Jesus ist Gott

Austausch zu Fragen bzgl. der Trinitätslehre

Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Pht » 1. Januar 2015, 14:50

BC Editor hat geschrieben:hallo,
eine solche Vermutung bzgl. einer möglichen Änderung und Fälschung des Wortlauts in Joh 20,28 ergibt zwar durchaus einen gewissen Sinn und erscheint plausibel ... daher würde mich interessieren, ob Du auch vielleicht noch weitere textliche Indikationen (Wortlaut in Handschriften, etc.) hast, die eine solche Möglichkeit stützen?


Hallo BC Editor,

im ganzen Neuen Testament wird Jesus immer mit Meister oder Herr angesprochen, ausser eben bei Joh. 20,28 siehe:

Lukas 8,24
Lukas 9,37
Lukas 20,21
Markus 10,19
Markus 12,14

und viele mehr... nicht ein einziges weiteres mal mit Gott

Gesegnete Grüße
und noch nachträglich ein Gutes Neues Jahr 2015

Pht
Zuletzt geändert von Pht am 3. Januar 2015, 16:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 1. Januar 2015, 17:23

Hallo
Pht hat geschrieben:im ganzen Neuen Testament wird Jesus immer mit Meister oder Herr angesprochen, ausser eben bei Joh. 20,28 siehe:
Lukas 8,24
Lukas 9,37
Lukas 20,21
Markus 10,19
Markus 12,14
und viele mehr... nicht ein einziges weiteres mal mit Gott

der Sachverhalt ist mir schon klar ... das aber ist ja nicht unbedingt ein Hinweis/Beweis für ein Textproblem in Joh 20,28. Mir ist bislang noch keine MS bekannt, die auf einen anderen Wortlaut, eine Textvariante hindeutet, was dann ein wesentliches Argument wäre.
Ohne zumindest einen Hinweis auf eine Textvariante mit diesem Wortlaut ist es eher schwer, eine Textfälschung anzunehmen ... selbst wenn -- wie Du eindrücklich ausführst -- vom erweiterten Kontext her dies logisch erscheint und eine durchaus große Wahrscheinlichkeit dafür besteht.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Pht » 2. Januar 2015, 15:19

BC Editor hat geschrieben:Hallo
der Sachverhalt ist mir schon klar ... das aber ist ja nicht unbedingt ein Hinweis/Beweis für ein Textproblem in Joh 20,17. Mir ist bislang noch keine MS bekannt, die auf einen anderen Wortlaut, eine Textvariante hindeutet, was dann ein wesentliches Argument wäre.
Ohne zumindest einen Hinweis auf eine Textvariante mit diesem Wortlaut ist es eher schwer, eine Textfälschung anzunehmen ... selbst wenn -- wie Du eindrücklich ausführst -- vom erweiterten Kontext her dies logisch erscheint und eine durchaus große Wahrscheinlichkeit dafür besteht.


Hallo BC Editor,

im Greber-Buch wird auf Seite 16 + 172-175 auch auf die Bibelfälschungen eingegangen:
http://gott-und-christus.de/download/Greber_deutsch.pdf

Aber mir ist schon klar, dass der Inhalt dieses Buches natürlich kein irdischer Beweis ist.

LG

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 2. Januar 2015, 17:44

Hallo,
Pht hat geschrieben: im Greber-Buch wird auf Seite 16 + 172-175 auch auf die Bibelfälschungen eingegangen:
http://gott-und-christus.de/download/Greber_deutsch.pdf

Aber mir ist schon klar, dass der Inhalt dieses Buches natürlich kein irdischer Beweis ist.

das Problem liegt darin, dass sich aus den bislang verfügbaren alten Handschriften usw. kein Hinweis ergibt, dass diese Stelle in Joh 20,17 wie erwähnt textlich abgeändert wurde ...

Will man daher von einem anderen ursprünglichen Wortlaut ausgehen, so hat man keine Beweise, nicht einmal Hinweise, und steht lediglich mit der eigenen Meinung und Vermutung da. Vermuten und etwas meinen kann jeder gleichermaßen, und sich dann aber auf irgendwelche persönlich zuteil gewordene Offenbarungen zu berufen, um der eigenen Position dadurch letztlich ein "unfehlbar-Merkmal" zu geben, ist mir aufgrund meines bisherigen Gesamt-Verständnisses der biblischen Schriften sehr suspekt (schon mal die Redewendung "gebranntes Kind scheut das Feuer" gehört? ).

