In welcher Zeit leben wir?

Austausch zu allgemeinen Fragen zur Auslegung der Bibel

Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon Nachbarin » 16. Juni 2017, 19:02

Das mit den 1000 Jahren muss in der Tat nicht heißen dass es exakt 1000 sein werden.
Aber wenn das alles schon geschehen ist, stellt sich die Frage was in der Bibel dann an uns, jetzt, gerichtet ist?
Und wäre doch auch grausam wenn die Erde so wie sie jetzt ist für immer bleibt, weil ja alles "neu" gemacht wurde.
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon BC Editor » 16. Juni 2017, 19:16

AlTheKingBundy hat geschrieben: Ich habe die 1000 auch nie buchstäblich als exakte Zahl verstanden. In der Bibel steht die 1000 oft für eine große Zahl, so verstehe ich die 1000 Jahre auch. Allerdings kann ich mich nicht der Interpretation anschließen, dass nun ein kurzer Zeitraum damit gemeint ist.

Ich denke, es geht nicht darum, dass "1000 Jahre überhaupt die zeitliche Dauer eines Zeitraums (sei er lang oder kurz) betont, sondern dass mit dem "1000 Jahre" die Wichtigkeit/Bedeutung/Abgeschlossenheit eines bestimmten Zeitraums betont wird. (Vgl. die erwähnten "1000 Hügel", da geht es eigentlich auch nicht um eine Zahl an Hügeln (groß oder klein), sondern darum, dass die Gesamtheit/Größe/Bedeutung der Herde betont wird, die YHWH hat.)

Die zeitliche Dauer der Zeitspanne ergibt sich durch andere Dinge und Stellen mit anderen Aussagen, und scheint für mich mit dem Ende des alten Äons (zeitlich fixiert mit der Zerstörung von Jerusalem und Tempel in 70 AD) beendet zu sein. Danach haben wir ja das nächste, ein neues Äon (umschrieben mit "neue Himmel und Erde" usw. ) Der "1000 Jahre" Zeitraum erscheint mir am letzten Ende des alten Äons und unmittelbar vor dem Beginn des neuen Äons zu sein.

Falls dieser Zeitraum sich auf eine andere Zeit beziehen soll, dann auf welche? hat z.B. das neue Äon (welches nach dem "1000 Jahre" Zeitraum beginnen würde) noch nicht begonnen? falls wir heute in dem "1000 Jahre" Zeitraum leben, wann hat dieser begonnen und wann wird er enden? oder leben wir gar noch immer unter dem AT Gesetz und im alten (damals gegenwärtigen) Äon ... und müssten eigentlich das gesamte AT Gesetz mit all seinen Gesetzen und Ordnungen (Opferdienst, Tempeldienst, etc.) halten?
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon BC Editor » 16. Juni 2017, 21:26

Nachbarin hat geschrieben:Das mit den 1000 Jahren muss in der Tat nicht heißen dass es exakt 1000 sein werden.
Aber wenn das alles schon geschehen ist, stellt sich die Frage was in der Bibel dann an uns, jetzt, gerichtet ist?

Diese Frage ist nach meinem Dafürhalten sehr bedeutsam, denn während mehr als 40 Jahren als Nachfolger Christi, in denen ich mich ernsthaft mit den biblischen Schriften beschäftigt habe, ist mir sehr oft aufgefallen, dass viele Christen die biblischen Schriften so lesen, als seien diese sozusagen "gestern geschrieben worden" und "direkt an sie adressiert". Die meisten merken schon noch, dass die AT Schriften wohl eher nicht an sie direkt gerichtet sind, und nutzen dann auch diese Einsicht als Grund dafür, bestimmte Dinge, die sie darin lesen, nicht auf sich selbst zu beziehen. Was die NT Schriften angeht, so gehen sie aber meist davon aus, dass diese Schriften direkt an sie gerichtet seien.

Dabei werden jedoch äußerst wichtige Prinzipien zur Auslegung eines Schriftstücks oder Aussage außer acht gelassen, nämlich: (1) Für ein korrektes Verständnis ist es zwingend notwendig, dass man beachten muss, wer, was, wann und an wen geschrieben oder zu wem gesagt hat. Eine korrekte Auslegung, ein korrektes Verständnis einer Aussage kann nur dann vorliegen, wenn dieses Auslegungsprinzip beachtet wird. (2) Man muss unterscheiden zwischen Auslegung und Anwendung ...mit anderen Worten: Nachdem man eine Aussage unter Beachtung des erwähnten Auslegungsprinzips korrekt verstanden hat (=> Auslegung), kann man anschließend bestimmen, ob und in welchem Ausmaß bzw. auf welche Art und Weise eine Aussage möglicherweise auch heute für einen Leser zutrifft bzw anwendbar ist (=> Anwendung).

