Jesus ist Gott

Austausch zu Fragen bzgl. der Trinitätslehre

Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 19. Dezember 2014, 15:56

Hallo ihr,
ich bin zufällig auf eure Seite hier gestoßen und war schockiert von der Lehre hier: überall wird proklamiert, dass Jesus nicht Gott ist und von sich auch nie den Anspruch dazu erhoben hat. Außerdem wird die Dreieinigkeit abgelehnt.
Deshalb möchte ich hier mal als Gegenpart dazustoßen. Ich vertrete die Lehre der Dreieinigkeit und bin auch der festen Überzeugung, dass Jesus Gott ist.

Dies ist ein essentielles Thema der ganzen Christenheit, deshalb entscheidet das Verständnis der Person Jesu eigentlich über ewiges Leben und Irrlehre, deshalb sollten wir dort mit viel Bedacht hineingehen.

Hier meine Gründe für diese Auffassung und meine Argumentation:

1.
Fangen wir an mit dem Klassiker: Joh 1, 1 - 3 ist so eindeutig, dass es sogar in einigen Bibeln umgeschrieben werden musste, weil man nicht wahrhaben wollte, dass Jesus Gott ist. Hier steht auch ganz klar seine Präexistenz im Vordergrund.

2.
Bleiben wir im Johannesevangelium:
Gott ist ein eifersüchtiger Gott (2. Mose 34, 14). Er will Gott allein sein und alle Ehre für sich beanspruchen.
Dennoch sagt Joh 5, 23 (und ja, ich habe euren Post darüber gelesen), dass der Sohn geehrt werden soll, wie der Vater geehrt wird. Wenn Gott es aber nicht haben kann, dass anderen die Ehre zuteil wird, warum will er dann, dass sein Sohn geehrt wird? Weil sie eins sind!
Überhaupt zeigt das ganze Kapitel 5 im Johanensevangelium die Gleichförmigkeit Jesu mit seinem Vater. Das Fazit ist: Joh 10, 30: Ich und der Vater sind eins.
Sie sind nicht nur eins in ihrer Perspektive, Charakter und Auftreten. Sie sind Eins. Jesus kann Dinge tun, die eigentlich nur Gott tun kann! Das sie eins sind bedeutet, dass sie ineinander verbunden sind. EINE Gottheit, bestehend aus dem Vater und Sohn, nachher wie man erfährt auch aus dem Heiligen Geist: DREIEINIGKEIT

3.
Weiter im Johannesevangelium:
Joh 20, 28: Thomas sagt: Mein Herr und mein Gott!

Nun, wenn jemand dabei war einen Engel anzubeten, was haben die Engel getan? Sie haben unbedingt diese Ehre verweigert und die Menschen gewarnt, vor sich niederzufallen!
Wenn aber der Prophet, der Gesandte Gottes zulässt, dass man ihn als Gott anbetet, dann hat er entweder die Ehre des Vaters gestohlen, er wäre also nicht sündlos, oder weiter: er ist tatsächlich Gott.

4.
1. Mose 1, 26
Wie kommt Gott dort auf die Formulierung: "Lasst UNS einen Menschen machen".
Moment, Gott ist doch nur einer? Ja, aber in seiner Gottheit ist er Plural: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Oder wie erklärt ihr sonst, dass Gott mit sich in der Pluralform spricht?

5.
Der Engel des Herrn(und auch das habe ich bei euch gelesen) aus 2. Mose 3 spricht aus dem Busch: Ich bin der, der ich bin.
Dort steht nicht, dass Gott spricht und dennoch wird immer gesagt, Gott der "Ich bin" (Yahwe) hat gesprochen.
Es ist also ein Unterschied, es war nicht nur ein gewöhnlicher Engel. Es war die Bezeichnung für eine ganz besondere Person! Es war die Erscheinung Jesu im alten Testament.
Woher ich das weiß?

Joh 18, 6: Dort offenbart Jesus seinen wahren Namen, was eine solche Macht ausstrahlte, dass alle zu Boden fielen: "Ich bin" Dort erklärt Jesus, dass er der große "Ich bin" aus dem Busch in 2. Mose 3 ist!

6.
Wenn Jesus kein Gott ist, warum wird dann zu ihm gebetet? 1. Kor 1, 2
Wir rufen doch immer den Namen Gottes an oder nicht?