Mir geht es übrigens nicht unbedingt um ein "irdisches Zeugnis" als Beweis, sondern um ein "textliches Zeugnis", welches zumindest eine Indikation gäbe, dass es zu einem früheren Zeitpunkt einen Wortlaut dieser Stelle gab, der von dem Wortlaut in unseren heutigen Bibelübersetzungen und den bis dato bekannten Handschriften abwich und mit den mehreren anderen Stellen mit ähnlichen Aussagen in Einklang steht.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Pht » 3. Januar 2015, 11:31

BC Editor hat geschrieben:Mir geht es übrigens nicht unbedingt um ein "irdisches Zeugnis" als Beweis, sondern um ein "textliches Zeugnis", welches zumindest eine Indikation gäbe, dass es zu einem früheren Zeitpunkt einen Wortlaut dieser Stelle gab, der von dem Wortlaut in unseren heutigen Bibelübersetzungen und den bis dato bekannten Handschriften abwich und mit den mehreren anderen Stellen mit ähnlichen Aussagen in Einklang steht.


Hallo BC Editor,
vielleicht haben wir ja noch in unserer Lebensspanne das Glück, dass Schriftrollen des Johannesevangeliums aus der Zeit um ca 100-200 n.Ch. entdeckt und veröffentlicht werden.

Oder es werden noch weitere Funde von Origenes entdeckt, die auch das Johannesevangelium betreffen:
http://www.uni-muenster.de/FB2/origenes ... rfund.html

LG

Pht
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 3. Januar 2015, 13:20

Hallo
Pht hat geschrieben: vielleicht haben wir ja noch in unserer Lebensspanne das Glück, dass Schriftrollen des Johannesevangeliums aus der Zeit um ca 100-200 n.Ch. entdeckt und veröffentlicht werden.

Oder es werden noch weitere Funde von Origenes entdeckt, die auch das Johannesevangelium betreffen:
http://www.uni-muenster.de/FB2/origenes ... rfund.html" onclick="window.open(this.href);return false;

das wäre natürlich sehr interessant. Es braucht übrigens (zumindest für mich) nicht unbedingt ein MS des Johannesevangeliums aus der sehr frühen Zeit n.Chr. ... selbst eine Handschrift aus späterer Zeit, in der auf diesen Abschnitt aus Joh 20 Bezug genommen wird, wäre bereits ein Indiz, dass der bislang bekannte Wortlaut nicht zwingend der ursprüngliche Wortlaut gewesen sein muss.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 4. Januar 2015, 12:25

Erstmal wieder Entschuldigung, bin manchmal sehr aufbrausend.

Ich verstehe aber nicht. Wenn in Joh 20 Thomas Jesus seinen Gott nennt und Jesus sagt: "Du glaubst", dann wird auf eine Umfälschung hingewiesen?!
Ist nicht Gottes Wort unfehlbar? Hätte der allmächtige Vater nicht verhindert, dass diese Fälschung auftritt, wenn er doch so eifersüchtig ist, dass niemand Gott ist außer er?
Diese Stelle auf eine Fälschung herzuführen ergibt für mich keinen Sinn. Gott selbst wacht doch über seine Schrift und unheimlich viele MS bestätigen hier das griechische Wort theos. Und wenn nun EINE einzige MS ein anderes Wort enthalten würde, wäre die dann glaubhafter als die anderen tausend MS über das Johannesevangelium?

Thomas war dabei nicht der einzige. Einige Textstellen enthalten nicht das Wort "Gott" in sich, sondern beziehen sich generell auf Anbetung.
Dabei ist der Grundsatz aus Mt 4, 10 zu befolgen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen". Das griechische Wort für Anbetung ist hier pruskuneo.

Joh 9, 38: Und er sprach: "Herr ich glaube" und betete ihn an. --> Das gleiche Wort pruskuneo bezogen auf Jesus
Mt 8, 2: Und aus Aussätziger kam und fiel vor ihm nieder und sprach: "Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen"

Das deutsche Ausdruck "fiel vor ihm nieder" ist im griechischen eben derselbe Begriff: pruskuneo Oder im Englischen: to worship --> Anbetung


Jesus hat also nicht nur von Thomas Anbetung erfahren. Es waren auch einige andere Personen. Jedoch gehört die Anbetung allein Gott.
Als Gegenbeispiel die Reaktion Petrus beim Versuch der Anbetung:
Apg 10, 25.26: Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch.

