3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Austausch zu allgemeinen Fragen zur Auslegung der Bibel

3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon frojo29 » 5. Juli 2017, 16:47

Hallo zusammen,
im 3.Buch Mose Kapitel 11 steht das Speisegebot. Dort steht das Schweine nicht gegessen werden dürfen.
Warum gilt das für Christen nicht?
Offensichtlich essen alle Christen Schweinefleisch.
Danke für die antworten.
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon Helmuth » 5. Juli 2017, 23:47

Die Frage wurde zumindest indirekt am Apostelkonzil zu Jerusalem geklärt. Das ist nachzulesen in der Apostelgeschichte Kap. 15.

Warum es nun für Juden (eigentlich Israliten) vorgeschrieben wurde lässt sich nicht klar beantworten. Keinen Grund sehe ich in ernährungstechnischen bzw. hygienischen Belangen. Das wurde schon x-mal so versucht in diese Richtung zu deuten, aber ich finde nichts wirklich schlüssig. Es muss m.E. eine geistliche Sache sein.

Vielleicht schmeckt es Gott einfach nicht. Das klingt zwar scherzhaft, aber ich habe es mir durchaus einmal ernsthaft wiewohl banal klingend so vorgestellt. Jeder hat spezielle Geschmäcker und verfügt für seinen Haushaltsbereich individuell etwas anderes.. Was dir nicht zusagt, das willst du auch nicht in deinem Kühlschrank vorfinden. Warum nicht Gott für sein Haus Israel ebenso? Er ordnete z.B. minutiös klare Haushaltsvorschriften für die Stiftshütte an.

Ich meine wir müssen erst in die Tiefe dieser Bedeutungen für die einzelen Dinge vordringen um den "Geschmack" Gottes deutlcher aus geistlicher Perpektive heruszufinden. Ich sag mal wiederholt "Geschmack", weil du z.B. spezifisch nach dem Essen Schweinefleisch fragst.

Einige Dinge hat mir der Heilige Geist dazu schon geoffenbart. Das mit den spezifischen Speisevorschriften für Juden aber nocht nicht, das muss ich zugeben.
Liebe Grüße
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon frojo29 » 6. Juli 2017, 07:51

Die Apostelgeschichte 15 richtet sich nur an Heiden die zum Christentum übertreten. Sie sollen nur kein Opferfleisch und Blut essen.

1. Es wird nirgends unreines Fleisch wie Schweinefleisch konkret genannt.

2. Das ganze wurde von Menschen beschlossen. Nicht von Gott. Im Zweifelsfall zählt immer das geschriebene Wort von Gott.
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon Helmuth » 6. Juli 2017, 08:03

frojo29 hat geschrieben:1. Es wird nirgends unreines Fleisch wie Schweinefleisch konkret genannt.

Korrekt. Somit steht es ihnen frei. Man kann, man muss nicht.

frojo29 hat geschrieben:2. Das ganze wurde von Menschen beschlossen. Nicht von Gott. Im Zweifelsfall zählt immer das geschriebene Wort von Gott.

Es wird bezeugt, dass diese Entscheidung auch dem Heiligen Geist gefallen hatte (Apg. 15:28). Was also nicht geboten wird, so ist es keine Sünde als Heide davon Gebrauch zu machen. Wie gesagt, man muss ja nicht.

Wonach suchst du? Schweinenfleischgenuss zu legitimieren oder für "unrein" zu erklären oder etwas anderes?
Liebe Grüße
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon frojo29 » 6. Juli 2017, 09:54

Apostel15 7 Als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen.

Das Verbot nur kein Götzenfleisch und Blut essen zu dürfen richtet sich nur an die Heiden die zum Christentum übertreten wollen. Wahrscheinlich um Ihnen den wechsel so leicht wie möglich zu gestalten.

An Christen richtet sich das Schreiben nicht. Nur an Heiden.

Ich will einfach nur wissen wo in der Bibel steht das das Speisegebot aufgehoben ist. Alle Begründungen das man alles Essen darf sind falsch interpretiert.
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon Helmuth » 6. Juli 2017, 12:32

frojo29 hat geschrieben:An Christen richtet sich das Schreiben nicht. Nur an Heiden.