Allgemein gesagt, ist eigentlich KEINE der biblischen Schriften direkt an uns adressiert ... schlicht und einfach, weil sie eben nicht gerade erst gestern geschrieben und an uns adressiert wurden. ABER - sorgfältig zu beachten - die biblischen Schriften enthalten durchaus auch Aussagen, die für uns heute von Bedeutung sind (z.B. anwendbar als Lehre für einen rechten gottesfürchtigen Lebenswandel, oder als Aussage einer zeitlos gültigen Wahrheit, usw.)

Wenn in NT Schriften erwähnte Dinge bereits geschehen sind, so ist das nicht anders wie mit in AT Schriften erwähnten Dingen, die bereits geschehen sind ... Gläubige heute wollen doch auch keine 40 Jahre Wüstenwanderung erleben, nur weil sie in in 2Mo - 5Mo etwas darüber lesen, warum dann denken, etwas sei falsch, weil etwas in den NT Schriften bereits vor fast 2000 Jahren geschehen ist?

Für uns nun sind u.a. die Dinge anwendbar und zutreffend, die auch für die Christen damals zutrafen, die beim Kommen des Herrn im Gericht über das apostate Israel in 70AD und danach am Leben waren ... wir werden bei unserem Ableben nicht mehr in das Totenreich eingehen und auf eine noch zukünftige Auferstehung hoffen (wie es für alle während des AT Äons der Fall war), sondern - da die Auferstehung der Toten und die Entleerung des Hades / Totenreichs am letzten Tage jenes AT Äons stattfand und Realität wurde - wir werden im gleichen Augenblick verwandelt und das Sterbliche wird die Unsterblichkeit anziehen und wir werden entrückt in die Gegenwart Gottes, wo kein Tod, keine Tränen, keine Trübsal, kein Leiden sein werden.
Nachbarin hat geschrieben:Und wäre doch auch grausam wenn die Erde so wie sie jetzt ist für immer bleibt, weil ja alles "neu" gemacht wurde.
Menschen machen weiter alles kaputt, und Gott schaut zu?

Was heißt grausam und Gott schaut zu? Ein jeder wird für sein Tun Rechenschaft vor Gott ablegen und das ihm/ihr zustehende empfangen. Mit dem Eintritt von Sünde in die Welt, gab es auch Grausamkeit, Mord und Totschlag und alles andere Böse und Übel. Laut einiger Aussagen in der Bibel bzgl des Planeten Erde wird dieser bleiben ... ob heutige "Experten" da anderer Meinung sind und mit ihrer Angstmache anderen Leuten das Geld in großen Mengen aus den Taschen ziehen, ist irrelevant.
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon AlTheKingBundy » 17. Juni 2017, 07:16

BC Editor hat geschrieben:Ich denke, es geht nicht darum, dass "1000 Jahre überhaupt die zeitliche Dauer eines Zeitraums (sei er lang oder kurz) betont, sondern dass mit dem "1000 Jahre" die Wichtigkeit/Bedeutung/Abgeschlossenheit eines bestimmten Zeitraums betont wird. (Vgl. die erwähnten "1000 Hügel", da geht es eigentlich auch nicht um eine Zahl an Hügeln (groß oder klein), sondern darum, dass die Gesamtheit/Größe/Bedeutung der Herde betont wird, die YHWH hat.)


Da denke ich anders. Wenn es um die wichtige Abgeschlossenheit einer Zeitspanne mit göttlichem Background geht, hätte man auch 7 Jahre nehmen können oder 70. Die 1000 meint nicht nur die Abgeschlossenheit allein sondern die Abgeschlossenheit einer langen Zeitspanne, bzw. die 1000 meint beinhae immer eine große Zahl. Beispiele:

2. Pet 3,8 Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.


Kurz Tag, lang 1000 Jahre.