Ist Jesus nicht gottesfürchtiger als Petrus gewesen? Dann hätte er die Anbetung doch gleichfalls ablehnen müssen und sagen, dass er nur ein Mensch sei.
Warum also tut er das nicht? Warum lehnt er Thomas und die anderen Anbeter nicht ab?
Giesi
 
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 4. Januar 2015, 13:21

Hallo
Giesi hat geschrieben: Ich verstehe aber nicht. Wenn in Joh 20 Thomas Jesus seinen Gott nennt und Jesus sagt: "Du glaubst", dann wird auf eine Umfälschung hingewiesen?! Ist nicht Gottes Wort unfehlbar? Hätte der allmächtige Vater nicht verhindert, dass diese Fälschung auftritt, wenn er doch so eifersüchtig ist, dass niemand Gott ist außer er?
Worauf bezieht sich Jesu Antwort: "Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du ...." ?? Was hat Thomas geglaubt? Worum geht es hier im Zusammenhang? Geht es darum, dass Jesus Gott ist oder nicht? Oder geht es darum, dass der Mensch Jesus von den Toten auferweckt wurde ? Die Antwort ist offensichtlich. Was Thomas gesagt hat, zeigte Jesus an, dass Thomas nun an Jesu Auferstehung glaubte, da er ja zuvor gegenüber den anderen Aposteln verkündet hatte, der würde nicht glauben, dass Jesus tatsächlich auferstanden sei, außer dass er selbst ihn sehen und ihn gar berühren könnte.

Gott hat Sein Wort durch Propheten und Apostel offenbart und aufzeichnen lassen ... was Gott ursprünglich offenbart hat, ist Wahrheit und in allem korrekt. Es steht aber ausser Frage, dass es im Laufe der Überlieferung der biblischen Schriften textliche Veränderungen gegeben hat ... sei es aufgrund von Fehlern beim Kopieren und Abschreiben, sei es durch bewusste Änderung des Textes, etwa um eine bestimmte Lehre damit zu "stützen". Gott hat solche Fehler bei der Abschrift des Textes und dem Kopieren des Textes nicht verhindert ...

Die Frage ist, sind in V. 28 in unseren Bibeln und den Handschriften, aus denen sie übersetzt wurden, die Worte des Thomas überliefert, oder liegt hier ein solcher Fehler bzw. eine Fälschung des ursprünglichen Textes vor? An all den anderen Stellen, in denen Apostel Jesus auf ähnliche Weise ansprechen, lautet der Text immer "Herr und Meister", warum aber hier plötzlich "Herr und Gott" ?? Ein derartiger Wortlaut wäre inkonsistent mit den anderen Stellen, und zudem widerspricht diese Aussage mit dem Wortlaut "Gott" dem Rest der Schrift, die nur Einen (und eben keinen zweiten) als wahren Gott kennt.
Giesi hat geschrieben: Diese Stelle auf eine Fälschung herzuführen ergibt für mich keinen Sinn. Gott selbst wacht doch über seine Schrift und unheimlich viele MS bestätigen hier das griechische Wort theos. Und wenn nun EINE einzige MS ein anderes Wort enthalten würde, wäre die dann glaubhafter als die anderen tausend MS über das Johannesevangelium?
Ich denke, hier liegt ein Irrtum vor in der Behauptung, "Gott wacht doch über seine Schrift" ... Gott wacht eben NICHT derart über die Schrift, dass es während der Überlieferung und dem Abschreiben, usw. keine Fehler gegeben hätte. Wäre dem so, würden ja alle vorhandenen Handschriften absolut den gleichen Wortlaut haben ... was aber nicht der Fall ist!

Weiterhin ist die Anzahl vorhandener Handschriften mit einem bestimmten Wortlaut nicht entscheidend dafür, dass dieser Wortlaut auch der ursprüngliche und der korrekte Wortlaut ist. Der korrekte Wortlaut wird nicht zu anderen Stellen mit ähnlichen oder gleichen Aussagen im Widerspruch stehen, vielmehr ist ein widersprüchlicher Wortlaut ein Indiz dafür, dass man sich sorgfältig mit der textlichen Situation bzw mit der Übersetzung beschäftigen sollte, um in Erfahrung zu bringen, warum dieses Problem überhaupt vorliegt.
Giesi hat geschrieben: Thomas war dabei nicht der einzige. Einige Textstellen enthalten nicht das Wort "Gott" in sich, sondern beziehen sich generell auf Anbetung.
?? Was hat die Aussage des Thomas (ganz gleich mit welchem Wortlaut) denn mit Anbetung Gottes zu tun? Nichts!
Giesi hat geschrieben: Dabei ist der Grundsatz aus Mt 4, 10 zu befolgen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen". Das griechische Wort für Anbetung ist hier pruskuneo.

