wer ist Gott?

Austausch zu Fragen bzgl. AT Schriftstellen

wer ist Gott?

Beitragvon Tja_na » 20. April 2014, 01:17

Immer wieder liest oder hört man von Menschen, die sagen, dass der Gott des alten Testaments nicht der Vater Christi ist. Dass da eine große Täuschung vorliegt und dass es eine von den eingebleuten Lehren ist, gegen die die meisten halt nicht ankommen. Sie führen auf, dass der Gott des alten Testaments so viele Tötungsanordnungen gegeben hat, wobei dann wieder in den Geboten steht: du wirst nicht töten. Oder dass da auch mal steht, dass er im Dunkeln wohnt. Und natürlich, dass er von gewissen Menschen das Herz verstockt, diese also keinen freien Willen mehr haben.
Irgendwie will ich das alles nicht glauben, der Gott des alten Testaments ist für mich der Vater im Himmel, der Schöpfer und Allmächtige. Aber ich finde auch noch keine "vernünftigen" Erklärungen, außer die eine, dass die Geschichten nicht in Deutsch aufgeschrieben wurden und dass m.M. nach vieles falsch verstanden wird.
Hat von euch jemand schon mal über diese Thematik nachgedacht bzw. nachgeforscht?
Tanja
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Shoshanyah » 20. April 2014, 09:10

Liebe Tanja

Gerade Gestern stiess ich auf eine Aussage (hier: http://www.joerg-sieger.de/einleit/allgem/02gesch/all14.htm#c )
die meine Ansichtsweise zur Bibel spez.AT, unterstreicht. Es passt sehr gut als Antwort auf deine Fragen deshalb kopiere ich diesen einen Abschnitt hierhin.


Die heutige Überlieferung in der Bibel hört sich vermutlich nur deshalb so blutig an, weil Eroberungserinnerungen natürlich immer besonders eindrücklich waren. Sie wurden selbstverständlich besonders lebhaft weitergegeben und wurden vornehmlich Gegenstand der Überlieferung. Daher darf man diesen Darstellungen auch nicht zu viel Gewicht verleihen. Die Bibel ist natürlich heiliges Buch Israels und Nationalliteratur zugleich.


Dort in diesem Kapitel geht es um die Landeinnahme Kanaans, und der Autor sagt auch es würde besser heissen Landgabe!
Ist wirklich lesenswert, unabhängig jetzt welche Person das geschrieben hat.

Liebe Grüsse Susanna
Shoshanyah
 
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon BC Editor » 21. April 2014, 17:56

Hallo Susanna
Shoshanyah hat geschrieben:Gerade Gestern stiess ich auf eine Aussage (hier: http://www.joerg-sieger.de/einleit/allgem/02gesch/all14.htm#c )
die meine Ansichtsweise zur Bibel spez.AT, unterstreicht. Es passt sehr gut als Antwort auf deine Fragen deshalb kopiere ich diesen einen Abschnitt hierhin.
Die heutige Überlieferung in der Bibel hört sich vermutlich nur deshalb so blutig an, weil Eroberungserinnerungen natürlich immer besonders eindrücklich waren. Sie wurden selbstverständlich besonders lebhaft weitergegeben und wurden vornehmlich Gegenstand der Überlieferung. Daher darf man diesen Darstellungen auch nicht zu viel Gewicht verleihen. Die Bibel ist natürlich heiliges Buch Israels und Nationalliteratur zugleich

ich habe kurz die Ausführungen in dem verlinkten Artikel gelesen ... ein Problem scheint mir die Sichtweise des Autors, dass es sich bei den relevanten Berichten im Buch Josua eigentlich nicht im "inspirierten Text" handelt, sondern um "Ortssagen" und "Überlieferung".

Ich denke, einige der von Tanja erwähnten Punkte beruhen auf der Art und Weise, wie Geschehnisse in der damaligen Sprache geschildert und aufgezeichnet wurden, um bestimmten Dingen entsprechende Betonung zu verleihen. Es wurde also nicht einfach nur "einfach berichtend" mit Ausdrücken im buchstäblichen Sinne das Geschehen geschildert, sondern mit bildhaften und drastischer Sprache dem Bericht besondere Betonung verliehen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Tja_na » 21. April 2014, 19:12

BC Editor hat geschrieben:Es wurde also nicht einfach nur "einfach berichtend" mit Ausdrücken im buchstäblichen Sinne das Geschehen geschildert, sondern mit bildhaften und drastischer Sprache dem Bericht besondere Betonung verliehen.

