Präteristische Auslegung von Daniel

Austausch zu Fragen bzgl. AT Schriftstellen

Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon AlTheKingBundy » 22. März 2018, 18:02

PeB hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:Naja Damaskus ist nicht Jerusalem. Den Text verstehe ich nicht, was er damit zu tun haben soll


Damaskus steht noch. Ich verstehe es so, dass Damaskus vollständig und endgültig zerstört sein muss, bevor das Ende kommt.


Diese Herangehensweise ist fern jeglicher biblischer Logik. Gründen wir eine neue Stadt Namens Babylon, dann muss diese auch erst wieder zerstört werden? So kann man das Spiel endlos fortführen, z.B. wurde Tyrus auch nicht völlig zerstört, da stehen wieder ein paar Hütten -> siehe GoogleEarth. Wer die Dinge aus dem biblischen Kontext reißt, wird so nie vorankommen. Dann hat sich Jesus abermals geirrt:

Luk 21,22 Denn dies sind Tage der Rache, dass alles erfüllt werde, was geschrieben steht.
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Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon PeB » 22. März 2018, 20:52

AlTheKingBundy hat geschrieben:Diese Herangehensweise ist fern jeglicher biblischer Logik. Gründen wir eine neue Stadt Namens Babylon, dann muss diese auch erst wieder zerstört werden? So kann man das Spiel endlos fortführen, z.B. wurde Tyrus auch nicht völlig zerstört, da stehen wieder ein paar Hütten -> siehe GoogleEarth. Wer die Dinge aus dem biblischen Kontext reißt, wird so nie vorankommen.


Damaskus ist nicht neu gegründet, sondern eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt.
Zudem sollte es nicht möglich sein dürfen, eine Stadt neu zu gründen, von der in der Schrift gesagt wird, dass sie endgültig zerstört sein würde.

AlTheKingBundy hat geschrieben:Dann hat sich Jesus abermals geirrt:
Luk 21,22 Denn dies sind Tage der Rache, dass alles erfüllt werde, was geschrieben steht.


Nein, nicht er, aber vielleicht du in deiner Auslegung dieser Stelle.

Wollen wir also Jesus ernst nehmen, wenn er sagt, dass alles erfüllt sein wird, wenn seine Prophezeiung eintritt?
Dann kann sich folglich diese Szene aber nicht auf die Zerstörung des Tempels im Jahr 70 beziehen, denn es steht auch geschrieben, dass Damaskus endgültig und für immer zerstört sein wird. Das ist nicht der Fall!
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Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon AlTheKingBundy » 23. März 2018, 06:14

PeB hat geschrieben:Damaskus ist nicht neu gegründet, sondern eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt.
Zudem sollte es nicht möglich sein dürfen, eine Stadt neu zu gründen, von der in der Schrift gesagt wird, dass sie endgültig zerstört sein würde.


Es dreht sich nicht um eine Neugründung sondern darum, was mit der Zerstörung genau gemeint war, welches Ereiegnis zu welcher Zeit. Mit einer endgültigen Zerstörung ist oftmals die Beseitigung eines bis dahin existierenden Herrschaftssystems gemeint.

PeB hat geschrieben:Damaskus ist nicht neu gegründet, sondern eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt.
Zudem sollte es nicht möglich sein dürfen, eine Stadt neu zu gründen, von der in der Schrift gesagt wird, dass sie endgültig zerstört sein würde.

AlTheKingBundy hat geschrieben:Dann hat sich Jesus abermals geirrt:
Luk 21,22 Denn dies sind Tage der Rache, dass alles erfüllt werde, was geschrieben steht.


Nein, nicht er, aber vielleicht du in deiner Auslegung dieser Stelle.

Wollen wir also Jesus ernst nehmen, wenn er sagt, dass alles erfüllt sein wird, wenn seine Prophezeiung eintritt?
Dann kann sich folglich diese Szene aber nicht auf die Zerstörung des Tempels im Jahr 70 beziehen, denn es steht auch geschrieben, dass Damaskus endgültig und für immer zerstört sein wird. Das ist nicht der Fall!


Worauf sollen sich Jesu Worte denn sonst beziehen? Wurde der Tempel nicht zerstört oder meinst Du der letzte Rest Klagemauer muss auch noch weg? Naja, siehe oben, so wirst Du nicht vorankommen. "Alles was geschrieben steht" muss die Schrift sein, die Jesus kannte, also das AT übrigens auch Daniel, den er in diesem Zusammenhang zitiert.
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Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon PeB » 23. März 2018, 07:36

AlTheKingBundy hat geschrieben:Es dreht sich nicht um eine Neugründung sondern darum, was mit der Zerstörung genau gemeint war, welches Ereiegnis zu welcher Zeit. Mit einer endgültigen Zerstörung ist oftmals die Beseitigung eines bis dahin existierenden Herrschaftssystems gemeint.


Also wieder nur eine profane Redewendung...

AlTheKingBundy hat geschrieben:Worauf sollen sich Jesu Worte denn sonst beziehen? Wurde der Tempel nicht zerstört oder meinst Du der letzte Rest Klagemauer muss auch noch weg?


Guter Hinweis.

Ernsthaft: wenn Jesus sagt, dass alles aus der Schrift sich erfüllt hat, wenn der Tempel zerstört ist, dann ist nicht einzusehen, warum die Erfüllung der Prophetie über die vollständige und endgültige Zerstörung Damaskus' nicht eingetreten ist.

Mehrere Lösungsmöglichkeiten:
- Dieser Tempel ist noch nicht vollständig zerstört (Klagemauer) - unwahrscheinlich.
- Jesus bezog sich nicht auf die zweite Zerstörung des Tempels, sondern auf eine dritte?
- Die prophezeite Zerstörung von Damaskus ist nur ein Gleichnis auf etwas anderes. Dafür finde ich aber keinen Hinweis.

Ansonsten würden wir unterstellen, dass Jesus mit "alles" nicht meinte, was er sagte.
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Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon AlTheKingBundy » 23. März 2018, 11:37

Die Zerstörung von Damaskus sehe ich auch nicht als Gleichnis. Die Frage ist nur, ob die Sichtweise richtig ist, dass Du eine nicht Erfüllung der Prophezeiung daran fest machst, dass es heute auf der Landkarte noch eine Stadt Namens Damaskus gibt. Ich denke, hier kommen wir nicht weiter.
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Re: Präteristische Auslegung von Daniel

Beitragvon PeB » 23. März 2018, 12:48

AlTheKingBundy hat geschrieben:Die Zerstörung von Damaskus sehe ich auch nicht als Gleichnis. Die Frage ist nur, ob die Sichtweise richtig ist, dass Du eine nicht Erfüllung der Prophezeiung daran fest machst, dass es heute auf der Landkarte noch eine Stadt Namens Damaskus gibt. Ich denke, hier kommen wir nicht weiter.


Wie kann die Prophezeiung denn anders verstanden werden als so, dass Damaskus vollständig zerstört und für immer verlassen sein wird?

Jesaja 17, 1-2 hat geschrieben:Dies ist die Last für Damaskus: Siehe, Damaskus wird keine Stadt mehr sein, sondern ein zerfallener Steinhaufen; seine Städte werden verlassen sein für immer, dass Herden dort weiden, die niemand verscheucht.


Aber schließen wir den Disput einfach hier ab, wenn wir keine Einigung erzielen können. :)
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