Offenbarung - Präterismus - Fragen

Austausch zu Fragen bzgl. NT Schriftstellen

Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon Helmuth » 24. Dezember 2017, 07:20

Salomo hat geschrieben:Die Propheten nahmen bewusst oder unbewusst an Handlungen teil, die als prophetisches Vorbild inszeniert wurden oder gewisse Geschehnisse wurden vielleicht auch nur unter Inspiration gezielt ausgewählt und aufgeschrieben, weil sie als prophetisches Vorbild passend waren.

Dem kann ich durchaus etwas abgewinnen. Nur, warum wird bei einem so zentrlen Aspekt wie Jesus dann der Name Immanuel gegeben? Und bei einer eher zweitrangiegen Weissagung wie Kyros wurde der Name exakt vorhergesagt?
Liebe Grüße
Helmuth
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Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon Salomo » 24. Dezember 2017, 11:48

Hallo Helmut,

der Name Jesus (Jehoschua, kurz Joschua->Josua oder Jeschua->Jesus) wurde bereits mehrfach prophetisch dargestellt (4. Mose 13:16; Sacharja 3:1;3:5;3:8,9). In Hebräer 4:8 steht im Urtext "Jesus"; Jeschu-bar-Nun in der Peschitta.

Der Name Immanuel ist selbst prophetisch und zeigt, dass Gott durch Jesus mit uns ist. Wenn es die erste Erfüllung nicht gegeben hätte, dann hätte der Name wohl stimmen müssen, aber so ist der Name nur ein prophetischer Hinweis (Johannes 3:2; 14:10; Apg 2:22). Jesus hat noch mehr solcher beschreibender Namen: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, Spross, Treu-und-Wahrhaftig, Wort-Gottes, König-der-Könige (Jesaja 9:6; Sacharja 3:8; Off 19:11;19:13,19:16).
Die Gnade sei mit euch!
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Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon Helmuth » 24. Dezember 2017, 12:34

Salomo hat geschrieben:Der Name Immanuel ist selbst prophetisch und zeigt, dass Gott durch Jesus mit uns ist. Wenn es die erste Erfüllung nicht gegeben hätte, dann hätte der Name wohl stimmen müssen, aber so ist der Name nur ein prophetischer Hinweis

Weißt du, warum's bei mir nicht hinhaut? Weil diese Verse wie so allgemein üblich aus dem Kontext gerissen werden. Konkret weissagte Jesaja dem Ahas wegen seines Unglaubens. Nicht einmal ein Zeichen wollte er erbitten. Das ärgerte Gott. Nun lesen wir weiter:
Jesaja,7,9-11 hat geschrieben:Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben. Dickmilch und Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land, vor dessen beiden Königen dir graut, verlassen sein.

Da geht es nicht um Jesus. Oder wird von Jesus bezeugt, dass er zuerst böse war, ehe er gut wurde? Hier ist eine unmittelbare historische Weissagung ergangen, deren Erfüllung auch konkret mit 65 Jahren angegeben wurde. Sehr präzise, aber es wird keine Ewigkeitsperspektive gegeben.

Darum bin ich vorsichtig, wann Worte zu vergeistlichen sind und wann sie natürlch zu interpretieren ist. So ist auch ist die Jungfrau kein prophetischer Wink auf Maria. Eine Jungfrau kann völlig normal empfangen, es gibt keinen Hinweis auf einer übernatürliche Einwirkung Gottes auf die Schwangerschaft. Also ist Immanuel nicht Jesus.

Sehr ähnlicher Art ist auch die Weissagung zu folgender Begebenheit im Jes. 8. Erst mit Jes. 9 erfolgt eine Wende in der prophetischen Richtung.
Liebe Grüße
Helmuth
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Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon BC Editor » 24. Dezember 2017, 13:35

Helmuth hat geschrieben: Weißt du, warum's bei mir nicht hinhaut? Weil diese Verse wie so allgemein üblich aus dem Kontext gerissen werden. Konkret weissagte Jesaja dem Ahas wegen seines Unglaubens. Nicht einmal ein Zeichen wollte er erbitten. Das ärgerte Gott. Nun lesen wir weiter:
Jesaja,7,9-11
Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben. Dickmilch und Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land, vor dessen beiden Königen dir graut, verlassen sein.

Da geht es nicht um Jesus. Oder wird von Jesus bezeugt, dass er zuerst böse war, ehe er gut wurde? Hier ist eine unmittelbare historische Weissagung ergangen, deren Erfüllung auch konkret mit 65 Jahren angegeben wurde. Sehr präzise, aber es wird keine Ewigkeitsperspektive gegeben.