Das ist auch immer ein Argument, warum ich das alte Testament nicht einfach nur zur Seite lege. Aber natürlich lassen sich solche, die sich da schon ein wenig hineingesteigert haben, nicht damit "abspeisen". Trotzdem bleibt es für mich ein Thema, wo ich noch mehr lernen möchte.

Danke für eure Antworten.
Tja_na
 
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Mandy » 27. April 2014, 18:03

Hallo Tanja,

ich finde es toll, dass Du Dir so tiefsinnige Fragen stellst. In der heutigen Zeit ist das eher die Seltenheit. Ich lese schon viele Jahre in der Bibel und auch in mir sind dabei viele Fragen aufgestiegen, u. a. auch die von Dir gestellten. Ich würde mich freuen, wenn Dir meine Nachforschungen etwas weiterhelfen würden.

Ich bin wie Du der Auffassung, dass der Vater im Himmel auch der Schöpfer und allmächtig ist. Er ist ein Gott der Liebe und der Gerechtigkeit. In 5. Mose, Kapitel 32, Vers 4 heißt es über ihn: " Der FELS, vollkommen ist sein Tun, Denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er.

Gott ist nicht von blinden Gefühlen wie Habgier oder Egoismus getrieben. Er verurteilt ungezügelte Wut und Gewalt, wie man das in 1. Mose, Kapitel 49, Vers 7 nachlesen kann. Dort steht: "Verflucht sei ihr Zorn, denn er ist grausam, und ihr Zornausbruch, denn er handelt hart. Ich will sie aufteilen in Jakob und will sie zerstreuen in Israel."

Obwohl Gott ein Gott der Liebe ist, erfordern seine anderen Eigenschaften, wie Heiligkeit und Gerechtigkeit, dass er manchmal seine vernichtende Macht einsetzt.
Die Israeliten kämpften im Namen Gottes gegen die Kanaaniter. Kanaan war ein Land des Götzendienstes, des Blutvergießens und abartiger Sexualpraktiken. Die Bewohner opferten sogar Ihre Kinder. Dazu heißt es in Archaeology and the Old Testament, 1964, S. 161: " Bei Ausgrabungen in Palästina hat man auf Friedhöfen in der Umgebung heidnischer Altäre große Mengen von Asche und Überreste von Kinderskeletten gefunden, was zeigt, dass dieser abscheuliche Brauch weit verbreitet war ...Archäologen, die in den Trümmern kanaanitischer Städte graben, wundern sich darüber, dass Gott sie nicht schon früher vernichtete, als er es tat".
Gott vernichtete die Kanaaniter jedoch nicht wahllos. Kanaaniter, die sich änderten, wie Rahab und die Gibeoniter, wurden verschont( nachzulesen in Josua, Kapitel 6, Vers 25 und Kapitel 9, Verse 3 bis 27)

Gott hatte diese Land seinem Volk durch einen Eid versprochen. Konnte er als heiliger Gott sein Volk solcher Schlechtigkeit aussetzen? Hat Gott nicht das Recht zu entscheiden, wer auf seiner Erde lebt?
Ein Mieter darf in der angemieteten Wohnung ja auch nicht machen, was er will.

Stell Dir vor, Deine Familie würde von einem bösartigen Tier angegriffen. Dein Vater tötet die Bestie. Würdest Du Dich von dieser Tat abgestoßen fühlen, oder wäre das nicht ein Ausdruck seiner selbstlosen Liebe zu seiner Familie?
Auch z. Zt. der Sintflut war die Erde "mit Gewalttat erfüllt" (1. Mose, Kap. 6, Vers 11).
Bevor Gott in das Geschehen eingriff, ließ er die Menschen viele Jahrzehnte warnen und er sorgte auch für eine Möglichkeit, der bevorstehenden Katastrophe zu entrinnen. Menschen konnten Schutz in der von Noah errichtete Arche suchen. Noah und seine Familie beachteten Gottes Gebote und überlebten. Die anderen machten von Ihrer Wahlfreiheit Gebrauch. Kann man dann Gott die Schuld dafür geben, dass sie umkamen?
Gott hat kein Gefallen am Tod des Bösen, sondern dass sich die Bösen ändern, gemäß Hesekiel, Kapitel 18, Vers 23.
Gott sieht, wie unschuldige Menschen leiden. Deshalb kann er aufgrund seiner Liebe und Gerechtigkeit nicht auf Dauer tatenlos zusehen. In der Bibel erfahren wir, wie Gott das Leid beenden wird.
Die Bibel enthält auch nicht immer alle Einzelheiten, doch Gott übt seine vernichtende Macht niemals mutwillig , grausam oder zu Unrecht aus.

