Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Austausch zu Fragen bzgl. NT Schriftstellen

Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 2. April 2013, 13:25

Hallo Wolfgang,
zu dem Zitat vorher noch folgende Überlegung:
Die ersten Christen, die wurden uebrigens in den ersten 300 Jahren!!!!! immer Ebioniten genannt!!!!, erst im Jahre 376 taucht zum ersten Mal der Begriff "Nazarener" bei den Kirchenvaetern auf!!!, waren "Adaptisten" wie aus dem Zitat klar erkennbar ist, wurde der Sohn Gottes bei seiner Taufe, durch den Einzug des Heiligen Geistes "gezeugt"! Dies passt nicht zu der Preexistens Theologie der rk Kirche,daher die Ablehnung der Nazarener/Ebioniten durch die rk Kirche!

Daraus ergibt sich auch, dass Yeshua ein Mensch war und nicht Gott, das passte auch nicht mehr zur ab dem 2.Jahrhundert einsetzenden "Vergottung" Yeshua's!
Da Ebioniten eigentlich nur "die Armen" bedeutet, ist die Erklaerung die später aufkam, sie seien erst nach den Nazarenern von einem Ebioin gegründet worden,
nichts weiter als Unfug, eine solche Person gab es garnicht! Ich war aeussert erstaunt, dass das Wort "Nazarener" erst ab dem dem Jahre 376 überhaupt bei den Kirchvätern auftaucht! Ich denke man muss da wohl oder Uebel umdenken, wer die "Ebioniten" wirklich waren! Es gibt Berichte von den Kirchenvätern, dass in ihren Reihen auch "desposiny" waren, also direkte Verwandte aus Yeshua's Familie!!!! Die hätten sich wohl kaum irgendwelchen Ketzern angeschlossen!
Da der Begriff "Nazarener" ja in der Apostelgeschichte auftaucht, frage ich mich warum haben die Kirchenväter diesen für mehr als 300 Jahre nicht benutzt?
Das muss ja einen Grund haben! Was denkst Du darüber?
LG
Michael
P.S.: Auch jeder andere, der das liest möge sich angesprochen fühlen seine Meinung dazu zu Äußern!!
Michael
 
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 4. April 2013, 20:05

Hallo Wolfgang,
hier der letzte Stand zum Thema Peshitta und Matthäus Evangelium:

Wie ist die aramaische Bibel die “Peshitta” entstanden?

Am Anfang hatten die Nazarener/Ebioniten nur ein in aramaeisch vom Apostel Matthaeus geschriebenes Evangelium und die hebraeische Bibel ( Tanakh)!

Erwaehnung des von Matthaeus geschriebenen Evangeliums bei Jerome:

Jerome, Dialogue against Pelagius 3.2. : In the Gospel according to the
Hebrews which is indeed in the Chaldaean and Syrian speech but
is written in Hebrew letters
, which the Nazarenes use to this day,
called 'according to the apostles', or, as most term it, 'according to
Matthew
', which also is to be seen in the library of Caesarea, the
story tells: Behold, the mother of the Lord and his brethren said
unto him: John Baptist baptizes unto the remission of sins; let us
go and be baptized of him. But he said unto them: Wherein
(what) have I sinned, that I should go and be baptized of him?
unless perhaps this very thing that I have said is a sin of
ignorance.... And in the same book: If thy brother (saith he) have
sinned by a word and made thee amends, seven times in a day
receive thou him. Simon his disciple said unto him: Seven times
in a day? The Lord answered and said unto him: Yea, I say unto
thee, unto seventy times seven times. For in the prophets also,
after they were anointed by the Holy Spirit, the word of sin was
found.
Jerome, Commentary on Isaiah 4 [on Isaiah 11:2] According to the
Gospel written in the Hebrew speech, which the Nazaraeans read,
the whole fount of the Holy Spirit shall descend upon him. . .
Further in the Gospel which we have just mentioned we find the
following written: And it came to pass when the Lord was come
up out of the water, the whole fount of the Holy Spirit descended
upon him and rested on him and said to him: My son, in all the
prophets was I waiting for thee that thou shouldest come and I
might rest in thee. For thou art my rest; thou art my firstbegotten
Son that reignest for ever.


