Obrigkeit Römer 13

Austausch zu Fragen bzgl. NT Schriftstellen

Obrigkeit Römer 13

Beitragvon Salomo » 22. Juni 2017, 20:10

Hallo,

ich habe den Artikel "Obrigkeit = staatliche Gewalt?" von Wolfgang Schneider hier im BibelCenter gelesen, wo er der Ansicht ist, die Obrigkeit beziehe sich auf die Gemeindeführung.

Auch wenn Herr Schneider sonst sehr viel Gutes uns Wahres schreibt, hat der Apostel Paulus hier meiner Meinung nach doch die weltliche Obrigkeit im Sinn gehabt. Es gibt ja auch andere Bibelstellen, die auf eine Unterordnung unter die weltliche Autorität hinweisen:

Titus 2,9-10 Die Sklaven ermahne, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen,
10 nichts veruntreuen, sondern sich stets als gut und treu erweisen
Titus 3,1 Erinnere sie daran, dass sie sich den Obrigkeiten, die die Macht haben, unterordnen, dass sie gehorsam seien und zu allem guten Werk bereit,
1. Petrus 2,17-18 Ehrt jedermann, habt die Brüder und Schwestern lieb, fürchtet Gott, ehrt den König! 18 Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.
1. Timotheus 2,1-2So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen,
2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Die Erwähnung der Steuern und Zoll in Römer 13 als einen Einschub zu erklären, der sich nicht auf die zuvor als Obrigkeit bezieht, finde ich nicht überzeugend und auf das Schwert, das die Obrigkeit trägt, wurde gar nicht eingegangen.

Im Kontext geht es davor nicht nur um die Gemeinde, sondern um Gegner.

Römer 12,17-21 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann.
18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Dass passt dazu, dass jetzt auf Regierungen übergegangen wird. Manche Regierungen sind auch Gegner, denen dann aber auch Gutes getan wird, indem ihnen dennoch gehorcht wird. Natürlich kann ein Dilemma entstehen, wenn die Obrigkeit etwas verlangt, was gegen Gottes Gebote verstößt. Genauso kann ein Sklave, der nach dem Bibel seinem Herrn gehorchen soll, in ein Dilemma kommen, wenn von ihm etwas verlangt wird, was gegen Gottes Gebote verstößt. Wenn zwei Gebote nicht gleichzeitig erfüllt werden können, dass muss man abwägen, welches das größere Gebot ist. Auch der Prophet Daniel, der dem König gegenüber treu und gehorsam war, musste einmal einem Gesetz zuwiderhandeln und dabei sogar seinen Tod riskieren (Dan Kap. 6).

Und wenn die Apostel sagen: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.", dann steckt da auch schon drin, dass man Menschen gehorchen muss, aber halt nur bis zur einer gewissen Grenze.

Wenn man davon ausgeht, dass der Apostel Paulus die weltlichen Obrigkeiten meinte, dann kann man aber das Prinzip dennoch auch auf die Gemeindeleitung übertragen. Wenn wir schon weltlichen Regierungen untertan sein sollten, dann doch umso mehr der Obrigkeit der Gemeinde, die doch noch direkter von Gott bestimmt ist und eine bessere Dienerin Gottes ist und uns noch mehr zum Nutzen ist, als die weltliche Obrigkeit.

Hebräer 13,17 Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
1. Timotheus 5,17 Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre.

Und so stekt in dem Artikel von Wolgang Schneider meiner Meinung doch eine Teilwahrheit.
Die Gnade sei mit euch!
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Re: Obrigkeit Römer 13

Beitragvon BC Editor » 23. Juni 2017, 06:41

Nach meinem Dafürhalten sollte man zwischen verschiedenen "Obrigkeiten" unterscheiden, anstatt diesen Begriff quasi grundsätzlich auf weltliche Obrigkeit zu beziehen, da sich dann widersprüchliche Aussagen in den biblischen Schriften ergeben.