Offb 5,11 Und ich sah: Und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten; und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende,


BC Editor hat geschrieben:Die zeitliche Dauer der Zeitspanne ergibt sich durch andere Dinge und Stellen mit anderen Aussagen, und scheint für mich mit dem Ende des alten Äons (zeitlich fixiert mit der Zerstörung von Jerusalem und Tempel in 70 AD) beendet zu sein. Danach haben wir ja das nächste, ein neues Äon (umschrieben mit "neue Himmel und Erde" usw. ) Der "1000 Jahre" Zeitraum erscheint mir am letzten Ende des alten Äons und unmittelbar vor dem Beginn des neuen Äons zu sein.


Das würde aber wieder der baldig verkündeten Wiederkunft widersprechen bzw. verwirren: "bald, nahe, in Kürze, letzte Stunde...".

BC Editor hat geschrieben:Falls dieser Zeitraum sich auf eine andere Zeit beziehen soll, dann auf welche? hat z.B. das neue Äon (welches nach dem "1000 Jahre" Zeitraum beginnen würde) noch nicht begonnen? falls wir heute in dem "1000 Jahre" Zeitraum leben, wann hat dieser begonnen und wann wird er enden? oder leben wir gar noch immer unter dem AT Gesetz und im alten (damals gegenwärtigen) Äon ... und müssten eigentlich das gesamte AT Gesetz mit all seinen Gesetzen und Ordnungen (Opferdienst, Tempeldienst, etc.) halten?


In Offb 20 geht es um die in Christus Auferstandenen und wie sie das Gericht und die Mitregentschaft im Himmel übernehmen (für "1000 Jahre"). Das ist doch ganz klar schon das neue Äon = das Königreich Gottes. Eine interessante Frage ist, welche Gerichte finden dort statt, über wen?
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon BC Editor » 17. Juni 2017, 09:34

AlTheKingBundy hat geschrieben: Da denke ich anders. Wenn es um die wichtige Abgeschlossenheit einer Zeitspanne mit göttlichem Background geht, hätte man auch 7 Jahre nehmen können oder 70.
Was die Anzahl Jahre angeht, waren es 40 Jahre ... möglicherweise entsprechend der 40 Jahre, die am Beginn des Äons des alten Bundes nach dem Auszug aus Ägypten und vor dem Einzug ins Land von Bedeutung waren.
AlTheKingBundy hat geschrieben: Die 1000 meint nicht nur die Abgeschlossenheit allein sondern die Abgeschlossenheit einer langen Zeitspanne, bzw. die 1000 meint beinhae immer eine große Zahl. Beispiele:
2. Pet 3,8
Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.
Kurz Tag, lang 1000 Jahre.
Auch hier geht es nicht darum, zeitliche Werte ("ein Tag" / "1000 Jahre") zu betonen, sondern es geht darum, Gottes GEDULD und LANGMUT zu betonen. Will man "einen Tag" und "1000 Jahre" buchstäblich als zeitliche Angaben verstehen, ergibt die Aussage keinerlei Sinn, da sie faktisch absolut nicht stimmen, und zudem auch nicht nur in eine Richtung verwendet wird (1 Tag => 1000 Jahre), sondern auch genau umgekehrt (1000 Jahre => 1 Tag).
AlTheKingBundy hat geschrieben:
Offb 5,11
Und ich sah: Und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron her und um die lebendigen Wesen und um die Ältesten; und ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende,
In diesen Aussagen ist in der Tat der Punkt um den es geht "eine Anzahl", es wird betont, dass es "sehr viele" bzw. "unzählige" Zahl von Wesen ist.
AlTheKingBundy hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben:Die zeitliche Dauer der Zeitspanne ergibt sich durch andere Dinge und Stellen mit anderen Aussagen, und scheint für mich mit dem Ende des alten Äons (zeitlich fixiert mit der Zerstörung von Jerusalem und Tempel in 70 AD) beendet zu sein. Danach haben wir ja das nächste, ein neues Äon (umschrieben mit "neue Himmel und Erde" usw. ) Der "1000 Jahre" Zeitraum erscheint mir am letzten Ende des alten Äons und unmittelbar vor dem Beginn des neuen Äons zu sein.
Das würde aber wieder der baldig verkündeten Wiederkunft widersprechen bzw. verwirren: "bald, nahe, in Kürze, letzte Stunde...".
Das wäre nur der Fall, wenn man die "1000 Jahre" im buchstäblichen Sinne als eine "Zeitspanne" - und zwar eine "lange Zeitspanne" - interpretiert. Das Kommen des Herrn, das Ende jenes Äons war in der Tat bald, noch während einige lebten, die Jesus gehört hatten, gegen Ende der Zeitspanne jener Generation von Zeitgenossen ... und als Offb ca. Mitte der 60er Jahre AD geschrieben wurde (während der Verbannung des Apostels Johannes unter Kaiser Nero !) war das Kommen des Herrn und das Gericht über das apostate Israel nur noch sehr kurze Zeit (wenige Jahre) in der Zukunft (Belagerung Jerusalems begann 67 AD).
AlTheKingBundy hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben: Falls dieser Zeitraum sich auf eine andere Zeit beziehen soll, dann auf welche? hat z.B. das neue Äon (welches nach dem "1000 Jahre" Zeitraum beginnen würde) noch nicht begonnen? falls wir heute in dem "1000 Jahre" Zeitraum leben, wann hat dieser begonnen und wann wird er enden? oder leben wir gar noch immer unter dem AT Gesetz und im alten (damals gegenwärtigen) Äon ... und müssten eigentlich das gesamte AT Gesetz mit all seinen Gesetzen und Ordnungen (Opferdienst, Tempeldienst, etc.) halten?
In Offb 20 geht es um die in Christus Auferstandenen und wie sie das Gericht und die Mitregentschaft im Himmel übernehmen (für "1000 Jahre"). Das ist doch ganz klar schon das neue Äon = das Königreich Gottes. Eine interessante Frage ist, welche Gerichte finden dort statt, über wen?
Wann begann oder beginnen also nach Deinem Verständnis die erwähnten 1000 Jahre einer Mitregentschaft der in Christus Auferstandenen im Himmel und wann endeten oder enden sie? Sind diese 1000 Jahre bereits Vergangenheit, noch Gegenwart, oder noch in der Zukunft?