Im zweiten Jahrhundert gab es bereits die vier Gospel und daraus machte Tatian seine Gospelharmonie!
Erst im 4. Jahrhundert haben wir Zitate von aramaeischen Kirchenvaetern aus der Peshitta, das passt zu dem Colophon im Khabouris Manuscript, in dem ein Bischoff der Apostolischen Ostkirche mit seinem Siegel bestaetigt, dass diese Peshitta eine Kopie einer Version aus dem 4. Jahrhundert ist!
Der Kanon der Peshitta war also vor dem 4. Jahrhundert noch nicht abgeschlossen und enthielt zu dem Zeitpunkt die sogenannten 'western five” noch nicht, ausserdem war die Anordnung eine andere, die apostolischen Briefe kamen direkt nach der Apostelgeschichte, erst danach die Paulusbriefe! Nach Jerome hat man das in den westlichen Kirchen geaendert, da man den Paulusbriefen eine hoehere Wertigkeit gab, denn die anderen Briefe kamen ja “nur von den Juden”!
Was natuerlich Unsinn war, denn Shaul (Paul) war ja auch ein juedischer Rabbi, nach eigener Aussage!

Der Matthaeus im Sinai Syrer scheint eine Art Brueckenversion zwischen dem urspruenglichen aramaeischen Matthaeus der ersten Christen und der spaeteren Peshitta Version zu sein. Er enthaelt zwar bereits die Ahnentafel, die beim Urmatthaeus fehlt, liest aber “Josef zeugte Yeshua”, was in der spaeteren Matthaeusversion nicht mehr der Fall war!

Soweit meine bisherigen Erkenntnisse!
Liebe Grüße
Michael
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 18. Februar 2014, 17:44

Hallo zusammen hier ein weiteres Update:

Es sieht ganz so aus, dass die "Didache" einige Passagen aus dem aramäischen Ur-Matthäus zitiert (hier besonders die "Interpolation Evangelia" 1.3b-1.5)!
Auch Shaul (Paulus) zitiert im Brief an die Hebräer(1:5) nicht die Stimme des heiligen Geistes in der Form wie es in den heutigen Bibeln in Matthäus steht,
sondern in der Form wie es im aramäischen Ur-Matthäus steht ("Heute habe ich Dich gezeugt"), er hatte offensichtlich Zugang bzw. eine Rolle des Ur-Matthäus,
was auch ein Licht auf das Alter dieses von den Nazarenern benutzte Evangeliums wirft, Matthäus ist das erste Evangelium in allen Bibeln!
Ein lesenswertes Buch zu diesem Thema ist: The First Gospel, von Robert E. Aldridge,dieser Autor ist konservativer Trinitarier!
Ansonsten gibt es wenig Literatur zum Ur-Matthäus, das ganze hat mich einige Zeit des nachforschens gekostet!

LG
Michael
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Markus » 19. Februar 2014, 18:14

Hallo Michael!

Vielen Dank für die zahlreichen Informationen, Ich habe mir erst jetzt den ganzen Thread richtig durchgelesen. Zu Deinem letzten Beitrag möchte ich anmerken, dass ich davon gehört habe, dass es Bibeltexte geben soll, in denen "Heute habe ich dich gezeugt" auch als Anmerkung neben dem gewöhnlichen Matthäus-Text steht. Man hat also die Taufe Jesu, seine Begabung und Salbung mit heiligem Geist im Sinne von Psalm 2,7 verstanden.

Zu dem Problem, dass der Herr Jesus gemäss Petrus in Apostelgeschichte 2,36 zum Herrn und Gesalbten gemacht worden ist und dass schon Petrus selbst sagte: Du bist der Gesalbte der Sohn GOTTES, möchte ich nur anmerken. Die Taufe des Johannes war was das irdische Leben Jesu betraf der Punkt an welchem er zum Gesalbten und Herrn gemacht worden war. Die Auferweckung war der Punkt an dem der zuvor Tote Jesus zum Gesalbten und Herrn gemacht worden war.

