubttrockenen alten harten Brotes essen müssen. Derart predigten und lebten sie auch danach. Keine Sau haben sie damit innerhalb von 20 Jahren erreicht. Hierin hast du recht: Keine Kraft war in dieser Gruppe.

In der Art war es scheinbar auch bei den Pharisäern unter der Zeit Jesu. Auch sie lehrten das Volk und behaupteten Dinge, über die Jesus nur folgende Frage stellen konnte:
Mk 12, 24 hat geschrieben:Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Irrt ihr nicht darum, weil ihr weder die Schriften kennt noch die Kraft Gottes?

Du bist skeptsch, Al? Ok, das ist auch gut so, nicht anderen blindlings aus der Hand zu fressen. Also auch nicht mir, völlig ok. Aber verwechsle es bitte nicht mit Unglauben. Das wäre dann schon etwas anderes.
Liebe Grüße
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon BC Editor » 14. Mai 2017, 06:39

Helmuth hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben:Dies bringt axiomatisch mit sich, dass eine davon abweichende Auslegung oder ein davon abweichendes Verständnis dann ja nicht korrekt sein kann, denn die allgemeine Annahme ist sicherlich, dass ein vom Heiligen Geist gelehrtes Verständnis korrekt und daher ein davon abweichendes Verständnis falsch sein muss.
Ich gehe da mal ganz anders heran. Für mich hat das, was du hier beschreibst nicht direkt etwas mit dem HG zu tun, sondern mit dem Verstand.

Geist haben alle Menschen, auch Ungläubige, sonst wären sie ja tot. Auch Gaben haben alle Menschen. Und Verständnis ist z.B. eine solche Gabe. Nicht jeder hat dieselben Talente, sonst wären wir alle nur Universitätsprofessoren oder alle nur Kunsthandwerker.

Habe ich nicht deutlich und klar geschrieben "ein vom HEILIGEN GEIST gelehrtes Verständnis ??

Mit anderen Worten, hoffentlich nun klar und deutlich genug: Manche Leute behaupten von Gott bzw von dem Heiligen Geist gelehrt worden zu sein und ihr Verständnis einer biblischen Aussage sei ihnen von Gott so offenbart worden ... falls dem so wäre, bringt das doch axiomatisch mit sich, dass eine von dieser von Gott bzw Heiligem Geist offenbarten und gelehrten Auslegung abweichende Auslegung oder ein davon abweichendes Verständnis nicht korrekt sein kann, weil ja ein von Gott oder vom Heiligen Geist gelehrtes Verständnis sicher korrekt und daher ein davon abweichendes Verständnis falsch sein muss und somit auch nicht von Gott bzw dem Heiligen Geist offenbart und gelehrt sein kann.

Wie sieht es also damit aus, ob und wie man objektiv erkennen und bestimmen kann, ob ein bestimmtes Verständnis, eine bestimmte Auslegung tatsächlich von Gott bzw vom Heiligen Geist offenbart und gelehrt ist (wie diese Personen, die solches von sich und ihrem Verständnis behaupten, ja für sich in Anspruch nehmen)? Ist jede Auslegung oder jedes Verständnis biblischer Aussagen, was als "von Gott bzw dem Heiligen Geist gelehrt" bezeichnet wird, automatisch auch wirklich von Gott bzw dem Heiligen Geist offenbart und gelehrt? Oder kann es sein, dass diese Personen sich irren und etwas bzgl ihrer eigenen aus ihrem eigenen Sinn und Verstand hervorgegangenen Auslegung meinen und behaupten, was gar nicht stimmt ?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon AlTheKingBundy » 14. Mai 2017, 09:33

BC Editor hat geschrieben:Da bin ich anderer Meinung aufgrund des biblischen Zeugnisses, dass doch nur EIN Leib geschildert wird, dessen Haupt der EINE Herr, Christus Jesus, ist.


Dann haben wir uns falsch verstanden. Ich wollte damit sagen, dass der Leib, wie er im NT geschildert wird, nicht mehr (irdisch) existiert. Ob man das, was heute ist nun Leib nennt oder wie auch immer, ist (für mich) nicht von Bedeutung, weil er keinen Beitrag mehr zum ursprünglichen liefert.

BC Editor hat geschrieben:Offb 22:17 wurde bereits vor dem Kommen des Herrn und dem jüngsten Tage und der Auferstehung geschrieben, wie kann es hier bei "der Braut" also um bereits auferstandene oder entrückte erste Christen gehen? Zu wem sprechen "Geist und Braut"? Wen laden sie ein, teilzuhaben an dem Heil? Offenbar zu denen, die "dürsten nach dem Wasser des Lebens" ... hat sich dies geändert seit dem Zeitpunkt, da Offb 22:17 geschrieben wurde? Ich denke nicht ... noch immer laden der Geist und die Braut (die Gemeinde) ein zu kommen und vom Wasser des Lebens zu nehmen, oder etwa nicht?