7.
Es musste Gott am Kreuz sterben, nicht ein perfekter Mensch oder Engel.
Warum?

Jedes Leben, dass wir oder ein Engel besitzen, ist doch von Gott geschenkt. Wir würden also unser Leben geben, das eigentlich nur von Gott geschenkt ist.
Das ist so, als ich würde ich euer Auto für Gott geben. Wir haben kein eigenes Leben. Eigenes Leben hat nur Gott!

Erstmal: Joh 5, 21: Wie kann Jesus lebendig machen, hätte der das Leben selbst nur von Gott bekommen? Er kann, weil er aus sich heraus lebt.

Joh 10, 18: Warum kann Jesus sich selbst das Leben nehmen und geben? Weil er nunmal Gott ist! Nebenbei beschreibt er seine Abhängigkeit zum Vater, weil sie eins sind.

8.
1. Joh 4, 8: Gott ist Liebe.
Nun ist bekannt, dass die Liebe einen Sender und Empfänger haben muss. Liebe hat immer Bezug auf eine andere Person oder Sache. Du kannst nicht alleine lieben, dann stellt sich immer die Frage: was, oder wen liebst du?

Wenn Gott Liebe ist und es immer war, dann bedeutet das, bevor er die Engel und Welt geschaffen hat, muss er Liebe gewesen sein.
Liebe braucht aber immer eine zweite Person, einen Empfänger. Das heißt also, Gott muss VOR der Erschaffung der Welt eine andere Person geliebt haben: Dreieinigkeit Gottes. Vater hat Sohn immer geliebt, Sohn hat Vater immer geliebt: Gott ist Liebe.



Gut, das waren die schwächeren Argumente, jetzt holen wir die schweren Geschütze auf:

9.
Joh 8, 58: Eindeutig sagt Jesus: "Ehe Abrahame wurde, bin ich" --> Dort steht eindeutig, dass Jesus von sich behauptet hatte, Präexistent gewesen zu sein und somit Gott. Dies haben die Juden auch verstanden: Joh 5, 18. Das war auch der Grund, warum sie ihn umbringen wollten.

10.
Jesus spricht in den ganzen Evangelien als Menschensohn. Schonmal darüber nachgedacht, warum er das immer von sich behauptet?

Dan 7, 13!
Dort wird gesagt, dass der Menschensohn aus dem Himmel kommt, von Gott. Jesus erhebt an den ganzen Stellen, in denen er vom Menschensohn spricht, Anspruch darauf, eben dieser Menschensohn aus dem Himmel zu sein.
Wenn er von Gott aus dem Himmel gesandt wurde, musste er vorher existiert haben.

11.
Ich denke ihr stimmt mir zu, wenn ich euch sage, dass Jesus die Menschen gerettet hat, oder?
Er hat die Menschen von Sünden befreit und erlöst.

Naja, dann muss Jesus Gott sein. Denn Gott sagt durch Jona in Jona 2, 10(Elberfelder Übersetzung): Die Rettung gehört dem Herrn. In der englischen Übersetzung sogar noch deutlicher.
Jesus rettet, und die Rettung gehört dem Herrn --> Jesus ist also Gott der HERR.

Wer sonst, außer Gott könnte den ganzen Zorn Gottes am Kreuz tragen? Ein Mensch etwa? Es muss Gott selbst gewesen sein!


FAZIT:

Jesus erhebt ganz klar den Anspruch Gott selbst zu sein. Das waren längst nicht alle Bibelstellen. Jesus und sein Vater sind zwar getrennte Personen, aber dennoch eins. Deshalb auch eine Gottheit. Es gibt keinen theologischen Widerspruch in der Bibel.
Wenn Jesus behauptet Gott zu sein, und ihr das nicht haben wollt, gibt es nur zwei Möglichkeiten:
1. Jesus hat gelogen, ihr habt recht, und er ist gar nicht Gott.
2. Jesus ist Gott und ihr seid Irrlehrer.


So und nun zum Schluss, weiß ich, dass ihr diesen Post löschen werdet.
Fakt ist aber, dass jeder, der die Wahrheit sucht, verstehen wird, dass Jesus Gott ist. Und dass die Dreieinigkeit nicht einfach aus dem Ärmel gezogen wurde.

So, jetzt könnt ihr meinen Account wieder bannen, und wenn ihr wollte auch diesen Post löschen, hauptsache ein paar von euch werden einsehen, dass nur der Glaube an Jesus Christus als Gott rettet.