Woher ergibt sich die Zeitspanne von 65 Jahren, die man wohl eher errechnen muss als dass sie konkret angegeben wird? Und wo ist die Rede von "zuerst böse war, ehe er gut wurde" ? Ich lese lediglich - und das zur Betonung zweimal ausgedrückt - dass die Befreiung eintreten würde, bevor der Knabe ein Alter erreicht haben würde, um in der Lage zu sein, Gutes und Böses zu unterscheiden und das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen.
Helmuth hat geschrieben: Darum bin ich vorsichtig, wann Worte zu vergeistlichen sind und wann sie natürlch zu interpretieren ist. So ist auch ist die Jungfrau kein prophetischer Wink auf Maria. Eine Jungfrau kann völlig normal empfangen, es gibt keinen Hinweis auf einer übernatürliche Einwirkung Gottes auf die Schwangerschaft. Also ist Immanuel nicht Jesus.

Ich bin da vorsichtig und denke, dass gar keine Worte "zu vergeistlichen" sind ... sie sind zu lesen, in ihrem Kontext/Zusammenhang zu verstehen, wobei zu beachten ist -- wie im Hinblick auf jede sprachliche Kommunikation -- ob eine Aussage im buchstäblichen Sinne gemeint ist, oder ob in der Aussage Redefiguren verwendet werden, mit denen z.B. ein wichtiger Punkt besondere Betonung erhält. "Vergeistlichen" erscheint mir ein "in eine Aussage hinein interpretieren, was nicht in der Aussage gesagt wird".
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon Salomo » 24. Dezember 2017, 15:45

BC Editor hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben: Weißt du, warum's bei mir nicht hinhaut? Weil diese Verse wie so allgemein üblich aus dem Kontext gerissen werden. Konkret weissagte Jesaja dem Ahas wegen seines Unglaubens. Nicht einmal ein Zeichen wollte er erbitten.

Ich bin da vorsichtig und denke, dass gar keine Worte "zu vergeistlichen" sind ... sie sind zu lesen, in ihrem Kontext/Zusammenhang zu verstehen, wobei zu beachten ist -- wie im Hinblick auf jede sprachliche Kommunikation -- ob eine Aussage im buchstäblichen Sinne gemeint ist, oder ob in der Aussage Redefiguren verwendet werden, mit denen z.B. ein wichtiger Punkt besondere Betonung erhält. "Vergeistlichen" erscheint mir ein "in eine Aussage hinein interpretieren, was nicht in der Aussage gesagt wird".


Hallo Helmuth,

dein Problem ist, dass du dem Apostel Matthäus nicht zutraust, dass er entscheiden konnte, was ein prophetisches Wort ist und was nicht, obwohl er wie die anderen Apostel zu Pfingsten von Gott mit heiligem Geist erfüllt wurde.
Wenn dir etwas nicht einleuchtet neigst du wohl dazu die Wirkung des heiligen Geistes anzuzweifeln.

2.Timotheus 3:16 Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen.
Off 19:10 Denn die prophetische Botschaft, die der Geist Gottes eingibt, ist die Botschaft von Jesus


Dabei passt der Unglaube des Königs doch gut zu den Herrschern und anderen Zeitgenossen Jesu. Die haben das Zeichen Gottes (Lukas 2:12) abgelehnt und der König hat sogar versucht das Jesuskind zu töten, starb aber nicht allzulange danach. Also nicht nur, dass eine Jungfrau schwanger wurde, sondern auch die Umstände unter denen das geschaht passen.
Die Gnade sei mit euch!
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Re: Offenbarung - Präterismus - Fragen

Beitragvon Helmuth » 24. Dezember 2017, 20:30

Salomo hat geschrieben:dein Problem ist, dass du dem Apostel Matthäus nicht zutraust, dass er entscheiden konnte, was ein prophetisches Wort ist und was nicht, obwohl er wie die anderen Apostel zu Pfingsten von Gott mit heiligem Geist erfüllt wurde.
Wenn dir etwas nicht einleuchtet neigst du wohl dazu die Wirkung des heiligen Geistes anzuzweifeln.

Nein, siehe dazu anderer Thread. Es geht nicht darum dem Metthäus etwas anzuzweifeln,. sondern denen welche die Texte zusammngestellt haben. Da ist Mt. 1 und 2 einfach ein Sonderstellung.
Liebe Grüße
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