Der Zeitpunkt, wann die Offenbarung geschrieben wurde, spielt in diesem Sinne keine Rolle. Es haben sich ja ganz offensichtlich zu dieser Zeit noch nicht alle Aussagen der Offenbarung erfüllt. Die Offenbarung ist als prophetische Vision niedergeschrieben worden. Offb 20 beschreibt z.B. die Auferstehung der zur Braut gehörigen Christen, das war auch noch nicht passiert. Ich glaube, Du hast mich abermals falsch verstanden. Offb 22,17 ist für mich eine der wenigen allgemeingültigen Bibelstellen, die natürlich heute noch Gültigkeit haben und jeden ansprechen.
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon Helmuth » 14. Mai 2017, 10:07

BC Editor hat geschrieben:Ist jede Auslegung oder jedes Verständnis biblischer Aussagen, was als "von Gott bzw dem Heiligen Geist gelehrt" bezeichnet wird, automatisch auch wirklich von Gott bzw dem Heiligen Geist offenbart und gelehrt?

Ich denke wir kommen da noch nicht auf eine gemeinsame Ebene. Herz <--> Verstand Problematik. Das Herz wird vom HG geleitet, der Verstand muss aber nicht alles erfassen. Er meint eben. Das ist was man Meinung nennt. Macht das z.B. etwa einen Universitätsprofessor gleich inkompetent, wenn er nicht alles weiß, und manches daher nur "meint"?

Es gibt ein recht gutes Beispiel, wie Paulus die Thematik der Ehe und eheähnlichen Beziehungen anschneidet. Es gibt Fälle, da sagt er klar, er habe sie vom Herrn und andere, wo er seine Meinung dazu gibt. Und als Abschluss für seine Ausführungen gibt er diese Erklärung:
1. Kor. 7, 40 hat geschrieben:...; ich denke aber, dass auch ich den Geist Gottes habe.

In Bezug auf Meinungen sagt er dies:
Röm 14, 5 hat geschrieben:Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiss!

Und ich denke auch das hat ihn eben der HG eingegeben niederschreiben zu lassen.

BC Editor hat geschrieben:Oder kann es sein, dass diese Personen sich irren und etwas bzgl ihrer eigenen aus ihrem eigenen Sinn und Verstand hervorgegangenen Auslegung meinen und behaupten, was gar nicht stimmt ?

Ich denke jede Auslegung steht auf einem Prüfstand. Wird sie bestätigt durch Gott, bezeugt er es eventuell durch Zeichen. Rein intellektuelle Auffassungen sind aber nicht Gegenstand solcher Sachen. Wahrscheinlich sollte sich niemand auf den HG berufen, wenn er die Beglaubigung des Herrn dazu nicht vorweisen kann. Er darf darauf bestehen,, dass ihn der Geist leitet, dennoch kann er sich irren und verfehlen. Das macht leider die immer noch in uns wohnende Sünde.

Ich sage erneut, weil ich den Eindruck habe, das kommt bei dir nicht recht an, dass der Geist zuerst das Herz leitet, und danach erst der Verstand agiert. Frage: Gibt Gott Offenbarung nur durch den Verstand? Für mich ist der Logik-Denkapparat nur ein Werkzeug. Ihn recht zu gebrauchen bedingt im HG geführt zu werden.

Ähnlich wie ein Auto nur mit dem Lenker sicher fährt. Das Lenkrad allein kann es nicht. Es führt aus, was der Lenker, "der Geist" will. Wenn der Lenker dumm oder betrunken ist, macht es krach. Da nützt das beste Lenkrad nichts. So auch der Verstand.
Liebe Grüße
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon AlTheKingBundy » 14. Mai 2017, 12:37

Helmuth hat geschrieben:Gibt Gott Offenbarung nur durch den Verstand?


Ja, im wesentlichen schon, allerdings setzt dies auch eine gewisse Gesinnung voraus, nämlich die Wahrheitsliebe.

Offb 17,9 Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige:


Prüfen kann man ebenfalls nur durch den Verstand:

1Thess 5,21 prüft aber alles, das Gute haltet fest!
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Re: vom Heiligen Geist gelehrt ...

Beitragvon BC Editor » 14. Mai 2017, 15:42

Helmuth hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben: Ist jede Auslegung oder jedes Verständnis biblischer Aussagen, was als "von Gott bzw dem Heiligen Geist gelehrt" bezeichnet wird, automatisch auch wirklich von Gott bzw dem Heiligen Geist offenbart und gelehrt?

Ich denke wir kommen da noch nicht auf eine gemeinsame Ebene. ...

Wir kommen deshalb nirgends weiter, weil Du allen Fragen letztlich ausweichst mit Antworten, die immer wieder etwas anderes ins Spiel bringen, anstatt auf die einfachsten Fragen zu antworten.

Die Problematik hat damit zu tun, ob das, was Leute behaupten automatisch auch das ist, was sie behaupten! Mit anderen Worten: Wenn Du behauptest, der Heilige Geist habe Dich ein bestimmtes Verständnis einer Schriftstelle gelehrt indem Er Dir dies offenbarte, ist das, was Du als "vom Heiligen Geist gelehrt" bezeichnest automatisch auch wirklich Dir von Gott bzw dem Heiligen Geist offenbart worden?? Außerdem hatte ich auch die Frage gestellt, ob es ein objektives Maß oder eine Regel gibt, mittels der man bestimmen kann, ob ein Verständnis von Gott offenbart wurde oder nicht (mit anderen Worten, eine Möglichkeit zu prüfen, ob jemandes Behauptung, ihm sei so und so von Gott offenbart worden und er sei so und so vom Heiligen Geist gelehrt worden, auch korrekt ist)?
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