LG
Giesi
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 19. Dezember 2014, 17:59

Hallo
Giesi hat geschrieben: ... So und nun zum Schluss, weiß ich, dass ihr diesen Post löschen werdet.

warum sollte der Beitrag gelöscht werden?
Mir scheint eher, Sie vermuten anstatt zu wissen, und unterstellen dabei anderen Personen Dinge, die falsch sind.
Giesi hat geschrieben: So, jetzt könnt ihr meinen Account wieder bannen, und wenn ihr wollte auch diesen Post löschen, hauptsache ein paar von euch werden einsehen, dass nur der Glaube an Jesus Christus als Gott rettet.

Ich sehe keinen Anlass, Ihren Account oder den Beitrag zu löschen. Solange Sie sachlich argumentieren und sich in Ihren Anmerkungen auf das Thema konzentrieren, gibt es keinen Anlass, etwas zu löschen.
Sie sollten aber davon Abstand nehmen, etwa andere Forenteilnehmer zu verunglimpfen und zu beleidigen ... solange Sie andere so behandeln, wie Sie es auch von denen bzgl. Ihrer Person erwarten, können Sie gerne Ihr Verständnis und Ihre Meinung darlegen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 20. Dezember 2014, 14:00

Hallo
Giesi hat geschrieben: Hier meine Gründe für diese Auffassung und meine Argumentation:
1. Fangen wir an mit dem Klassiker: Joh 1, 1 - 3 ist so eindeutig, dass es sogar in einigen Bibeln umgeschrieben werden musste, weil man nicht wahrhaben wollte, dass Jesus Gott ist. Hier steht auch ganz klar seine Präexistenz im Vordergrund.
...

Joh 1,1-3 ist sicherlich ein Klassiker unter Anhängern der Trinitätslehre ... das Problem ist allerdings sehr einfach:
Der Text in Joh 1,1-3 sagt gar nicht das, was Trinitarier in diese Aussagen des Johannes hineinlesen!

Welche Bibeln wurden umgeschrieben? Wo steht in Joh 1,1-3 etwas von einer bereits lebenden Person Jesus? Von welchem Anfang ist dort die Rede? Was existierte an jenem Anfang? Hat Gott überhaupt einen Anfang ?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 21. Dezember 2014, 19:16

Hallo,
Giesi hat geschrieben: 5. Der Engel des Herrn(und auch das habe ich bei euch gelesen) aus 2. Mose 3 spricht aus dem Busch: Ich bin der, der ich bin.
Dort steht nicht, dass Gott spricht und dennoch wird immer gesagt, Gott der "Ich bin" (Yahwe) hat gesprochen.
Es ist also ein Unterschied, es war nicht nur ein gewöhnlicher Engel. Es war die Bezeichnung für eine ganz besondere Person! Es war die Erscheinung Jesu im alten Testament.
Woher ich das weiß?

Joh 18, 6: Dort offenbart Jesus seinen wahren Namen, was eine solche Macht ausstrahlte, dass alle zu Boden fielen: "Ich bin" Dort erklärt Jesus, dass er der große "Ich bin" aus dem Busch in 2. Mose 3 ist! ...

der Zusammenhang des Verses in Joh 18,6 berichtet folgendes:
Joh 18,4-8 (Lu 1984)
4 Da nun Jesus alles wußte, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr?
5 Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin's! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen.
6 Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin's!, wichen sie zurück und fielen zu Boden.
7 Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus von Nazareth.
8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin. Sucht ihr mich, so laßt diese gehen!

Wo erwähnt Jesus in seinen Worten auch nur im entferntesten etwas von dem, was in 2Mo 3 ausgesagt ist? Wen suchten die Soldaten, wen wollten sie verhaften? War die Schar etwa ausgezogen, weil sie Gott gefangennehmen wollten? Haben die Soldaten etwa Gott verhaftet?

Es sollte jedem Leser völlig klar sein, worum es hier in diesem Abschnitt in Joh 18 geht ... und dieser Abschnitt sagt absolut nichts von dem, was Sie hier behaupten ....
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 22. Dezember 2014, 01:21

Zuerst mal entschuldige ich mich für den Tonfall.

Weiter muss auch Joh 18 im großen Kontext der ganzen Bibel gesehen werden:
Es soll zeigen, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes(Joh 20, 31).