Die verschiedenen in dem obigen Beitrag von Salomo erwähnten Schriftstellen zu "Obrigkeit" beziehen sich in ihrem Kontext offensichtlich auf eine weltliche Obrigkeit und erwähnen, dass die Nachfolger Christi sich diesen ebenfalls unterordnen sollen, wobei immer das impliziert ist, worauf dann auch hingewiesen wird: Das Gebot "Gott mehr gehorchen als den Menschen".

Römer 13 spezifiziert aber, von welcher "Obrigkeit" in dem Kontext die Rede ist, dadurch, dass Paulus dort erwähnt, dass diese gesamte Obrigkeit ("eine jede Obrigkeit") von Gott eingesetzt ist. Es ist aber nicht alle weltliche Obrigkeit von Gott berufen und von Gott eingesetzt ... auch wenn Kaiser und Könige und andere Herrscher solches immer gerne von sich behaupteten und solches von ihren Untertanen dann sogar geglaubt und sie als "Gott" bzw "Gottes Stellvertreter" verehrt wurden, obgleich sie doch absolut nichts mit dem wahren Gott zu tun hatten. Andererseits ist in der biblischen Gemeinde (und ich rede hier nicht von Konfessionsgemeinschaften, Amtskirchen oder sonstigen eigentlich weltlichen Organisationen !) in der Tat alle Obrigkeit von Gott eingesetzt. Zudem geht der Abschnitt in Römer 13 offensichtlich davon aus, dass die hier erwähnte Obrigkeit gemäß Gottes Willen agiert und nicht gegen Gottes Willen, wie es bei weltlicher Obrigkeit oftmals der Fall ist.

Römer 13 lehnt ein Widersetzen gegen die von Gott eingesetzte Obrigkeit ab, weil man sich damit ja Gottes Wille und Ordnung widersetzt. Wenn aber umgekehrt gilt, man solle im Falle von Anordnungen und Befehlen der Obrigkeit, die nicht Gottes Willen entsprechen, sich widersetzen und doch Gott mehr gehorchen als Menschen, ergibt sich ein offensichtlicher Widerspruch ... Der Christ, der "Gott mehr gehorcht als den Menschen" und sich einer ungöttlichen Anordnung einer weltlichen Obrigkeit widersetzt, würde sich gleichzeitig gegen Gott auflehnen, der ja eben diese Obrigkeit eingesetzt hätte. Mit anderen Worten, entweder würde "Gott mehr als Menschen gehorchen" nicht gelten, oder aber es handelt sich in solchem Fall nicht um eine "Obrigkeit, die von Gott eingesetzt wurde".

Daher ergibt sich für mich doch eindeutig das, was ich in dem von mir verfassten kleinen Artikel zu "Obrigkeit = staatliche Gewalt?" dargelegt habe.

Römer 13 auf staatliche Gewalt und weltliche Obrigkeit zu beziehen, produziert nach meinem Dafürhalten erwähnte Widersprüche und führt dazu, dass man staatliche Gewalt/Obrigkeit/Kaiser/Könige, etc zu einer von Gott eingesetzten Autorität erhebt, bzgl. der dann eigentlich auch nicht mehr gilt, dass man "Gott mehr als den Menschen gehorchen muss."
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Obrigkeit Römer 13

Beitragvon Helmuth » 23. Juni 2017, 07:06

BC Editor hat geschrieben:Römer 13 auf staatliche Gewalt und weltliche Obrigkeit zu beziehen, produziert nach meinem Dafürhalten erwähnte Widersprüche und führt dazu, dass man staatliche Gewalt/Obrigkeit/Kaiser/Könige, etc zu einer von Gott eingesetzten Autorität erhebt, bzgl. der dann eigentlich auch nicht mehr gilt, dass man "Gott mehr als den Menschen gehorchen muss."

Doch es ist so. Es geht nicht um die konkrete Person, die erwählt wird, sondern dass Obrigkeit ein Ordnungsprinzip ist. Und wenn schlecht regiert wird, sind die Ergebnisse entsprechend. Dann kommen die Bestimmungen von Segen und Fluch zur Anwendung. Mit anderen Worten: Gott regelt alles von oben her. Er beendet jede Herrschaft, wenn die Zeit abgelaufen ist.