Joh 9, 38: Und er sprach: "Herr ich glaube" und betete ihn an. --> Das gleiche Wort pruskuneo bezogen auf Jesus
Mt 8, 2: Und aus Aussätziger kam und fiel vor ihm nieder und sprach: "Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen"

Das deutsche Ausdruck "fiel vor ihm nieder" ist im griechischen eben derselbe Begriff: pruskuneo Oder im Englischen: to worship --> Anbetung

Jesus hat also nicht nur von Thomas Anbetung erfahren. Es waren auch einige andere Personen. Jedoch gehört die Anbetung allein Gott.
Hier liegt eine weitere falsche Annahme vor, nämlich die, dass "Anbetung" immer gleich "Anbetung GOTTES, jemanden als GOTT anbeten" bedeutet. Eine solche Annahme ist inkorrekt.

In den von Dir erwähnten Stellen wird Jesus nicht als Gott angebetet ... vielmehr erweisen die betroffenen Personen ihm ihre Huldigung als ihrem Meister, als dem von Gott gesandten Messias, usw. Die Übersetzung in Mt 8,2 zeigt dies auch korrekt an, indem sie "fiel vor ihm nieder" und eben nicht "betete ihn (als Gott) an" lautet !! Der Aussätzige fiel vor Jesus nieder, weil er ihn als "Herr" betrachtete und ihm durch diese Handlung seine tiefste Ehrerbietung erwies.
Giesi hat geschrieben: Als Gegenbeispiel die Reaktion Petrus beim Versuch der Anbetung:
Apg 10, 25.26: Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch.

Ist Jesus nicht gottesfürchtiger als Petrus gewesen? Dann hätte er die Anbetung doch gleichfalls ablehnen müssen und sagen, dass er nur ein Mensch sei.
Warum also tut er das nicht? Warum lehnt er Thomas und die anderen Anbeter nicht ab?
S.o. ... die Antwort auf Deine Frage liegt darin, welche Art von Anbetung, Huldigung, usw. vorliegt. Dem Vater ALLEIN gebührt Anbetung als GOTT, da nur Er allein wahrer Gott ist! Jemanden oder etwas anderes "ALS GOTT anbeten" ist Götzendienst. Jemandem als das zu huldigen oder zu ehren für das, was diese Person ist, ist völlig in Ordnung und hat nichts mit einer "Gottesanbetung" zu tun. Menschen in der Bibel fielen vor ihrem König nieder, haben ihrem König als König gehuldigt ... war das Götzendienst? Nein! Hätten sie ihrem König als einem Gott gehuldigt und wären vor ihm als ihrem Gott nieder gefallen, dann wäre es Götzendienst gewesen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon Giesi » 5. Januar 2015, 13:24

Worauf bezieht sich Jesu Antwort: "Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du ...." ?? Was hat Thomas geglaubt? Worum geht es hier im Zusammenhang? Geht es darum, dass Jesus Gott ist oder nicht? Oder geht es darum, dass der Mensch Jesus von den Toten auferweckt wurde ? Die Antwort ist offensichtlich. Was Thomas gesagt hat, zeigte Jesus an, dass Thomas nun an Jesu Auferstehung glaubte, da er ja zuvor gegenüber den anderen Aposteln verkündet hatte, der würde nicht glauben, dass Jesus tatsächlich auferstanden sei, außer dass er selbst ihn sehen und ihn gar berühren könnte.


Die Antwort von Jesus bezieht sich ganz klar auf die Aussage von Thomas: "Mein Herr und mein Gott". Und jetzt Antwort eben in der Intention: Weil du gesehen hast, dass ich auferstanden bin, kommst du zu deiner Aussage.