Nun fällt jedem aufmerksamen Leser auf, dass Jesus auffällig häufig die Formulierungen "Ich bin" gebraucht wie z.B. "Ich bin das Brot des Lebens", "Ich bin der gute Hirte" etc.
Dabei spielt er mit jedem seiner Formulierungen auf das alte Testament an. Jeder wichtige Diskurs enthält ein "Ich bin" und dann eine alttestamentliche Anspielung auf Dinge, die nur einem Gott möglich sind:
Z.B. ist der gute Hirte den Israeliten aus Psalm 23 sehr wohl bekannt. Wenn er sich nun als DER gute Hirte bezeichnet, wussten sie, dass Jesus sich hier selbst als Gott bezeichnete.

Warum sonst sollten die Worte aus Joh 18, 6 so eine Kraft ausgestrahlt haben, dass die Menschen vor ihm auf den Boden fielen?

Natürlich haben die ihn gefragt, ob er der Jesus von Nazareth ist. Sie wollten ihn nur als den menschlichen Jesus kennen. Seine Worte "Ich bin's" haben aber die göttliche Autorität Jesu ausgestrahlt, so dass sie vor ihm umfielen mussten. Dennoch nahmen sie ihn nur als menschlichen Jesus an, deshalb nochmal die Suche nach "Jesus von Nazareth".

Und dennoch entkräftet dein Argument meines auf keinen Fall. Allein schon, dass in 2. Mose 3 der Engel des Herrn sich als "Ich bin" vorstellt sollte Zweifel an eurer Lehre entwickeln. Es stellt sich dann die Frage, wenn Gott wirklich eine einzige Person ist: wer ist dann dieser Engel des Herrn, und warum stellt er sich als der große Yahwe vor?
Und dann bleibt noch die Frage: aus welchem Grund sollten die Juden damals vor Jesus zu Boden gefallen sein?

Und dann sind dort noch weitere 10 Argumente in meinem ersten Post, die Jesu Gottheit beweisen. Und das sind bei Weitem noch nicht alle...



Zum Schluss noch eine Frage persönlicher Art an den Herrn Schneider:
Wenn ich dir beweisen könnte, dass Jesus nach der Schrift zu 100% Gott ist. Würdest du ihn dann auch als deinen Gott annehmen?

Ich frage, weil ich wissen will, ob ihr hier nach der Wahrheit sucht, oder einfach nur eure Lehre proklamieren wollt.


LG
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 22. Dezember 2014, 06:28

Giesi hat geschrieben: Und dann sind dort noch weitere 10 Argumente in meinem ersten Post, die Jesu Gottheit beweisen. Und das sind bei Weitem noch nicht alle...
Bereits die 2 Argumente, auf welche ich geantwortet habe, sind nicht schlüssig und beweisen keineswegs, was sie angeblich beweisen sollen. Sie wurden auf eine bestimmte Art und Weise interpretiert, um vermeintlich zu beweisen, dass Jesus von Nazareth der Allmächtige Gott sei ... Mit den anderen Argumenten verhält es sich genauso.
Giesi hat geschrieben: Zum Schluss noch eine Frage persönlicher Art an den Herrn Schneider:
Wenn ich dir beweisen könnte, dass Jesus nach der Schrift zu 100% Gott ist. Würdest du ihn dann auch als deinen Gott annehmen?

Ich bin von Kindheit an in der Konfessionsgemeinschaft / Kirche mit der Lehre Jesus sei Gott vertraut und habe viele Jahre an dieses Kirchendogma geglaubt ... und da es wie eine "unantastbare Wahrheit" hingestellt wurde, dauerte es eine geraume Zeit intensiver Beschäftigung mit der Bibel, bis ich erkannte, dass dieses Dogma gar nicht biblisch ist, sondern eine an antike Mythologie angelehnte falsche Lehre, die durch die Konzilien des 4. Jhdts n.Chr. in der staatlich gestützten "Amtskirche" etabliert wurde und bis heute als Hauptpfeiler ihrer Dogmatik gilt.
Giesi hat geschrieben: Ich frage, weil ich wissen will, ob ihr hier nach der Wahrheit sucht, oder einfach nur eure Lehre proklamieren wollt.