Ich würde es so verstehen, dass der Herr Jesus sozusagen eine zweite Salbung erfuhr, die dazu führte, dass der heilige Geist am sogenannten Pfingstage ausgegossen wurde.

Liebe Grüße Markus
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 21. Februar 2014, 12:12

Hallo Markus,
Du hast Recht es gibt auch einige griechische, vor allem ältere, Texte in denen das so steht!
Aber z.B. in der Lutherbibel heisst es: Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
Ebenso in vielen anderen auch englischen Bibeln lautet es so!
LG
Michael
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 20. Dezember 2015, 12:57

Hallo,
hier ein weiteres Update zum Matthäusevangelium:
Ich halte folgende Erklärung für sehr interessant im Zusammenhang mit dem Ur-Matthäus und dem Verhältnis zu den synoptischen (griechischen) Evangelien:
The Logia Translation Hypothesis (the LTH)( Brian E. Wilson ) affirms that many short reports in Aramaic, the Aramaic Logia, were composed by the apostle Matthew during, and soon after the ministry of Jesus. He based some reports on his own eye-witness observation, and some on the testimony of other followers of Jesus. The Aramaic Logia were translated into Greek to form the Greek Logia (or "Greek Notes"). The translator of the Aramaic Logia to some extent edited the material he translated....

Daraus ergibt sich folgendes Bild:

1. aramäische Logia ( Ur-Matthäus )
2. griechische Logia Übersetzung als Vorlage für die (griechischen) Matthäus>>>Markus>>Lukas Evangelien wie sie in unseren heutigen Bibeln sind!
Markus war also nicht das älteste Evangelium wie von vielen modernen Gelehrten behauptet, sondern ein Ur-Matthäus, der als Vorlage für alle 3 synoptischen Evangelien diente!

Liebe Grüße,
Michael
Zuletzt geändert von Michael am 21. Dezember 2015, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Stefan » 20. Dezember 2015, 22:24

Michael hat geschrieben:Neue Erkenntnisse zum Matthaeus Evangelium

Das Matthaeusevangelium ist das erste in unseren Bibeln, aber die Gelehrten sagen, dass das Markusevangelium das aelteste ist!
Fakt ist, dass alle “synoptischen” Evangelien (Matthaeus, Markus und Lukas) einen textualen Zusammenhang haben, teilweise wortwoertliche Uebereinstimmungen, besonders zwischen Matthaeus und Markus!
Dies wird durch eine gemeinsame griechisch sprachige Quelle genannt “Q” erklaert!
Nach dem Studium einer textualen Analyse durch Dr. Maurice Casey: An Aramaic Approach to Q, habe ich erhebliche Zweifel bekommen, ob diese Theorie so stimmt!
Dr. Casey ist Experte in Aramaeisch und Griechisch und weist in seiner Arbeit nach, dass weder eine einzige Quelle benutzt wurde, noch das es sich urspruenglich um rein griechische Texte handelt, bzw., dass diese Uebersetzungen aus dem Aramaeischen sind!
Hier noch einige Informationen, die sicher nicht Allen bekannt sind:
Ettliche Kirchenvaeter erwaehnen, dass es ein Matthaeusurevangelium gab,das kuerzer als unsere heutige Fassung war und die ersten beiden Kapitel nicht enthielt! Ausserdem scheint es mehr ein Spruecheevangelium gewesen zu sein, etwa in der Art des Thomasevangeliums! Dieses existierte zur Zeit der Kirchenvaeter in einer Bilbliothek und wurde von den Urchristen benutzt (Nazarenern und Ebioniten)! Mir scheint dieses Urevangelium kann in Relation als eine Quelle fuer unsere heutigen Evangelien stehen!
Ich habe noch viele Details gefunden, ueber die wir gerne noch diskutieren koennen, wenn Ihr Interesse daran habt!

