Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Austausch zu Fragen bzgl. NT Schriftstellen

Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon Helmuth » 29. Dezember 2017, 12:30

BC Editor hat geschrieben:Solches gibt es wohl auch ... allerdings wird derartiges nicht von den Weisen in der Bibel gesagt.

Nochmals meine Bitte dich mehr damit auseinanderzusetzen. Wenn die Sterne Gottes Ruhm verkünden, dann haben wir ein Bildrede und keine Fürhung durch einen Geist. Bitte genauer differnzieren.

Das verwendete Wort "Magier" aus Mt. 2:2 ist dasselben Wort wie in Apg. 13:6-8, womit Elymas der Zauberer charakterisiert wird, der witzigerweise auch Bar-Jesus hieß. Das nur nebenbei.

Es ist völlig klar, dass Lukas damit unheiligen Götzendienst meint. Damit ist der Berichterstatter nach Mt einer falschen Huldigung anheimgefallen. Das dürte dem Hinzufüger von Mt 1 und 2 nicht klar gewesen sein. Ich unterstelle das ja keineswegs dem Apostel, d.h. dem Jünger Matthäus selbst, sondern bloß der unsachgemäßen Kanonisierung der Texte.

Wenn letzteres Sprachargument nicht bei dir zieht, schlage ich vor wir lassen auch dies wieder stehen, damit ich zum nächsten Punkt kommen kann.

Mal nur so eine Frage: Bist du ZJ? Oder stehst bzw. standest du ihnen mal nahe?
Liebe Grüße
Helmuth
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon BC Editor » 29. Dezember 2017, 14:47

Helmuth hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben: Solches gibt es wohl auch ... allerdings wird derartiges nicht von den Weisen in der Bibel gesagt.

Nochmals meine Bitte dich mehr damit auseinanderzusetzen. Wenn die Sterne Gottes Ruhm verkünden, dann haben wir ein Bildrede und keine Fürhung durch einen Geist. Bitte genauer differnzieren.

Also, meist bin ich ja gerade der, der hier immer wieder gerade das Thema "Redfiguren" vs. "buchstäbliche Rede" anführt und aus dem jeweiligen Kontext (!!) dann erläutert, warum es sich im jeweiligen Fall um das eine oder das andere handelt. Ich dachte, ich hätte bereits darauf hingewiesen, dass die Sterne / Konstellationen und insbesondere ihre Namen usw. Gottes Botschaft bzgl. Gottes Plan seit Anfang an "verkünden" (vgl. Psa 19). Obwohl die Nutzung des Begriffs "verkünden" als Tätigkeit von "Sternen" eine Redefigur darstellt, so ist die Botschaft, welche von Anfang an von Gott mittels der Konstellationen und Planeten usw. quasi "ans Firmament geschrieben" (auch wieder Redefigur) wurde dennoch eine tatsächliche Botschaft, nämlich genau die, welche Jahrtausende später dann in Wortform / Sprache nach und nach offenbart und niedergeschrieben wurde.

Es geht bei dieser ganzen Sache, dass die Himmel Gottes Rum verkünden, absolut NICHT um eine "Führung durch einen Geist" (was allerdings in den Astrologie Fälschungen der Fall ist). In Mt 2 wird NICHTS davon berichtet, dass die Weisen von einem Stern "geführt" wurden ... derartige Vorstellungen sind religiöser und möglicherweise von Astrologie beeinflusster Schwachsinn.
Helmuth hat geschrieben:Das verwendete Wort "Magier" aus Mt. 2:2 ist dasselben Wort wie in Apg. 13:6-8, womit Elymas der Zauberer charakterisiert wird, der witzigerweise auch Bar-Jesus hieß. Das nur nebenbei.

Ist nicht anders wie heute in manchen Bereichen ... da wird auch das gleiche Wort "Prophet" z.B. für wahre Propheten und für falsche Propheten benutzt, da gibt es "Psychologen" ... darunter studierte Leute, die tatsächlich gemäß wissenschaftlicher Maßstäbe ehrbar vorgehen, und andere, die zwar als "Psychologen" agieren, aber betreiben, was andere dann als "Scharlatan" bezeichnen würden.