Um welches Gericht es geht, erscheint mir recht klar aus Jesu Aussage an seine Apostel und Jünger, sowie um Aussagen in den NT Schriften ... im Mittelpunkt stand das Gericht über das apostate Israel, welche ja die Hauptfeinde der frühen christlichen Gemeinde waren und die Nachfolger Christi während der Zeit von Jesu öffentlichem Wirken bis hin zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels und ihrer Zerstreuung unter die Völker bis aufs Blut und den Tod verfolgten. Diese waren es, über die das Gericht Gottes -- welches Er übrigens bereits durch Mose seinerzeit den Israeliten für den Fall ihres Abfalls von YHWH ankündete, dass es sie am Ende des Äons (Ende des damaligen alten Äons) ereilen würde.
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon AlTheKingBundy » 17. Juni 2017, 09:53

BC Editor hat geschrieben:Auch hier geht es nicht darum, zeitliche Werte ("ein Tag" / "1000 Jahre") zu betonen, sondern es geht darum, Gottes GEDULD und LANGMUT zu betonen. Will man "einen Tag" und "1000 Jahre" buchstäblich als zeitliche Angaben verstehen, ergibt die Aussage keinerlei Sinn, da sie faktisch absolut nicht stimmen, und zudem auch nicht nur in eine Richtung verwendet wird (1 Tag => 1000 Jahre), sondern auch genau umgekehrt (1000 Jahre => 1 Tag).


Wo habe ich gesagt, dass man die Zeitangaben buchstäblich zu verstehen hat?

BC Editor hat geschrieben:Wann begann oder beginnen also nach Deinem Verständnis die erwähnten 1000 Jahre einer Mitregentschaft der in Christus Auferstandenen im Himmel und wann endeten oder enden sie? Sind diese 1000 Jahre bereits Vergangenheit, noch Gegenwart, oder noch in der Zukunft?


Ganz einfach: zur 1. Auferstehung so um 70 n. Chr. Wann diese Epoche endet(e) kann ich dir nicht verbindlich sagen. Ich vermute, dass die 1000 Jahre noch Gegenwart sind.

BC Editor hat geschrieben:Um welches Gericht es geht, erscheint mir recht klar aus Jesu Aussage an seine Apostel und Jünger, sowie um Aussagen in den NT Schriften ... im Mittelpunkt stand das Gericht über das apostate Israel, welche ja die Hauptfeinde der frühen christlichen Gemeinde waren und die Nachfolger Christi während der Zeit von Jesu öffentlichem Wirken bis hin zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels und ihrer Zerstreuung unter die Völker bis aufs Blut und den Tod verfolgten. Diese waren es, über die das Gericht Gottes -- welches Er übrigens bereits durch Mose seinerzeit den Israeliten für den Fall ihres Abfalls von YHWH ankündete, dass es sie am Ende des Äons (Ende des damaligen alten Äons) ereilen würde.