Gott hat Sein Wort durch Propheten und Apostel offenbart und aufzeichnen lassen ... was Gott ursprünglich offenbart hat, ist Wahrheit und in allem korrekt. Es steht aber ausser Frage, dass es im Laufe der Überlieferung der biblischen Schriften textliche Veränderungen gegeben hat ... sei es aufgrund von Fehlern beim Kopieren und Abschreiben, sei es durch bewusste Änderung des Textes, etwa um eine bestimmte Lehre damit zu "stützen". Gott hat solche Fehler bei der Abschrift des Textes und dem Kopieren des Textes nicht verhindert ...


Wenn ich dich richtig verstehe, glaubst du also, dass die Bibel, die wir heute haben nicht vollkommen wahrhaftig ist? Woher nimmst du die Autorität zu sagen, dass er so etwas nicht verhindert hat?
Angesichts von Mt 5, 18 und Off 22, 18 sehen wir ein Prinzip: Gott wacht über sein Wort, so dass es rein und vollkommen widergegeben wird.
Es würde an Gottes Souveränität kratzen, wenn etwas von seinem wichtigen Wort in einer so großen Ausbreitung verfälscht wird. Gott würde es auf keinen Fall wollen. Warum auch? Er will uns das Wahre und Vollkommene geben.
Also scheint es dann nur zwei Alternativen zu geben:
1. Entweder wollte Gott, dass Übersetzungsfehler entstehen. Dann stellt sich die Frage: Warum wollte er das? Hat er überhaupt einen Grund dazu?
2. Er war unfähig die Bibel vor Übersetzungsfehler zu bewahren. Das wäre aber ein fatale Behauptung.

Und ja, ich verstehe: es gibt einige MS mit Übersetzungsfehler oder Änderungen. Das sehe ich auch ein. Aber durch die Vielzahl der MS haben sich diese Übersetzungsfehler und Änderung eigentlich vollständig ausmerzen lassen.(siehe dazu die wissenschaftliche Ausarbeitung von Josh McDowell "Die Fakten des Glaubens")


Die Frage ist, sind in V. 28 in unseren Bibeln und den Handschriften, aus denen sie übersetzt wurden, die Worte des Thomas überliefert, oder liegt hier ein solcher Fehler bzw. eine Fälschung des ursprünglichen Textes vor? An all den anderen Stellen, in denen Apostel Jesus auf ähnliche Weise ansprechen, lautet der Text immer "Herr und Meister", warum aber hier plötzlich "Herr und Gott" ?? Ein derartiger Wortlaut wäre inkonsistent mit den anderen Stellen, und zudem widerspricht diese Aussage mit dem Wortlaut "Gott" dem Rest der Schrift, die nur Einen (und eben keinen zweiten) als wahren Gott kennt.


Dein Argument ist ebenso auf alles anzuwenden. Was nicht passt, ist entweder verfälscht, umgeschrieben oder sonst was. Eine Behauptung ohne Hand und Fuß.
Auch ist die Behauptung Jesu als Gott nicht nur ein einmaliger "Fehler" der Schrift. Wie oben schon erwähnt steht es öfter in der Bibel(siehe nochmal 1. Joh 5, 20; Tit 2, 13)
Die Aussage von Thomas steht also gar nicht im Widerspruch zu anderen Bibelstellen. Es steht nur im scheinbaren Widerspruch zu der Aussage im AT, dass Gott der Herr allein ist. Aber dann wären die oben genannten Stellen wahrscheinlich auch verfälscht.


In den von Dir erwähnten Stellen wird Jesus nicht als Gott angebetet ... vielmehr erweisen die betroffenen Personen ihm ihre Huldigung als ihrem Meister, als dem von Gott gesandten Messias, usw. Die Übersetzung in Mt 8,2 zeigt dies auch korrekt an, indem sie "fiel vor ihm nieder" und eben nicht "betete ihn (als Gott) an" lautet !! Der Aussätzige fiel vor Jesus nieder, weil er ihn als "Herr" betrachtete und ihm durch diese Handlung seine tiefste Ehrerbietung erwies.


Erstmal die deutsche Aussage: "fiel vor ihm nieder" ist im griechischen genau das gleiche Wort pruskuneo, wie in den anderen Stellen auch. Steht aber auch in meinem vorigen Beitrag...
Außerdem möchte ich die Bibelstellen haben, in denen gottesfürchtige Könige angebetet werden.
Klar gab es Menschen, die vor ihnen auf die Kniee gefallen sind, aber niemals in einer Anbetung. Die genannten Stellen über die Anbetung hingegen sprechen ausdrücklich von einer Anbetung.