Auch unter den Weisen (gr. magoi) gab es solche und solche ... übrigens, der Prophet Daniel hatte seinerzeit regelmäßig Kontakt zu ihnen in Babylon, scheint sogar in mancher Hinsicht als einer von ihnen angesehen worden zu sein.
Helmuth hat geschrieben: Es ist völlig klar, dass Lukas damit unheiligen Götzendienst meint. Damit ist der Berichterstatter nach Mt einer falschen Huldigung anheimgefallen. Das dürte dem Hinzufüger von Mt 1 und 2 nicht klar gewesen sein. Ich unterstelle das ja keineswegs dem Apostel, d.h. dem Jünger Matthäus selbst, sondern bloß der unsachgemäßen Kanonisierung der Texte.

Steht überhaupt fest, dass der Text von Matthäus nicht von Matthäus als eine Einheit konzipiert und ursprünglich veröffentlicht wurde, sondern dass es sich um getrennte Teile handelt, die erst später von anderen Leuten sozusagen in ein Evangelium zusammengestellt wurden? Welche Beweise soll es dafür geben?
Helmuth hat geschrieben:Wenn letzteres Sprachargument nicht bei dir zieht, schlage ich vor wir lassen auch dies wieder stehen, damit ich zum nächsten Punkt kommen kann.

Mal nur so eine Frage: Bist du ZJ? Oder stehst bzw. standest du ihnen mal nahe?

Ich empfinde diese Frage als eine Beleidigung ...
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon AlTheKingBundy » 29. Dezember 2017, 14:56

Diese Frage von Helmuth an Dich könnte auch auf Unkenntnis seinerseits bezüglich der Lehren der ZJ beruhen. Mit Deinem Eschatologieverständnis wärst Du sicher kein Freund der ZJ ;)
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon Helmuth » 29. Dezember 2017, 15:52

BC Editor hat geschrieben:Auch unter den Weisen (gr. magoi) gab es solche und solche ... übrigens, der Prophet Daniel hatte seinerzeit regelmäßig Kontakt zu ihnen in Babylon, scheint sogar in mancher Hinsicht als einer von ihnen angesehen worden zu sein.

Ist doch wohl egal wie ihn die Babylonier sahen, oder? Gott bestätigte Daniels Dienst gegenüber allen Magiern als weit überlegen, das zählt. Die hatten einfach nicht so viel drauf, weil das meiste eben nur wertloser Tingel-Tangel ist.

Gut, ich sehe, da gibt es kein Vorankommen. Also belasse ich diesen Aspekt mit dir.

BC Editor hat geschrieben:Ich empfinde diese Frage als eine Beleidigung ...

Ok, ich werte das mal als klares Nein. Ich erwarte mir aber vom einem Bruder, ihm jede Frage stellen zu dürfen ohne Gefahr laufen zu müssen, dass sie als beleidigend empfunden wird.

AlTheKingBundy hat geschrieben:Diese Frage von Helmuth an Dich könnte auch auf Unkenntnis seinerseits bezüglich der Lehren der ZJ beruhen. ;)

So ist es, ich kenne nicht alle deren Lehren, weil ich mich ja nicht mit jeder Irrlehre auseinandersetzen kann. Einiges kenne ich, aber eben nicht alles. Ich mach mit denen auch kein Bibelstudium, das wäre zu blöd.
Zuletzt geändert von Helmuth am 29. Dezember 2017, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon Helmuth » 29. Dezember 2017, 16:18

BC Editor hat geschrieben:Steht überhaupt fest, dass der Text von Matthäus nicht von Matthäus als eine Einheit konzipiert und ursprünglich veröffentlicht wurde, sondern dass es sich um getrennte Teile handelt, die erst später von anderen Leuten sozusagen in ein Evangelium zusammengestellt wurden?

Eine gute Fragestellung, die vielleicht ein Vorankommen in Aussicht stellt. Dazu müsste man wohl professioneller Historiker werden und alle authentischen Quellen analytisch erforschen. Das hab ich natürlich nicht drauf. Allerdings sind sich auch etliche Experten nicht einig, weshalb wieder nur die Leitung von oben, dem HG maßgeblich ist. Vielleicht wollte das Gott auch so.

Insofern bleibt nur der innerbiblische Exkurs, Gottes Willen zu erforschen. Dafür bleibt die Grundlage der Tanach, der schon vor Abfassung des NT als gesichterter Kodex vorlag. Zwar im 1. Jh. nur als LXX auf griechisch aber besser als gar nichts. Die heute verfügbaren hebräischen Kodizes sind weit besser, weil auch älter.