Du führst noch an, dass Gott manchmal das Herz eines Menschen verstockt werde lässt.
Vielleicht denkst Du an 2. Mose, Kapitel 4, Vers 21. Dort heißt es von Pharao: ..."Was mich betrifft, ich werde sein Herz verstockt werden lassen; und er wird das Volk nicht weg senden."

Im Nachgang zu Rotherhams Übersetzung heißt es," dass im Hebräischen die Möglichkeit oder Zulassung eines Geschehens oft als dessen Ursache dargestellt wird und sogar ausdrückliche Befehle mitunter als Zulassung auszufassen sind".

Diese Auffassung wird durch den Bericht bestätigt, der sagt, dass Pharao sein Herz verstockte, gemäß
2. Mose, Kapitel 8, Vers 15 und 32.

Durch das Lesen der Bibel lernt man Gott immer besser kennen und man fühlt sich auch immer mehr zu ihm hingezogen. Ich wünsche mir, dass es Dir auch so geht!

Viele Grüße
Mandy
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Mandy » 27. April 2014, 18:06

Tja_na hat geschrieben:Immer wieder liest oder hört man von Menschen, die sagen, dass der Gott des alten Testaments nicht der Vater Christi ist. Dass da eine große Täuschung vorliegt und dass es eine von den eingebleuten Lehren ist, gegen die die meisten halt nicht ankommen. Sie führen auf, dass der Gott des alten Testaments so viele Tötungsanordnungen gegeben hat, wobei dann wieder in den Geboten steht: du wirst nicht töten. Oder dass da auch mal steht, dass er im Dunkeln wohnt. Und natürlich, dass er von gewissen Menschen das Herz verstockt, diese also keinen freien Willen mehr haben.
Irgendwie will ich das alles nicht glauben, der Gott des alten Testaments ist für mich der Vater im Himmel, der Schöpfer und Allmächtige. Aber ich finde auch noch keine "vernünftigen" Erklärungen, außer die eine, dass die Geschichten nicht in Deutsch aufgeschrieben wurden und dass m.M. nach vieles falsch verstanden wird.
Hat von euch jemand schon mal über diese Thematik nachgedacht bzw. nachgeforscht?
Tanja


Hallo Tanja,

ich finde es toll, dass Du Dir so tiefsinnige Fragen stellst. In der heutigen Zeit ist das eher die Seltenheit. Ich lese schon viele Jahre in der Bibel und auch in mir sind dabei viele Fragen aufgestiegen, u. a. auch die von Dir gestellten. Ich würde mich freuen, wenn Dir meine Nachforschungen etwas weiterhelfen würden.

Ich bin wie Du der Auffassung, dass der Vater im Himmel auch der Schöpfer und allmächtig ist. Er ist ein Gott der Liebe und der Gerechtigkeit. In 5. Mose, Kapitel 32, Vers 4 heißt es über ihn: " Der FELS, vollkommen ist sein Tun, Denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er.

Gott ist nicht von blinden Gefühlen wie Habgier oder Egoismus getrieben. Er verurteilt ungezügelte Wut und Gewalt, wie man das in 1. Mose, Kapitel 49, Vers 7 nachlesen kann. Dort steht: "Verflucht sei ihr Zorn, denn er ist grausam, und ihr Zornausbruch, denn er handelt hart. Ich will sie aufteilen in Jakob und will sie zerstreuen in Israel."

Obwohl Gott ein Gott der Liebe ist, erfordern seine anderen Eigenschaften, wie Heiligkeit und Gerechtigkeit, dass er manchmal seine vernichtende Macht einsetzt.
Die Israeliten kämpften im Namen Gottes gegen die Kanaaniter. Kanaan war ein Land des Götzendienstes, des Blutvergießens und abartiger Sexualpraktiken. Die Bewohner opferten sogar Ihre Kinder. Dazu heißt es in Archaeology and the Old Testament, 1964, S. 161: " Bei Ausgrabungen in Palästina hat man auf Friedhöfen in der Umgebung heidnischer Altäre große Mengen von Asche und Überreste von Kinderskeletten gefunden, was zeigt, dass dieser abscheuliche Brauch weit verbreitet war ...Archäologen, die in den Trümmern kanaanitischer Städte graben, wundern sich darüber, dass Gott sie nicht schon früher vernichtete, als er es tat".
Gott vernichtete die Kanaaniter jedoch nicht wahllos. Kanaaniter, die sich änderten, wie Rahab und die Gibeoniter, wurden verschont( nachzulesen in Josua, Kapitel 6, Vers 25 und Kapitel 9, Verse 3 bis 27)

Gott hatte diese Land seinem Volk durch einen Eid versprochen. Konnte er als heiliger Gott sein Volk solcher Schlechtigkeit aussetzen? Hat Gott nicht das Recht zu entscheiden, wer auf seiner Erde lebt?
Ein Mieter darf in der angemieteten Wohnung ja auch nicht machen, was er will.