Israel hatte nach David und Salomo nur sehr wenige Könige, die Gott wirklich dienten. An ihnen statuierte Gott auch bezeugt durch das Wort sein Exempel, welche Konsequenzen es nach sich zieht, sein Gesetz zu missachten, bis hin zur totalen Deportation.

Man kann nicht sagen die gottlosen Könige hätte Gott nicht eingesetzt. Sie waren sehr wohl eingesetzt, aber sie gehorchten ihm nicht.

Das kann 1:1 auf auf alle Obrigkeit der Heiden übertragen werden. Genau in diesem Sinn mahnt Paulus sich "aller" Obrigkeit zu unterordenen, weil es nun einmal kein anderes Regierungsprinzip bei Gott gibt. Demokratie ist von Menschen und funktioniert nicht.

Dass man Gott mehr gehochen muss als Menschen ist in dem Zusammenhang etwas anderes. Ich werde mich einer Obrigkeit soweit unterwerfen als es mit meinem Gewissen vereinbar ist. Wo ein offener Konflikt zwischen Gott und dem eingesetzten Regenten entsteht erlebt man auch die sagenhaftesten Wunder. Biblisch sauber belegt. Das sollte unsere Zuversicht sein.

Wenn du dich darauf berufst, Gott mehr als gottlosen Anweisungen zu gehorchen, schreitet Gott auch ein. Allerdings musst du hier sehr gut mit Gott im Bund sein, denn er agiert ohne Ansehen der Person. Bist du bloß widerspenstig oder aufrührerisch, ergeht das Urteil über dich ebenso. So würde also auch ein ungerechter Richter über dich Recht sprechen, und der ungerechte Richter wäre nichts anderes als Gottes Zuchtrute über dich. Best belegtes Beispiel: König Nebukadnezar.

Nur: Hast du auch diesen Glauben wenn es darauf ankäme? Man muss hier sein Leben tatsächlich hassen, wenn es hart auf hart zur Sache geht. Drei Männer marschierten lieber in den Feuerofen. Petrus berief sich darauf, und Paulus war in mehrjähriger Gefangenschaft.

Ja, das ist Nachfolge. Hier ist das standhafte Ausharren gefragt.
Liebe Grüße
Helmuth
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Daniel 4:23

Beitragvon Salomo » 23. Juni 2017, 12:53

Das mit dem von Gott eingesetzt hat mich auch erst etwas irritiert. Manchmal wird in der Bibel auch gesagt, dass Gott etwas gemacht hat, was er in Wirklichkeit nur zugelassen oder gewährt hat.

Johannes 19:11 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre. Darum hat, der mich dir überantwortet hat, größere Sünde

Es geht wie Helmut schon sagt, nicht unbedingt um den konkreten Herrscher, sondern um ein Ordnungsprinzip, das Gott aufgestellt hat und dass unabhängig davon gilt, wie sich die Autorität verhält. Diese Prinzip gilt für Kinder gegenüber ihren Eltern, Frauen gegenüber ihren Männern, Sklaven gegenüber ihren Besitzern, Untertanen gegenüber der Regierung, Gemeindemitgliedern gegenüber den Ältesten. Immer gilt das Prinzip der Unterordnung so weit es das Gewissen erlaubt. Und deshalb kann man das Prinzip, dass hinter Römer 13:1 steckt auf auf die Gemeinde und ihre interne Obrigkeit übertragen.

Anderereseits hat Gott auch direkt in die Ordnung der Nationen eingegriffen, z.B. in Babylon, wo er die Sprache verwirrte.

Apostelgeschichte 17:26 Und er hat aus einem9 jede Nation der Menschen10 gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat,
5.Mose 32:8 Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels

Später hat er Nebukadnezar gezeigt wer in Wirklichkeit herrscht.