BC Editor hat geschrieben:Welche Beweise soll es dafür geben?

Beweis ist das falsche Wort. Beweise gibt es in der Mathematik, d.h. in streng logischen Disziplinen, nicht in der Geschichtsforschung. Hier geht es um Quellen, deren Echtheit und Glaubwürdigkeit. Das ist ein anderes Beurteilungsprofil, eben ein geistliches.

Anhand der ältesten Funde auf Papyrus hätte ich mal herausgefunden, dass es ein sog. komplettes Mt-Evangelium von Anfang an nicht gab, sondern nur Bruchteile davon. Wenn du wiki als Informationsquelle akzeptieren kannst, dann ware hier eine Auflsitung der heute verfügbaren Funde:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... Testaments

Das älteste Mt-Fragment P64/67 beginnt mit Mt. 3, was damit meiner These bereits sehr nahe kommt. Dann käme P1 als ein loses Blatt mit nur Mt. 1 gefolgt von P70, dass Teile von Mt. 2-3 enthält, aber nicht Mt. 1!

Von Lk ist das älteste Dokument P4, welches bereits die Kapitel Lk. 1-6 enthält und noch älter als P64/67 ist und aus gleicher Zeit P75 mit einem großen Teil des Lk-Evangeliums.

Allein schon aufgrund dieser besseren Homogenität stufe ich Lk als authentischer ein. Dann kommt dazu, dass auch der Inhalt deutlich mehr für ihn spricht.
Liebe Grüße
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon BC Editor » 30. Dezember 2017, 09:02

Helmuth hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben: Steht überhaupt fest, dass der Text von Matthäus nicht von Matthäus als eine Einheit konzipiert und ursprünglich veröffentlicht wurde, sondern dass es sich um getrennte Teile handelt, die erst später von anderen Leuten sozusagen in ein Evangelium zusammengestellt wurden?
Eine gute Fragestellung, die vielleicht ein Vorankommen in Aussicht stellt. Dazu müsste man wohl professioneller Historiker werden und alle authentischen Quellen analytisch erforschen. Das hab ich natürlich nicht drauf. Allerdings sind sich auch etliche Experten nicht einig, weshalb wieder nur die Leitung von oben, dem HG maßgeblich ist. Vielleicht wollte das Gott auch so.

Wobei dann wieder verschiedene "Leitungen von oben" von verschiedenen Personen für sich beansprucht werden ... und somit eigentlich nicht wirklich weiterführen, da alle für sich gleiche Autorität beanspruchen und umgekehrt alle gleichermaßen eigener Einbildung erlegen sein könnten.
Helmuth hat geschrieben: Anhand der ältesten Funde auf Papyrus hätte ich mal herausgefunden, dass es ein sog. komplettes Mt-Evangelium von Anfang an nicht gab, sondern nur Bruchteile davon.

Dass die gefundenen ältesten Papyrus Textdokumente fast alle lediglich Bruchteile, und oftmals nur sehr kleine Teile - der biblischen Texte sind, weist doch in keiner Weise darauf hin, dass es "von Anfang an" keine kompletten Schriften gab ... eine solche Schlussfolgerung ist logisch nicht nachzuvollziehen. Im Gegenteil, dass es erhaltene Bruchstücke gibt, weist viel eher darauf hin, dass es ursprünglich ein Ganzes gab, von dem eben nur ein Bruchstück über die vielen Jahrhunderte erhalten blieb, und das besonders im Hinblick darauf, dass Papyrus ein Material war, das zwar in der Antike als Schreibmaterial preiswert und weit verbreitet war, allerdings auch ziemlich empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Abnutzung war, womit sich logisch erklärt, weshalb im Vergleich zu Kopien auf anderen haltbareren Materialien nur eher wenige Bruchstücke erhalten blieben.
Helmuth hat geschrieben: Das älteste Mt-Fragment P64/67 beginnt mit Mt. 3, was damit meiner These bereits sehr nahe kommt. Dann käme P1 als ein loses Blatt mit nur Mt. 1 gefolgt von P70, dass Teile von Mt. 2-3 enthält, aber nicht Mt. 1!
Von Lk ist das älteste Dokument P4, welches bereits die Kapitel Lk. 1-6 enthält und noch älter als P64/67 ist und aus gleicher Zeit P75 mit einem großen Teil des Lk-Evangeliums.
Allein schon aufgrund dieser besseren Homogenität stufe ich Lk als authentischer ein. Dann kommt dazu, dass auch der Inhalt deutlich mehr für ihn spricht.