Sicher, aber ich denke auch an folgendes Gericht:

1Kor 6,3 Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden, wie viel mehr über Alltägliches?
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon BC Editor » 18. Juni 2017, 09:21

AlTheKingBundy hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben:Auch hier geht es nicht darum, zeitliche Werte ("ein Tag" / "1000 Jahre") zu betonen, sondern es geht darum, Gottes GEDULD und LANGMUT zu betonen. Will man "einen Tag" und "1000 Jahre" buchstäblich als zeitliche Angaben verstehen, ergibt die Aussage keinerlei Sinn, da sie faktisch absolut nicht stimmen, und zudem auch nicht nur in eine Richtung verwendet wird (1 Tag => 1000 Jahre), sondern auch genau umgekehrt (1000 Jahre => 1 Tag).
Wo habe ich gesagt, dass man die Zeitangaben buchstäblich zu verstehen hat?

Ich habe nicht gesagt, die Zeitangaben buchstäblich verstehen (also, EIN Tag / EINTAUSEND Jahre), sondern "buchstäblich als zeitliche Angaben ... und das wurde für mich aus Deinem Zusatz von Tag => KURZ; 1000 Jahre => LANG.
In der Aussage geht es aber nicht darum, ZEIT ("kurz" oder "lang") zu definieren oder - wie manche behaupten - dass Gottes "Zeitrechnung" eine andere sei wie unsere ... es geht darum, Gottes GEDULD zu beschreiben.
AlTheKingBundy hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben:Wann begann oder beginnen also nach Deinem Verständnis die erwähnten 1000 Jahre einer Mitregentschaft der in Christus Auferstandenen im Himmel und wann endeten oder enden sie? Sind diese 1000 Jahre bereits Vergangenheit, noch Gegenwart, oder noch in der Zukunft?
Ganz einfach: zur 1. Auferstehung so um 70 n. Chr. Wann diese Epoche endet(e) kann ich dir nicht verbindlich sagen. Ich vermute, dass die 1000 Jahre noch Gegenwart sind.

Du sprichst von einer 1. Auferstehung, dabei klingt es, als würde es noch weitere Auferstehungsereignisse geben? Falls dem so ist, wann sollen die weiteren Auferstehungsereignisse sein? am Ende des damals zukünftigen neuen Äons?

Mir scheint Dan 12 und auch Jesu Aussagen in Joh 5 bzgl. der Auferstehung von den Toten am Ende bzw. letzten Tage jenes Äons (dem Ende des damaligen Äons) nur 1 Auferstehungsereignis (eine Entleerung des Totenreichs, wenn alle Toten auferweckt werden) zu geben, wobei diese Auferstehung für die Gerechten eine Auferstehung zu ewigem Leben ist und für die Ungerechten eine Auferstehung zum Gericht und anschließender Verdammnis.
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon AlTheKingBundy » 18. Juni 2017, 19:37

BC Editor hat geschrieben:Ich habe nicht gesagt, die Zeitangaben buchstäblich verstehen (also, EIN Tag / EINTAUSEND Jahre), sondern "buchstäblich als zeitliche Angaben ... und das wurde für mich aus Deinem Zusatz von Tag => KURZ; 1000 Jahre => LANG.
In der Aussage geht es aber nicht darum, ZEIT ("kurz" oder "lang") zu definieren oder - wie manche behaupten - dass Gottes "Zeitrechnung" eine andere sei wie unsere ... es geht darum, Gottes GEDULD zu beschreiben.


Ich sehe da schon einen relativen Zeitvergleich. Die nur kurze Geduld der Menschen (hier nimmt Petrus Bezug auf die Spötter, die sich über die scheinbar ausbleibende Verheißung lustig machen) wird der langwährenden Geduld Gottes gegenübergestellt.

BC Editor hat geschrieben:Du sprichst von einer 1. Auferstehung, dabei klingt es, als würde es noch weitere Auferstehungsereignisse geben? Falls dem so ist, wann sollen die weiteren Auferstehungsereignisse sein? am Ende des damals zukünftigen neuen Äons?


In der Tat, weil die Bibel davon spricht:

Offb 20,5 Die Übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung.