Daniel 4:20 Dass aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel herabfahren, der sagte: »Haut den Baum um und zerstört ihn, doch den Stock mit seinen Wurzeln lasst in der Erde bleiben; er soll in eisernen und ehernen Ketten auf dem Felde im Grase liegen, und vom Tau des Himmels soll er nass werden und mit den Tieren des Feldes zusammenleben, bis über ihn sieben Zeiten hingegangen sind«;
Daniel 4:22 sieben Zeiten werden über dich hingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
Daniel 4:34 Darum lobe, ehre und preise ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz einherschreitet, den kann er demütigen.

Gott kann auch jeden anderen König gemäß seinem Willen und Vorsatz beeinflussen.

Sprüche 21:1 Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.

Er tut Konige einsetzen und absetzten.

Daniel 2:19-21 Und Daniel lobte den Gott des Himmels, 20 fing an und sprach: Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke! 21 Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein

Apostelgeschichte 12:22, 23 Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht die eines Menschen!
23 Alsbald schlug ihn der Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab. Und von Würmern zerfressen, gab er den Geist auf.

Wenn Gott wie bei Nebukadnezar Prophezeiungen über Könige und Nationen macht, dann bestimmt er diese dadurch und sorgt dann durch Engel dafür, dass es auch so kommt, wie er vorausgesagt hat (2.Kö 19:35). Und da er im Buch Daniel und in der Offenbarung die ganze Weltgeschichte prophezeit hat, hat er auch ihren Verlauf und ihre Ordnung so festgelegt. Er machte ganz detailierte Angaben über die Könige von Persien und Griechenland und der Engel hatte alle Mühe die Dämonenfürsten zu bekämpfen, die wohl andere Pläne für ihr Land hatten.

Daniel 10:20-21 Und er sprach: Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Und jetzt muss ich wieder hin und mit dem Engelfürsten von Persien kämpfen; und wenn ich das hinter mich gebracht habe, siehe, dann wird der Engelfürst von Griechenland kommen.
21 Doch zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der Wahrheit. Und es ist keiner, der mir hilft gegen jene, außer eurem Engelfürsten Michael.

Da gab und gibt es im Hintergrund gewaltige Kämpfe.

Offenbarung 12:7-8 Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, 8 und er siegte nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel.

Von daher hat Gott tatsächlich die Obrigkeiten angeordnet und sie erfüllen einen gewissen Zweck. Und solange Gott die Obrigkeiten bestehen lässt, solange folgen wir dem Prinzip der (relativen) Unterordnung und werden nicht versuchen die staatliche Ordnung umzustürzen (Sprüche 24:21).



Die weltlichen Obrigkeiten sind auch Gottes Diener, indem sie normalerweise Verbrechen bestrafen, die auch Gott nicht gut heißt und auch für eine gewisse Dinge sorgt (Grundrechte, Ordnung und Sicherheit, Infrastruktur), welche den Vorsatz Gottes dienlich sind. So sorgten die römischen Straßen und Gesetze dafür, dass sich das Evangelium relativ leicht im ganzen römischen Reich verbreiten konnte.

Außerdem können Obrigkeiten auch direkt von Gott gebraucht werden, um seine Vorsätze zu verwirklichen.

Jeremia 25:9 siehe, so will ich ausschicken und kommen lassen alle Völker des Nordens, spricht der HERR, auch meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, und will sie bringen über dies Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum und will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Entsetzen und zum Spott und zur ewigen Wüste machen
Jesaja 45:1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben
Offenbarung 17:16-17 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. 17 Denn Gott hat's ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem Sinn zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes.

Die Aussagen, dass die weltliche Obrigkeit von Gott geordnet ist und Gott dient ist also im Prinzip richtig.
Zuletzt geändert von Salomo am 25. Juni 2017, 18:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Daniel 4:23

Beitragvon Helmuth » 23. Juni 2017, 13:46

Salomo hat geschrieben:Später hat er Nebukadnezar gezeigt wer in Wirklichkeit herrscht.