S.o. ... dass älteste Papyrus Fragmente von biblischen NT Schriften nur Teile enthalten, ist keinerlei Indiz auf Authentizität oder auf den Inhalt und Umfang des ursprünglichen Textes einer Schrift. Oder bestand Lukas ursprünglich nur aus Kap 1-6, weil das älteste erhaltene Dokument diesen Umfang aufweist?

Ich bin übrigens jemand, dem sehr wohl bewusst ist, dass im Nachhinein im Laufe der angefertigten Kopien der ursprünglichen Handschriften Fehler oder auch gezielt Fälschungen des ursprünglichen Textes vorgenommen wurden ... derartige Indizien ergeben sich aber aus vorhandenen und erhaltenen alten Handschriften und Texten, aus denen sich dann anhand sorgfältigen Textvergleichs und Beachtung der "Gesamtlehre" biblischer Schriften zu einem Thema nachvollziehen lässt, welcher der vorliegenden Wortlaute wohl dem ursprünglichen Wortlaut entspricht und welche späteren Veränderungen vorgenommen wurden.
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon Helmuth » 30. Dezember 2017, 11:44

BC Editor hat geschrieben:Dass die gefundenen ältesten Papyrus Textdokumente fast alle lediglich Bruchteile, und oftmals nur sehr kleine Teile - der biblischen Texte sind, weist doch in keiner Weise darauf hin, dass es "von Anfang an" keine kompletten Schriften gab ... eine solche Schlussfolgerung ist logisch nicht nachzuvollziehen.

Wenn nicht "logisch" was dann? Hier kommt zum Tragen, dass uns unterschiedliche Haltungen prägen. Warum, lassen wir mal außer Betracht. Nennen wir es eine geschlossene und eine offene Herangehensweise.


Die geschlossene Herangehensweise

Geht man an den heutigen Gesamtkodex in einer seiner vorliegenden Übersetzungen in der Haltung heran, er wäre der in Stein gemeißelte Kanon, wird jede Infragstellung indiskutabel. Wozu dann aber noch weitere Forschung? Gott lässt uns aber immer wieder auf neue Funde stoßen, um seinem Wort gerecht zu werden:
Mt 24, 35 hat geschrieben:Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.

Wie du siehst zitiere ich Mt. :)
Oder auch diese Wort erachte ich dazu passend:
Mt 13, 52 hat geschrieben:Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der im Reiche der Himmel unterrichtet ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatze Neues und Altes hervorbringt.

Eneut Matthäus! :)
Dieses Wort inspiriert Forschung nie aufzugeben. Die Papyri Textfunde sind historisch sehr jung. Sie sind "Neues" das "Altes" beinhaltet. Schriftgelehrte, d.h. Forscher gebraucht Jesus hier im göttlichen Sinne.

Was diverse erstarrte Kirchen heute lehren wissen wir, welchen Schaden das bereits angerichtet hat, auch. Die geschlossene Herangehensweise muss daher abgelehnt werden, weil sie dem Wort Gottes: "Prüfet alles, das Gute behaltet" widerspricht.


Die offene Herangehensweise

Geht man an den Text heran, dass der Faktor Mensch fehlerhaft ist, nicht aber Gott, weil es nur EINE Wahrheit geben kann, genau dann kann Gott seine Führungsrolle persönlich wirken lassen und z.B. durch neue Funde neue Erkenntnisse liefern, welche den Irrtum anderer aufklären. Dieser offenen Vorgangsweise folge ich, weil sie auch dem zweiten Teil aus Prüfet alles Rechnung trägt: "Das Böse, in jeglicher Form meidet."

BC Editor hat geschrieben:... dass älteste Papyrus Fragmente von biblischen NT Schriften nur Teile enthalten, ist keinerlei Indiz auf Authentizität oder auf den Inhalt und Umfang des ursprünglichen Textes einer Schrift. Oder bestand Lukas ursprünglich nur aus Kap 1-6, weil das älteste erhaltene Dokument diesen Umfang aufweist?

Genau darin liegt das Problem. Was ist der ursprüngliche Text? Ebenso möglich ist nach o.g. offener Herangehensweise, dass es einen solchen nicht gegeben hat. Historisch gilt heute als belegt, dass in der ersten Generation der Augenzeugen noch keine Schriften verfasst wurden, es wurde größtenteils mündlich überliefert. Die ersten Schriften, die in Umlauf kamen, waren die paulinischen Briefe.