Stell Dir vor, Deine Familie würde von einem bösartigen Tier angegriffen. Dein Vater tötet die Bestie. Würdest Du Dich von dieser Tat abgestoßen fühlen, oder wäre das nicht ein Ausdruck seiner selbstlosen Liebe zu seiner Familie?
Auch z. Zt. der Sintflut war die Erde "mit Gewalttat erfüllt" (1. Mose, Kap. 6, Vers 11).
Bevor Gott in das Geschehen eingriff, ließ er die Menschen viele Jahrzehnte warnen und er sorgte auch für eine Möglichkeit, der bevorstehenden Katastrophe zu entrinnen. Menschen konnten Schutz in der von Noah errichtete Arche suchen. Noah und seine Familie beachteten Gottes Gebote und überlebten. Die anderen machten von Ihrer Wahlfreiheit Gebrauch. Kann man dann Gott die Schuld dafür geben, dass sie umkamen?
Gott hat kein Gefallen am Tod des Bösen, sondern dass sich die Bösen ändern, gemäß Hesekiel, Kapitel 18, Vers 23.
Gott sieht, wie unschuldige Menschen leiden. Deshalb kann er aufgrund seiner Liebe und Gerechtigkeit nicht auf Dauer tatenlos zusehen. In der Bibel erfahren wir, wie Gott das Leid beenden wird.
Die Bibel enthält auch nicht immer alle Einzelheiten, doch Gott übt seine vernichtende Macht niemals mutwillig , grausam oder zu Unrecht aus.

Du führst noch an, dass Gott manchmal das Herz eines Menschen verstockt werde lässt.
Vielleicht denkst Du an 2. Mose, Kapitel 4, Vers 21. Dort heißt es von Pharao: ..."Was mich betrifft, ich werde sein Herz verstockt werden lassen; und er wird das Volk nicht weg senden."

Im Nachgang zu Rotherhams Übersetzung heißt es," dass im Hebräischen die Möglichkeit oder Zulassung eines Geschehens oft als dessen Ursache dargestellt wird und sogar ausdrückliche Befehle mitunter als Zulassung auszufassen sind".

Diese Auffassung wird durch den Bericht bestätigt, der sagt, dass Pharao sein Herz verstockte, gemäß
2. Mose, Kapitel 8, Vers 15 und 32.

Durch das Lesen der Bibel lernt man Gott immer besser kennen und man fühlt sich auch immer mehr zu ihm hingezogen. Ich wünsche mir, dass es Dir auch so geht!

Viele Grüße
Mandy
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Tja_na » 29. April 2014, 18:17

Liebe Mandy,
herzlichen Dank für deine Ausführungen.
Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man eigentlich eine gewisse Grundkenntnis in Sachen Hebräisch bzw. Griechisch braucht, um die Ausdrucksweise in der Bibel besser zu verstehen. Und auch der Lebensgewohnheiten der Menschen damals und die kulturellen Hintergründe. Das ist natürlich sehr viel Wissen, wofür man auch viel Zeit braucht. Interessieren würde mich das dennoch alles. Glücklicherweise ist Gott nicht davon abhängig und er kann mir, und allen anderen natürlich auch, Einsicht schenken, ohne dass ich jahrelang studieren muss ;)
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Mandy » 6. Mai 2014, 12:40

Tja_na hat geschrieben:Liebe Mandy,
herzlichen Dank für deine Ausführungen.
Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man eigentlich eine gewisse Grundkenntnis in Sachen Hebräisch bzw. Griechisch braucht, um die Ausdrucksweise in der Bibel besser zu verstehen. Und auch der Lebensgewohnheiten der Menschen damals und die kulturellen Hintergründe. Das ist natürlich sehr viel Wissen, wofür man auch viel Zeit braucht. Interessieren würde mich das dennoch alles. Glücklicherweise ist Gott nicht davon abhängig und er kann mir, und allen anderen natürlich auch, Einsicht schenken, ohne dass ich jahrelang studieren muss ;)


Hallo Tanja,
ich habe mich über Deine Antwort gefreut. Du hast recht, eine Grundkenntnis der hebräischen und griechischen Sprache wäre natürlich von Vorteil. Die kulturellen Hintergründe sind auch sehr wichtig, aber der normale Durchschnittsbürger hat oft nicht die Zeit dazu. Durch das Internet kann man heute jedoch viele Einzelheiten erfahren, an die man früher nicht so leicht herankam.