Amen. Damit hast du es nicht nur auf den Punkt gebracht, sondern m.E. auch erfasst, was Paulus vermitteln wollte. Danke auch für den klaren Hinweis Joh.19.11. Noch klarer und direkt aus dem Munde Jesu geht es nicht mehr.
Liebe Grüße
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Re: Obrigkeit Römer 13

Beitragvon Salomo » 23. Juni 2017, 14:48

Wolfgang hat da aber noch das Problem, dass ein von Gott einsetzter Herrscher so aufgefasst werden könnte, als ob seine Befehle so sind, als ob sie von Gott selbst kommen (Stellvertreter Gottes auf Erden), wodurch es dann zu einem Dilemma kommt. Der Herrscher hat aber immer auch einen freien Willen und orientiert sich nur mehr oder weniger an Gottes Willen. Auch muss er ja nicht persönlich wie Nebukadnezar und Kyrus direkt von Gott gebraucht werden, sondern kann auch einfach nur eine "Planstelle" ausfüllen. Und selbst wenn er wie Saul tatsächlich von Gott persönlich ausgewählt wurde, heißt dass nicht, dass er weiterhin oder in allem Gottes Vorstellungen entspricht. Es ist also immer zu prüfen in wie weit die Gebote der Obrigkeit tatsächlich mit Gottes Geboten vereinbar sind. Das trifft auch auf die interne Obrigkeit der Gemeinde zu. Blinder Gehorsam ist nicht gut. Jemand zu gehorchen, bedeuet auch nicht ihm alles zu glauben oder alles für sinnvoll oder die beste Lösung zu halten.

Und in einer von Gott vorgesehen Funktion zu dienen, ist kein Freibrief für Willkürherrschaft und Despotismus, sondern sollte immer als ein Amt des Dienens für die Menschen und das Gemeinwohl gesehen werden und im Einklang mit Gottes Geboten durchgeführt werden. Es entsteht also kein Dilemma (Zwickmühle, unlösbares Problem), weil die direkten Gebote Gottes aus der Bibel im Konfliktfall höher stehen und es so eindeutig ist, welche Gebote zu befolgen sind. Allerdings kann man schon viel Zivilcourage brauchen, um zivilen Ungehorsam zu wagen, wenn eine Obrigkeit ihr Amt missbraucht und Gottes Diener zu gottlosem Verhalten zwingen will. Daniel und seine drei Gefährten haben solche Herausforderungen mit Bravour gemeistert.

Lukas 12:4-5 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können.
5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der, nachdem er getötet hat, Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, den sollt ihr fürchten.
Zuletzt geändert von Salomo am 25. Juni 2017, 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Obrigket Römer 13

Beitragvon BC Editor » 23. Juni 2017, 17:38

Salomo hat geschrieben:Wolfgang hat da aber noch das Problem, dass ein von Gott einsetzter Herrscher so aufgefasst werden könnte, als ob seine Befehle so sind, als ob sie von Gott selbst kommen (Stellvertreter Gottes auf Erden), wodurch es dann zu einem Dilemma kommt.

Das Problem ist noch viel einfacher: Gottloser Herrscher befiehlt gottlose Schritte. Sich dieser Obrigkeit dann unter Berufung auf und in Einklang mit "muss Gott mehr gehorchen als Menschen" zu widersetzen, wäre dann aber in Einklang mit Röm 13:2 ein "widersetzt sich der Anordnung Gottes" aus Röm 13:2, was man nicht machen sollte und wofür man zu Recht sein Urteil für Ungehorsam gegenüber Gott erhielte.

Daniels Ungehorsam und der seiner Gefährten gegenüber dem babylonischen Herrscher und seiner Anordnung, war kein sich Widersetzen einer von Gott verordneten Obrigkeit ... denn sonst hätten sie ja die Strafe erleiden müssen! Dass der nicht von Gott eingesetzte Herrscher aber von Gott im Laufe der Ereignisse durch Gottes Intervention zurechtgewiesen und als eine Art "Werkzeug" für höhere Ziele diente, ist eine andere Sache.