Die sog. Logienquelle, von der die Forschung spricht, existierte nicht in schriftlicher Form, sie war aber wahrscheinlich im Geist der Brüder des 1. Jh. allgemein bekanntes Gedankengut. Zugegeben, das ist meine persönliche Sicht dazu, aber um es wie Paulus zu sagen: "Auch ich meine Anteil am Geist Christi zu haben" (in Anlehnung an 1.Kor. 7:40).

Weiters heißen die Evangelien nicht "von" Mt. sondern "nach" (griech. kata) Mt. Dieser Zusatz ist nicht Bestandteil des ursprünglichen Textes selbst, sondern eine Art wie wir heute sagen Buchumschlag. Das weist darauf hin, dass man die mündlichen Aussagen der Apostel gesammelt und dann kodifiziert hatte.

BC Editor hat geschrieben:Ich bin übrigens jemand, dem sehr wohl bewusst ist, dass im Nachhinein im Laufe der angefertigten Kopien der ursprünglichen Handschriften Fehler oder auch gezielt Fälschungen des ursprünglichen Textes vorgenommen wurden ...

Ich würde nicht sofort von Fälschungen ausgehen. Diese kamen erst viel später, d.h. ab dem späten 2. Jh. im Umlauf, als sich die ersten mündlichen Überlieferungen zu schriftlichen geformt hatten und nun eigenmächtige Schriftsteller auf den Plan kamen, selbst göttliche Texte zu entwerfen. Das ist klar nicht inspiriert und daher Fälschung.



Temporäres Fazit:


Wer im Geist Jesu seine Nachfolge übt, kann Texte entsprechend auslegen und filtern. Dazu erhalten wir Gottes Gaben. Ich vermute einen sichtlicher Übereifer mancher Gläubiger, die zu bereits bekannten Überlieferungen, seien sie nun mündlich oder schriftlich, das ist im Grunde genommen einerlei, die eine oder andere Übertreibung hinzufügen. So in etwa stelle ich mir vor ist Mt. 1 und Mt. 2 entstanden.
Liebe Grüße
Helmuth
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon BC Editor » 31. Dezember 2017, 19:37

Helmuth hat geschrieben:
BC Editor hat geschrieben:Dass die gefundenen ältesten Papyrus Textdokumente fast alle lediglich Bruchteile, und oftmals nur sehr kleine Teile - der biblischen Texte sind, weist doch in keiner Weise darauf hin, dass es "von Anfang an" keine kompletten Schriften gab ... eine solche Schlussfolgerung ist logisch nicht nachzuvollziehen.

Wenn nicht "logisch" was dann?

Unlogisch! Bzw. vielleicht genauer gesagt: zwar logisch aber von falscher Prämisse ausgehend und daher zu falscher Schlussfolgerung führend! Man könnte vielleicht auch von einer "Rückwärtslogik" sprechen.

Warum soll es nicht möglich oder wahrscheinlicher sein, dass ursprünglich jeweils ein ganzes Buch (Matthäus, Markus, Johannes, RÖmer, etc) aufgezeichnet wurde, im Laufe der Jahrhunderte aber aufgrund des Verfalls des Papyrusmaterials nur noch Stücke erhalten geblieben sind ?

Ich habe eine sehr schöne Studienbibel aus den frühen 1970er Jahren, die seinerzeit viel benutzt und strapaziert wurde und nach und nach die Bindung aufging, und von der dann sogar in einem Transport anlässlich eines Umzugs bereits lose Seiten verschwanden, weil ich das gute Stück nicht rechtzeitig zu einem Buchbinder brachte.

Wäre es nun korrekt, wenn man sich das vorliegende Stück Buch anschaut und als Grundlage für "logische Überlegungen" nimmt zu schließen, dass -- weil dieses Exemplar 2 Bücher weniger als andere Ausgaben hat (es fehlen Galater und Epheser) -- diese Bibel ursprünglich Galater und Empheser nicht enthielt? oder gar, dass die danach gedruckten Bibeln 2 Bücher enthalten, die gar nicht Teil der Bibel sind?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon Helmuth » 31. Dezember 2017, 21:53

BC Editor hat geschrieben:Unlogisch! Bzw. vielleicht genauer gesagt: zwar logisch aber von falscher Prämisse ausgehend und daher zu falscher Schlussfolgerung führend!