Mit anderen Worten, Du stellst Deine Lehre als Wahrheit hin, und wenn jemand ein anderes Verständnis einer biblischen Aussage hat, welches Deine Interpretation in Frage stellt, dann stempelst Du diese andere Person einfach als "sucht nicht nach der Wahrheit" ab?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 24. Dezember 2014, 15:09

Ich habe meine Interpretation nicht als Wahrheit dahingestellt.
Ich selbst bin auf der Suche, sehe aber viel mehr Stellen aus der Schrift die FÜR Jesus als Gott stehen. Und verstehe vor allem die Einwände nicht...

Die Sache ist, wenn wir beide festgefahren in unserer Meinung sind, dann bringt die ganze Diskussion nichts oder?

Du hast diese beiden Argumente übrigens nicht entkräftet, außerdem kannst du mir immer noch nicht erklären, warum die Menschen in der besagten Johannesstelle sonst umgefallen sind.
Komischerweise gehst du auch auf den Rest nicht ein. Ich habe mir ein paar deiner Studiennotizen durchgelesen und leider sind z.B. deine Argumentation zu 1. Mose 1, 26 unhaltbar...

Schauen wir mal: Du hast 1. Mose 1, 26 nicht geklärt oder aufgelöst. Du hast lediglich Bibelstellen aufgeführt die zeigen, dass Gott allein tätig war.
Dem stimme ich auch. Allerdings frage ich mich dennoch wie das "UNS" in diesem Vers gehandhabt wird. Darauf gehst du gar nicht mehr ein.

Die Lösung ist eindeutig: Wir sehen in Joh 1, dass DURCH das Wort alles geschaffen wurde. Der Vater hat durch Jesus die Welt erschaffen. Außerdem streifte sein Geist (1. Mose 1, 1 - 3) durch die Erde. Wir sehen also den dreieinigen Gott in Aktion. Der Vater schuf DURCH Jesus. Dabei hatte er auch keine Gehilfen. Denn Gott ist ja EINS. Kein Engel, kein Mensch hat ihm geholfen. Gott selbst hat es geschaffen: Vater durch Sohn.
Jesus wollte mit seinen Worten aus Mt 19, 4 nicht zeigen, dass die Welt nur durch den Vater geschaffen wurde. Er gebraucht die Schöpfung um zu erklären, ob jemand sich scheiden lassen darf.
Weiter beinhaltet der Begriff "Gott" etwas Universelles: wollte er sich in Mt 19, 4 von der Schöpfung distanzieren, hätte er doch gesagt: "Der Vater hat sie als Mann und Frau geschaffen". Weil er aber von Gott spricht, meint er hier den pluralistischen dreieinigen Gott aus 1. Mose 1, 26 der von einem "UNS" spricht.


Du siehst, ich habe Probleme mit der Argumentation. Und es geht hier nicht lediglich um eine Interpretation. Es steht sogar wortwörtlich in der Bibel, dass Jesus Gott ist. Dann verstehe ich nicht, warum du dir so viel Mühe machst dieses Verständnis zu verwerfen.


EDIT: Was ich hiermit erreichen möchte ist Folgendes:
Ich möchte mit dir argumentieren. Entkräften, bekräften und das alles auf der Grundlage der Bibel um herauszufinden, wer denn nun das Wahre glaubt. Also zeig mir, was gegen Jesus als Gott spricht, und ich hab dir ja schon gezeigt, was für Jesus als Gott spricht. Dann schauen wir, welche Interpretation die wahrscheinlichere ist.


In dem Sinne, eine frohe Weihnachten!
Giesi
 
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 24. Dezember 2014, 17:48

Entschuldige den Doppelpost.

Ich komme gerade vom Weihnachtsgottesdienst und mir ist Micha 5, 1 aufgefallen:

1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Eine ganz klare Prophezeiung auf Jesus. Und er ist von Ewigkeit her gewesen. Ganz klar ist Jesus präexistent gewesen. Doch nur Gott ist präexistent: Jesus muss Gott sein.

Entschuldigung, aber es will mir nicht in den Kopf gehen, wie man dann Jesu Präexistenz leugnen kann...
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 25. Dezember 2014, 08:58

Giesi hat geschrieben:Ich komme gerade vom Weihnachtsgottesdienst und mir ist Micha 5, 1 aufgefallen:

1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Eine ganz klare Prophezeiung auf Jesus. Und er ist von Ewigkeit her gewesen. Ganz klar ist Jesus präexistent gewesen. Doch nur Gott ist präexistent: Jesus muss Gott sein.