Liebe Gruesse
Michael


Hallo, ich bin eben erst auf deine Frage aufmerksam geworden. Die anderen Beiträge, die deine Frage beantworten, hab ich noch nicht gelesen. Doch eines ist sicher: Das Matthäusevangelium wurde uns unverfälscht überliefert. Und es hat nicht das geringste mit dem zu tun, was Thomasevangelium genannt wird, denn dieses gehört zu den Apokryphen.
Dieses Th. Ev. widerspricht den meisten Aussagen der anderen Evangelien, auch dem vin Matthäus. Genau wie heute gab es auch in alter Zeig Gegner des Christentums. Der größte Widersacher ist immer noch Satan, der auch Teufel genannt wird. Leider haben sich auch viele Kirchenväter nicht nach den Lehren Jesu ausgerichtet (Mittelalter, Hexenverfolgung usw.) Deshalb wurde der Bevölkerung auch unter Todesstrafe verboten, eine Bibel in der eigenen Sprache zu besitzen. Somit konnten die Kirchenfürsten, die sich gerne hervortaten und sich hochtrabende Namen gaben ihre Macht verloren. Wahre Christen richten sich nach dem, was Jesus gemäß Matth. 23:1-17 sagte. Bitte lies diese Passage. Du wirst es verstehen.
Stefan
 
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 21. Dezember 2015, 15:15

Hallo Stefan,

wenn Du Dir das ganze durchliest, wirst Du sehen, dass ich das Thomasevangelium nur erwähnt habe
als Beispiel für ein "Sprücheevangelium"( Logia), es ist in der Tat ein Apokryphon.
Das heutige (griechische) Matthäusevangelium stellt nicht mehr die ursprüngliche Form da,
dies ist ja der Gegenstand dieser Beiträge, sondern eine erweiterte Form eines späteren unbekannten Editors
und trägt auch erst seit der Mitte des zweiten Jahrhunderts den Titel "nach Matthäus"!

Liebe Grüße
Michael
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Stefan » 21. Dezember 2015, 19:34

Michael hat geschrieben:Hallo Stefan,

wenn Du Dir das ganze durchliest, wirst Du sehen, dass ich das Thomasevangelium nur erwähnt habe
als Beispiel für ein "Sprücheevangelium"( Logia), es ist in der Tat ein Apokryphon.
Das heutige (griechische) Matthäusevangelium stellt nicht mehr die ursprüngliche Form da,
dies ist ja der Gegenstand dieser Beiträge, sondern eine erweiterte Form eines späteren unbekannten Editors
und trägt auch erst seit der Mitte des zweiten Jahrhunderts den Titel "nach Matthäus"!

Liebe Grüße
Michael

Hallo Michael,

es wurden Handschriften gefunden, die bezeugen, dass die ersten Kapitel von Matthäus (auch unter dem Titel Matthäus) schon im 3. Jahrhundert existierten.
Name der Handschrift: Oxyrhynchus 2
Symbol: P1
Datum: 3. Jh. u. Z.
Sprache: Griechisch
Aufbewahrungsort: Philadelphia (Pennsylvanien, USA)
Ungefährer Inhalt: Mat. 1:1-9, 12, 14-20
Es ist nachgewiesen, dass es damals schon hunderte von Abschriften gab. Es stimmt allerdings, dass zu Anfang dieses Buch nicht nach seinem Schreiber benannt wurde. Doch es ist unzweifelhaft von historischen Personen belegt, dass er der Schreiber war ind zwar von Kap. 1 bis Kap. 28.
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Re: Neue Erkenntnisse zum Matthaeusevangelium

Beitragvon Michael » 21. Dezember 2015, 20:28

Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine Antwort!
Ich stimme Dir ja zu, aber ich habe den Ur-Matthaeus untersucht, der bereits ca.40 AD existierte und in aramäisch geschrieben wurde, nicht in griechisch, und die ersten beiden Kapitel waren nicht enthalten! Hast Du Dir wirklich die Diskussion hier durchgelesen, wir reden sonst über verschiedene Dinge!
Liebe Grüße
Michael
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