Gott wollte, dass jeder, der nach ihm sucht und Antworten auf wichtige Fragen des Lebens haben möchte, sein Wort versteht. Er gibt jedem, der um seinen heiligen Geist bittet, auch Einsicht. Dazu bedient er sich auch anderer Menschen, die einem weiterhelfen können, denn Jesus gab ja seinen Jüngern das Gebot, die gute Botschaft von seinem Reich in aller Welt zu verkünden (Matthäus, Kapitel 24 Vers 14 und Kapitel 28, Vers 19 und 20).

Man muss nicht studiert haben, um sein Wort zu verstehen. Jesus sagte z. B. in Matthäus, Kapitel 11, Vers 25: " Ich preise dich öffentlich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du diese Dinge vor Weisen und Intellektuellen verborgen und sie Unmündigen geoffenbart hast." Oft steht gebildeten Menschen ihre eigene Weisheit im Wege und es fällt ihnen schwer, sich der göttlichen Weisheit unterzuordnen. Gott sucht demütige Menschen, die die göttliche Weisheit höher achten als ihre eigene und sich von ihm leiten lassen. Natürlich gibt es auch viele gebildete Menschen, die Gott dienen, aber das ist nicht ausschlaggebend für ein gutes Verhältnis zu Gott. Wenn Gott großen Wert auf weltliche Bildung gelegt hätte, wäre sein Sohn bestimmt in einer Pharisäer-Familie zur Welt gekommen und nicht bei einem Zimmermann. Maria und Joseph waren sehr gottesfürchtig und das zählt in erster Linie bei Gott.

Gott sieht, wenn man sich Mühe gibt, sein Wort zu verstehen. Wenn man täglich etwas in der Bibel liest und darüber nachdenkt, kommt man Gott näher. Vor allem die Evangelien beschreiben das Leben Jesu hier auf Erden. Wenn man liest, wie mitfühlend und barmherzig er mit den Menschen umging, fühlt man sich zu ihm hingezogen. Jesus sagte. " Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen" (Johannes Kapitel 14, Vers 9), also lernt man auch seinen himmlischen Vater durch das Bibellesen immer besser kennen und lieben und hält auch seine Gebote.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude beim Lesen in der Bibel und wenn Du noch eine Frage hast, schreib ruhig. Vielleicht kann ich Dir beim Suchen einer Antwort helfen. Ich hatte auch sehr viele Fragen und traute mich manchmal nicht, sie zu stellen. Dann sagte mir einmal ein Bibellehrer:" Wer fragt, ist 5 Minuten dumm, wer nicht fragt das ganze Leben." Das hat mir sehr geholfen, weiter Fragen zu stellen.
Viele Grüße
Mandy
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Tja_na » 7. Mai 2014, 18:39

Eine sehr interessante Ausführung zu dem Widerspruch "Du sollst nicht töten - ... und vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war..."
Ist Gott ein moralisches Monster?

An diesen Berichten ist schon mancher verzweifelt: Im Alten Testament ruft Gott Israel zum Mord an benachbarten Völkern auf. Wie kann man an einen solchen Gott glauben – und wie passt er zu Jesus, der zu Vergebung und Feindesliebe auffordert? http://www.mehrglauben.de/informieren/hintergruende-verstehen/ist-gott-ein-moralisches-monster/7-1001-64
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Re: wer ist Gott?

Beitragvon Shoshanyah » 8. Mai 2014, 08:07

Liebe Tanja

Vielen Dank für den interessanten Link den du hier anführst!
Den einen Abschnitt erinnert mich was Wolfgang auch schon, aber etwas anders formuliert hat...
Was der Text uns sagt

Leser der Bibel sollten nicht vergessen, dass sie Literatur ist. Entsprechend kann nur der die Absicht des Autors angemessen verstehen, wer die sprachlichen und stilistischen Eigenschaften des Textes erfasst hat. Hier ist vor allem auch der literarische Kontext wichtig, in dem der Text steht. Er macht deutlich, dass der Bannbefehl nicht aus rassistischen Gefühlen gegenüber anderen Nationen erfolgt, sondern es vielmehr um Israels Beziehung zu ihrem Gott geht. Gesagt wird das in 5. Mose 7,6: „Denn ein heiliges Volk bist du für den HERRN, deinen Gott; dich hat der HERR, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist.“ Die Hauptabsicht dieser Texte liegt darin, Israels besondere Beziehung zu Gott zu verdeutlichen.


Liebe Grüsse Susanna
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