Apropos: Auch dein Gegenargument hat kein Hand und Fuß. Woher willst du denn wissen, dass Jesus als nicht als Gott angebetet wurde?



Und ich hab wieder eine persönliche Frage, es soll kein Angriff sein, sondern rein aus Interesse:
Habt ihr eigentlich Gemeinschaft mit Gott? Verbringt ihr Zeit mit ihm? Seid ihr manchmal so tief ergriffen von Gottes Herrlichkeit, dass ihr nicht anders könnt, als heulend und anbetend vor ihm zu knien?
Geht es euch auch manchmal so wie Paulus in Phil 3, 7 - 10, dass die Erkenntnis Christi so umwerfend ist, dass euch nichts kostbarer ist? Oder wie David in Ps 42, 2, dass eure Seele nach Gott lechzt und ihr wieder in tiefe Gemeinschaft mit ihm treten müsst. Ihn betrachten, bewundern, anbeten und tief von ihm ergriffen werden.

Ich muss sagen, ich liebe sowas. Ich liebe es, wie Gott in mein Leben tritt. Ich liebe es Zeit mit ihm zu verbringen, mit ihm zu reden. Seine Antworten sind unheimlich schön und seine Gebetserhörungen enorm :)
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Re: Jesus ist Gott

Beitragvon BC Editor » 5. Januar 2015, 13:44

Hallo
Giesi hat geschrieben: Wenn ich dich richtig verstehe, glaubst du also, dass die Bibel, die wir heute haben nicht vollkommen wahrhaftig ist? Woher nimmst du die Autorität zu sagen, dass er so etwas nicht verhindert hat?
Man braucht sich nur um zu schauen und die verschiedenen Bibelübersetzungen einmal kurz zu vergleichen ... allein die Tatsache, dass es mehr als eine Bibelübersetzung gibt, beweist schon, dass Gott nicht verhindert hat, dass Gott so etwas nicht verhindert hat !
Giesi hat geschrieben: Angesichts von Mt 5, 18 und Off 22, 18 sehen wir ein Prinzip: Gott wacht über sein Wort, so dass es rein und vollkommen widergegeben wird.
Die beiden Verse sagen absolut nichts dergleichen !
Giesi hat geschrieben: Also scheint es dann nur zwei Alternativen zu geben:
1. Entweder wollte Gott, dass Übersetzungsfehler entstehen. Dann stellt sich die Frage: Warum wollte er das? Hat er überhaupt einen Grund dazu?
2. Er war unfähig die Bibel vor Übersetzungsfehler zu bewahren. Das wäre aber ein fatale Behauptung.

Dies sind 2 Möglichkeiten, die Gott quasi die Schuld für das Dilemma zuschieben wollen ... sind aber beide falsch!

Welche Bibelübersetzung ist denn nun Deiner Meinung nach die von Gott beschützte absolut korrekte, die uns Gottes Wort wahrhaftig mitteilt?
Giesi hat geschrieben: Und ich hab wieder eine persönliche Frage, es soll kein Angriff sein, sondern rein aus Interesse:
Habt ihr eigentlich Gemeinschaft mit Gott? Verbringt ihr Zeit mit ihm? Seid ihr manchmal so tief ergriffen von Gottes Herrlichkeit, dass ihr nicht anders könnt, als heulend und anbetend vor ihm zu knien?
Geht es euch auch manchmal so wie Paulus in Phil 3, 7 - 10, dass die Erkenntnis Christi so umwerfend ist, dass euch nichts kostbarer ist? Oder wie David in Ps 42, 2, dass eure Seele nach Gott lechzt und ihr wieder in tiefe Gemeinschaft mit ihm treten müsst. Ihn betrachten, bewundern, anbeten und tief von ihm ergriffen werden.
Ich muss sagen, ich liebe sowas. Ich liebe es, wie Gott in mein Leben tritt. Ich liebe es Zeit mit ihm zu verbringen, mit ihm zu reden. Seine Antworten sind unheimlich schön und seine Gebetserhörungen enorm :)

Mir ging es z.B. damals so, als ich die Wahrheit bzgl. Gott und Seinem Sohn Jesus erkannte und dass die von den vielen Konfessionsgemeinschaften und Amtskirchen propagierte Trinitätslehre ein falsches Dogma war ...
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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