Hieraus wird sehr deutlich, dass es eine Auferstehung zu Beginn der "1000 Jahre" gibt, nämlich die erste und eine danach -> Offb 20,11

Ich würde das Ende der 1000 Jahre nicht als das Ende des neuen Äons ansehen. Das wird auch gar nicht gesagt.

BC Editor hat geschrieben:Mir scheint Dan 12 und auch Jesu Aussagen in Joh 5 bzgl. der Auferstehung von den Toten am Ende bzw. letzten Tage jenes Äons (dem Ende des damaligen Äons) nur 1 Auferstehungsereignis (eine Entleerung des Totenreichs, wenn alle Toten auferweckt werden) zu geben, wobei diese Auferstehung für die Gerechten eine Auferstehung zu ewigem Leben ist und für die Ungerechten eine Auferstehung zum Gericht und anschließender Verdammnis.


Dann bekommst Du Probleme, Offb 20,5 zu erklären. Warum werden die übrigen Toten nicht lebendig BIS die 1000 Jahre vollendet waren? Anscheinend gibt es noch Tote, die nach den 1000 Jahren lebendig werden können. Genau davon berichtet Offb 20,11-12
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon Helmuth » 19. Juni 2017, 17:39

Nachbarin hat geschrieben:Aber wenn das alles schon geschehen ist, stellt sich die Frage was in der Bibel dann an uns, jetzt, gerichtet ist?


Die Stimme Gottes sprach vor 3500 Jahren zum Volk Israel. Der Psalmist greift in geistlicher Perspektive das Sprechen Gottes auf und übeträgt es ins "Heute":
Ps 95, 7 hat geschrieben:Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, ...


Der Schreiber des Hebräerbrifes greift erneut die Worte auf und mahnt die Leute zu seiner Zeit:
Hebr 3, 7 hat geschrieben:Darum, wie der Heilige Geist spricht: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, ...


Die Ermahnung ist zeitlos, weil es die Stimme des Heiligen Geistes ist. Darum heißt es weiter:
Hebr 3, 13 hat geschrieben:Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es »Heute« heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!

Diese "Heute" ist für den heutigen Leser, genau der Moment, in dem er den jeweiligen Text liest. Dann spricht der Heilige Geist zum ihm im "Heute".

Durch den selben Geist werden wir in jeder Generation an die Worte Gottes bzw. heute Jesus erninnert. Immer wenn wir Gefahr laufen uns erneut in Sünde zu verstricken, mahnt uns diese innere Stimme, den Worten Jesu zu folgen. Darum ist es wichtig, kontinuerlich die Bibel zu lesen, um die Gebote Gottes und die Aufforderung zum Glauben zu kennen, zu verstehen und es so zu verinnerlichen, damit dieses Gesetz allmählich "ins Herz" geschrieben wird.

Das theologische Geplänkel um Zeiten und Zeitpunkte ist völlig nutzlos, wenn wir zunächst nicht Gottes Gesetz ins Herz geschrieben haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man dieser Stimme des Heiligen Geistes gehorcht und die Gebote hält, dann erhält man Schritt für Schritt auch Antworten auf viele andere Fragen und die Erkenntnis mehrt sich.

Erkenntnis ohne Gehorsam gegenüber Gott ist nutzlos. Man handelt dann wie der Kapitän der Titanic. Er kannte sich seemännisch sicher aus, er war "Experte", aber er gehorchte nicht den Sicherheitsrichtlinien und so übersah er einfach den Eisberg, der ihn zu Fall bringen sollte. Die warnende "Stimme" war aber laut und deutlich zu hören. Man wusste schon zu Beginn der Fahrt, dass die Route durch das Eismeer führen wird. Man hätte "hören" sollen und nicht verstockt bleiben.

Insofern ist es völlig egal in welcher Zeit wir leben. Es ist immer Endzeit was diese geistliche Perspektive betrifft.
Liebe Grüße
Helmuth
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Re: In welcher Zeit leben wir?

Beitragvon Nachbarin » 24. Juni 2017, 10:16

Allein wegen der Hoffnung dass die Welt so irgendwann aufhört, und es kein Leid mehr geben wird habe ich mich zu Gott gewendet.
Diese Theorie etzieht ja diese Hoffnung komplett. Denn es bleibt einem nur zu warten dass man stirbt. Aber angesichts dem, was so alles auf Erden abläuft, und irgendwie wird es immer schlimmer, ist das auch keine Freude mehr.
Ich glaube auch dass Gott kompetent genug ist, dass er dem Ganzen wirklich ein Ende setzt.
Nachbarin
 
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