Ich empfehle meine kleine Studie zu genau diesem Vers Micah 5,1 - Ausgang von Ewigkeit her?
Die dort aufgeführten Informationen zum Text sollten schnell klären können, was es mit dieser Prophezeiung des kommenden Messias auf sich hat, und dass man diese nicht so mißverstehen kann, als habe dieser bereits von Ewigkeit her als Gott gelebt.

Übrigens, alle an Christus Glaubenden haben auch schon von vor Grundlegung der Welt "präexistiert" (vgl. etwa Eph 1,4). allerdings sollte klar sein, dass "präexistiert" nicht gleichbedeutend ist mit "bereits gelebt".
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 25. Dezember 2014, 11:15

Giesi hat geschrieben:Ich selbst bin auf der Suche, sehe aber viel mehr Stellen aus der Schrift die FÜR Jesus als Gott stehen. Und verstehe vor allem die Einwände nicht...

Genau das ist vermutlich die Ursache des Problems ... ein sehr simpler Einwand ist: "Die Bibel lehrt, der wahre Gott ist EINER, und nicht DREI!" Ein anderer Einwand: "Die Bibel lehrt, Gott ist nicht ein Mensch, und ein Mensch kann nicht Gott sein!" Ein anderer Einwand: "Laut Bibel gibt es kein Lebewesen, das sowohl Gott als auch Mensch ist!"

Solange man im Bann der Trinitätslehre steht, wird es immer ein "aber ..." als versuchte Antwort geben, wobei aber letztlich all diese Argumente dahin führen, dass dieses Dogma "ein unerklärliches Geheimnis" sei, und es uns Menschen gar nicht möglich sei, es je zu verstehen! Eine sehr schlaue Behauptung, mit der man übrigens jeglichen Schwachsinn als (angebliche) Wahrheit hinstellen kann, weil ja niemand -- solange er nicht die Falschheit in der Prämisse an sich erkennt ! -- etwas gegen eine solche "(Un)Logik" sagen kann.
Giesi hat geschrieben: Du hast diese beiden Argumente übrigens nicht entkräftet, außerdem kannst du mir immer noch nicht erklären, warum die Menschen in der besagten Johannesstelle sonst umgefallen sind.

Die Aussagen in Joh 18 teilen uns nicht mit, warum die Soldaten zurückwichen und umgefallen sind, als Jesus sich so offen und ohne Zögern als derjenige zu erkennen gab, den sie suchten! Statt nun fälschlich aus seinen Worten "Ich bin es (den ihr sucht)" theologisch unbegründet zu behaupten, er habe behauptet der Allmächtige Gott zu sein, indem er hier sich als "ICH BIN" bezeichnete -- was er ja laut dem Text und Kontext gar nicht tat! -- nehme ich lieber an, dass es wohl einen anderen Grund für ihre Reaktion gab. Es mag sein, dass einige Dinge über ihn gehört hatten, seine Wundertaten waren ja durchaus Gesprächsstoff gewesen, auch hatte es nur kurze Zeit davor einigen Aufruhr gegeben, als er nach Jerusalem gekommen war und viel Volk ihm als "Sohn Davids" gehuldigt hatten.
Giesi hat geschrieben: Komischerweise gehst du auch auf den Rest nicht ein. Ich habe mir ein paar deiner Studiennotizen durchgelesen und leider sind z.B. deine Argumentation zu 1. Mose 1, 26 unhaltbar...

Schauen wir mal: Du hast 1. Mose 1, 26 nicht geklärt oder aufgelöst. Du hast lediglich Bibelstellen aufgeführt die zeigen, dass Gott allein tätig war.
Dem stimme ich auch. Allerdings frage ich mich dennoch wie das "UNS" in diesem Vers gehandhabt wird. Darauf gehst du gar nicht mehr ein.

Im letzten Abschnitt gehe ich sehr wohl darauf ein ... siehe:
Aus den erwähnten Stellen geht eindeutig hervor, dass Gott einerseits von sich meist in der Einzahl spricht oder von Ihm in der Einzahl gesprochen wird ("ich", "er", usw.), dass ER selbst aber auch in besonderen Situationen von sich selbst im Plural ("uns") spricht, obwohl ER selbst nur ein Einzelner ist, der handelt. Es handelt sich dabei offensichtlich um eine besondere Redeweise, mit der Gott Seiner Majestät, Seiner Größe, Betonung und Ausdruck verleiht. Die Verwendung des Pronomens "uns" ist Teil einer Redefigur, einer Redeweise, und bezieht sich nicht im buchstäblichen Sinne darauf, dass eine andere Person in der Sache einbezogen war.