Ich hab keine Prämisse, und habe es auch versucht zu erklären. Du gehst geschlossen, d.h. dogmatisch heran, ich offen, d.h. undogmatisch. Du hast bereits die feste Vorstellung, die Texte waren bereits komplett da und biegst die Argumentation dorthin. Leider kannst du das nicht beweisen, denn die Texte existieren ja nicht.

Es müssen mehrere offene Fragen gestellt werden, d.h. Annahmen getroffen werden:

1) Alle Rollen lagen vollständig vor.
2) Es gab am Anfang keine solche Rollen.
3) Teils teils, sodass man differenzieren muss.

1) Die Schreiber waren die Autoren selbst
2) Die Schreiber waren Zeugen der Autoren
3) Teils teils, sodass man differenzieren muss

1) Die Schreiben wurden inspiriert
2) Die Schreiber wurden nicht inspiriert
2) Teils teils, sodass man differenzieren muss

Ich muss daher streng logisch alle Möglichkeiten einschließen (das nennt man offen), und erst danach ein Ausschlussverfahren durchführen. Schon rein statistisch kannst du eventuell nachvolliehen, welchen Spagat man machen muss nur 1) zuzulassen.

Die Forschung ist sich sehr einig, dass es nach Jesu Tod und Auferstehung nur die mündliche Weitergabe durch die Apostel und die Jünger gab. Ein Hinweis auf eine erste Kodifizierung wäre u.U. dieses Wort:
Apg 6, 2 hat geschrieben:Die Zwölfe aber beriefen die Menge der Jünger und sprachen: Es ist nicht gut, daß wir das Wort Gottes verlassen und die Tische bedienen.
Apg 6, 4 hat geschrieben:wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.

Sag du mir nun was das exakt bedeutet ? Bist du sicher, Petrus meint, er werde alles niederschreiben? Falls ja, landen wir wieder wie oben am Angfang, es gibt halt diese Papiere nicht.

Daher muss man die historische Forschung dazu einbeziehen, was sie dazu sagen. Die beste Methode ist sola scripture, verbunden mit den Erkenntnissen aus der Textforschung unter der Leitung des Heiligen Geistes. Unser Vorteil ist, wir fange nicht mit 0 an, wir haben schon einen Kodex und ach die Grundlage in Chrsitus. Aber das gehört weiterentwickelt.

Das Lesen führte mich dazu Mt.1 und Mt.2 anzuzweifeln, dass sie kanonisch sind.
--> sola scripture erkennt Ungereimtheiten

Anhand der vorliegende Papyri exisitert keine homogene Schrift für Mt. nur Fragmente
--> kein Widerspruch zur These

Alles andere führt zu sturen Fixierungen, wie es Dogmatiker tun. Und das ist keine Leitung durch den Heiligen Geist. Das wurde im 4. Jh. versucht und funktioniert bis heute nicht.
Liebe Grüße
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Re: Mat 1 & 2 - von Gott inspiriert oder nicht?

Beitragvon BC Editor » 31. Dezember 2017, 23:47

Helmuth hat geschrieben:... Alles andere führt zu sturen Fixierungen, wie es Dogmatiker tun. Und das ist keine Leitung durch den Heiligen Geist. Das wurde im 4. Jh. versucht und funktioniert bis heute nicht.

Es ist wohl keine "Leitung durch den Heiligen Geist" entsprechend einer bestimmten Annahme, was "Leitung durch den Heiligen Geist" ist. Mir kommt diese Art von für sich in Anspruch genommener "Leitung durch den Heiligen Geist" wie etwas ganz anderes vor. Die von Dir vorgebrachten historischen Annahmen erscheinen auch nicht überzeugend ...

Ich kenne übrigens auch jemanden, der aufgrund von persönlicher "Leitung durch den Heiligen Geist" sagen würde, dass selbstverständlich auch Mt 1 & 2 Teil der von Gott inspirierten Schrift ist. Und schon gibt es ein kleines / großes Schlamassel --- welche von den gegensätzlichen Feststellungen basiert wahrhaftig auf einer "Leitung durch den Heiligen Geist"? oder sind vielleicht beide eigentlich schlichte persönliche Überlegungen und Annahmen und der Heilige Geist hat mit beiden nichts zu tun?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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