Na jetzt wirst du etwas spitzfindig. Ja, es geht an Heiden, die sich zu Christus bekehst hatten. Besser? Messianische Juden richten sich daher heute noch daran. Bist du einer? Wenn ja, wäre es weiter für dich bindend. Für mich, der ich kein Jude (eig. Israelit) bin, ist es nicht bindend.
Liebe Grüße
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon Helmuth » 6. Juli 2017, 12:43

frojo29 hat geschrieben:An Christen richtet sich das Schreiben nicht. Nur an Heiden.

Na jetzt wirst du etwas spitzfindig. Ja, es geht an Heiden, die sich zu Christus bekehst hatten. Besser? Messianische Juden richten sich daher heute noch daran. Bist du einer? Wenn ja, wäre es weiter für dich bindend. Für mich, der ich kein Jude (eig. Israelit) bin, ist es nicht bindend.

Zu den Interpretationen:

Petrus erhielt eine Vision, das nicht für gemein zu halten, was Gott gereinigt hat. Er wurde aufgefordert unreine Dinge zu essen. Also er hätte es tun können, ohne dafür bestraft zu werden. meine ich.

Paulus verweist an mehreren Stellen, dass man uns dafür nicht zu richten hat. Es soll sich daher jeder selbst danach richten, das ist meine Interpretation. Es geht mich nichts an was du isst. Ich soll nur Rücksicht auf dich nehmen, falls du mit mir gemeinsam isst und Bedenken anmeldest. Dann kann ich auch Rindfleisch wählen. No problem for me. :mrgreen:

Es geht mich aber nichts an was du isst. Ich muss es nur für mich selbst herausfinden. Bin ich der Meinung, dass ich Schweinefleisch von Gott aus nicht essen darf und esse trotzdem, sündige ich, weil ich nicht aus Glauben handle.

Ich selbst sehe das Gebot für mich nicht gültig. Für mich ist der Beschluss aus Apg. klipp und klar. Im Prinzip daher keine Diskussion darüber. Ich meide daher nur Speisen, in denen ich weiß, dass Blut verarbeitet wird. Dort wo ich bislang nicht gewusst habe, bin ich aber nicht verantwortloch zu machen. Unlängst habe ich erfahren, dass Sulz mit einem Prozentsatz Blut hergestellt wird. Seitdem ich das weiß, steht Sulz nicht länger am Speiseplan.

Ich orientiere mich sehr wohl, wie Gott mir durch das Gewsissen etwas auferlegt um meine Heiligung nicht zu gefährden. Bei Scheinefleischprodukten denke ich zwar nach, darauf zu verzichten, aber nicht aus Glaubensgründen. Ich denke dass es einfach immer noch nur minderwertig hergestellt wird, nur darum. Weil sich der Qualitätsstandard aber deutlich bessert, so achte ich hier mehr auf die Gesundheit. Natürlich ist auch dies ein Aspekt aber nicht derselbe wie z.B. mit Blut, das mit dem seelischen Leben identifiert wird.

Wenn ich mich zeitweilg dennoch gewissen Genüssen enthalte, dann mache ich das im Rahmen des Fastens und um damit auch mein Gebestleben zu stärken.
Liebe Grüße
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon Trekki12 » 18. August 2017, 14:24

@Helmut ich stimme dir zu. Interpreation ist immer individuell, aber deine entspricht so etwa meiner ;)
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Re: 3.Buch Mose Kapitel 11 - Speisegebot

Beitragvon PeB » 7. März 2018, 11:44

frojo29 hat geschrieben:An Christen richtet sich das Schreiben nicht. Nur an Heiden.


An "Christen" im heutigen Sinne kann sich das Schreiben auch nicht gerichtet haben, denn es gab sie noch nicht. Es gab mehrheitlich Juden, die das Evangelium angenommen hatten und zunehmend Nicht-Juden, also "Heiden", die das taten. Erstgenannte sind durch ihren alttestamentlichen Bund mit Gott an die Speisegebote gebunden, Letztere nicht, weil der Neue Bund in Christus das nicht von ihnen verlangt. Es handelt sich um unterschiedliche Vertragstexte mit unterschiedlichen Vertragsbedingungen.
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