Giesi hat geschrieben: Die Lösung ist eindeutig: Wir sehen in Joh 1, dass DURCH das Wort alles geschaffen wurde. Der Vater hat durch Jesus die Welt erschaffen. Außerdem streifte sein Geist (1. Mose 1, 1 - 3) durch die Erde. Wir sehen also den dreieinigen Gott in Aktion. Der Vater schuf DURCH Jesus. Dabei hatte er auch keine Gehilfen. Denn Gott ist ja EINS. Kein Engel, kein Mensch hat ihm geholfen. Gott selbst hat es geschaffen: Vater durch Sohn.

Gott hat nicht "durch Jesus" (denn dann hätte er sehr wohl eine zweite Person, ein zweites Lebewesen als Gehilfen gehabt) geschaffen, sondern "durch Wort", was in 1Mo 1 betont gesagt ist in den Worten: "Und Gott SPRACH ...."

Die von Ihnen vorgeschlagene Lösung ist "theologisch fabriziert", widerspricht aber dem Text selbst, der in 1Mo 1,26-27 von Gott als einer einzelnen (!) handelnden Person spricht.
Giesi hat geschrieben: Weiter beinhaltet der Begriff "Gott" etwas Universelles:

???
Giesi hat geschrieben: wollte er sich in Mt 19, 4 von der Schöpfung distanzieren, hätte er doch gesagt: "Der Vater hat sie als Mann und Frau geschaffen". Weil er aber von Gott spricht, meint er hier den pluralistischen dreieinigen Gott aus 1. Mose 1, 26 der von einem "UNS" spricht.

Ein wenig mehr "theologisch fabriziertes" Gedankengut ... Jesus versteht "Vater" und "Gott" als identisch, für ihn gibt es keinen "pluralistischen Gott", weder "dreieinig, noch dreifaltig, etc"
Giesi hat geschrieben: Du siehst, ich habe Probleme mit der Argumentation.

Derlei Probleme sind mir wohl bekannt ... sie beruhen alle darauf, dass man das (falsche) trinitarische Dogma als Basis für das Verständnis der Schrift nimmt, anstatt zu erkennen, dass eben diese Prämisse bereits falsch ist, und somit alle logischen Folgerungen und Interpretationsversuche auf dieser Grundlage ebenfalls falsch sein werden.
Giesi hat geschrieben: Es steht sogar wortwörtlich in der Bibel, dass Jesus Gott ist. Dann verstehe ich nicht, warum du dir so viel Mühe machst dieses Verständnis zu verwerfen.

Wo steht wortwortlich in der Bibel, dass Jesus Gott -- der wahre und allmächtige Gott -- ist ? Wenn dem so wäre, hätte Jesus sich offenbar geirrt, etwa wenn er zu Gott betet und seinen Vater ALLEIN als den wahren Gott bezeichnet (vgl Joh 17,3) !
Giesi hat geschrieben: EDIT: Was ich hiermit erreichen möchte ist Folgendes:
Ich möchte mit dir argumentieren. Entkräften, bekräften und das alles auf der Grundlage der Bibel um herauszufinden, wer denn nun das Wahre glaubt. Also zeig mir, was gegen Jesus als Gott spricht, und ich hab dir ja schon gezeigt, was für Jesus als Gott spricht. Dann schauen wir, welche Interpretation die wahrscheinlichere ist.

S.o. ... Du hast lediglich die allgemein verbreitete Argumentation auf der Grundlage des kirchlichen Dogmas der Trinitätslehre wiederholt, die aber bestimmte biblische Textstellen jeweils so interpretiert, wie es für das Dogma passt, und bei anderen Stellen, die dies widerlegen, dann auf Ausreden ausweichen muss, wie etwa "Jesus war sowohl Gott als auch Mensch", etc ... wobei genau diese Behauptung dann aber eine Unmöglichkeit ist.
Giesi hat geschrieben: In dem Sinne, eine frohe Weihnachten!

Danke ... frohe Feiertage!
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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