Übrigens, die vielen schönen Stellen, die da in Unterstützung der Interpretation, Röm 13 handele von staatlicher Obrigkeit, angeführt wurden, beheben das Dilemma nicht .... und haben auch zu einem Großen Teil gar nichts mit dieser allgemein gehaltenen Anweisung in Röm 13 zu tun, weil sie von sehr spezifischen Situationen und Personen usw. handeln und in einem ganz anderen Kontext stehen. Und in ihrem jeweiligen Kontext vermitteln sie Wahrheit und stehen auch zu keiner anderen biblischen Aussage in Widerspruch.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Obrigkeit Römer 13

Beitragvon AlTheKingBundy » 24. Juni 2017, 07:41

Hallo Wolfgang,

ich denke, Du liegst mit Deiner Obrigkeitsinterpretation falsch.

Röm 13,1-7: Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet.2 Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. 3 Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben;4 denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.
5 Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen. 6 Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Diener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind.7 Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem der Zoll; die Furcht, dem die Furcht; die Ehre, dem die Ehre gebührt!


Wenn nun im Vers 1 von staatlichen Mächten die Rede ist, so ist das erst einmal schlecht übersetzt. exousia meint Autoritäten, ganz im Allgemeinen. Allerdings gibt es einige Hinweise darauf, dass die Gemeindeautoritäten nicht gemeint sein können. Auch bedeutet es nicht, dass man allen Entscheidungen des Staates blind folgen soll. Petrus differenziert es genauer (da, wo Gottes Gebote nicht gebrochen werden) und Paulus gibt am Ende das Beispiel mit der Steuer oder dem Zoll. In Vers 4 steht, dass die Autorität Rächerin zur Strafe ist. Das entspricht dem Prinzip, dass sich Gott der irdischen Mächte bedient, um seinen Willen umzusetzen. Z.B. die Perser, um Babylon zu stürzen oder die Römer, um Jerusalem und den Tempel zu zerstören. Auch trugen die Christen (im bildlichen Sinne) nicht das Schwert, um (auf Erden) zu richten. Nein, das passt nicht, hier die Obrigkeiten mit den christlichen Gemeindevorstehern zu identifizieren.
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Re: Obrigkeit Römer 13

Beitragvon Helmuth » 24. Juni 2017, 11:12

AlTheKingBundy hat geschrieben:Nein, das passt nicht, hier die Obrigkeiten mit den christlichen Gemeindevorstehern zu identifizieren.

Jain,

Gemeindeautorität ist ebenso Autorität, also lediglich Bestandteil dessen. Du hat es gut formuliert, dass es vom Wesen her um Autorität geht.

Göttiche Autorität (Macht) verstehe ich auf zwei Ebenen:

Zum einen dass jemand überhaupt Macht hat, Befehle zu erteilen, die auch umgesetzt werden, also im schlimmsten Fall auch Hitler und Stalin. Diese Macht an sich kann nur "von Gott" kommen. Das sagt z.B auch Johannes:
Joh 3, 27 hat geschrieben:Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.

Zum anderen stehen wir damit in Veantwortung und es muss dafur Rechenschaft abgelegt werden:
Hebr 4, 13 hat geschrieben:Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.

Und auch über die Zeitdauer jeder Herrschaft verfügt Gott souverän. Kein gottloses Reich kann also auf Dauer bestehen. Dennoch erhalten sie die Macht für verordnete Zeiten dazu.
Apg 17, 26 hat geschrieben:Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt,

Es geht also alles von Gott aus. Der Mensch in Obrigkeitsstellung hat nun die Freiheit die ihm verliehene Macht zu gebrauchen, zu missbrauchen oder sie auch nicht zu gebrauchen. Auch das gäbe es, wie uns viele tatenlose Politiker zeigen. Selbst das Nichtstun kann ein Übel sein. Aber für alles stehen sie in der Verantwortung vor Gott.

So interpretiere ich alle Stellen aus dem NT, dass man sich jeder gesetzten Obrigkeit unterzuordnen hat, weil Gott nun einmal ein Gott der Ordnung ist. Das beginnt schon damit, dass Kinder ihren Eltern zu folgen haben. Du erhältst dieses Gottesprinzip also bereits mit der Muttermlch verabreicht.
Liebe Grüße
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