Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Austausch zu Fragen bzgl. der Trinitätslehre

Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Markus » 29. März 2012, 10:06

Es gibt die unterschiedichsten Lehren über GOTT und den Herrn Jesus Christus. Diese möchte hier einmal der Reihe nach auführen um damit zu dokumentieren, wie sich das Verständnis darüber immer wieder und zum Negativen hin verändert hat.

Die unterschiedlichen Lehren über GOTT und Christus

I
Eine auf den geschaffenen Anlagen des Menschen Jesus bei der Geburt beruhende Christuslehre.

Der Glaube dass der Sohn GOTTES Jesus im Mutterleib der Maria ins Dasein kam. Durch das übernatürliche Wirken des Geistes GOTTES ist Jesus in der Jungfrau Maria gezeugt worden, so dass Jesus keinen menschlichen Vater hat

Früheste Vertreter dieser Sichtweise waren Matthäus und Lukas 50 und 60 nach Zeitrechnung

1.)Dynamischer Monarchianismus

Dies ist Unitarismus, so dass GOTT verstanden wird als eine einzige persönliche Einheit und Jesus verstanden wird als völlig menschlicher Sohn GOTTES, göttlich gezeugt und bereitet in der Jungfrau Maria. Daher gibt es dabei keinen Glauben an einen präexistenten Sohn und auch keine Verwendung der Logos-Christologie. Der Geist ist GOTTES persönliche Kraft und keine Person.

Vertreter: Matthäus und Lukas 50 – 60 nach Zeitrechnung; die Alogi ca. 170 nach Zeitrechnung; Theodotus von Byzans 190 nach Zeitrechnung; die syrischen und antiochischen Theologen des späten 2 Jahrhunderts

2.)Adoptionistischer Monarchismus

Dies ist Unitarismus, so dass GOTT verstanden wird als eine einzige persönliche Einheit. Jesus wird angesehen als besonders erwählter Mensch, dessen natürlicher Vater Joseph war und der daher nicht von einer Jungfrau geboren wurde. Jesus erhielt den Titel Sohn GOTTES ausschließlich bei seiner Taufe.

Vertreter: Die unterschiedlichen Ebioniten in der Mitte des 2 Jahrhunderts nach Zeitrechnung


Alle die nun folgenden Autoren und Vertreter wurden stark beeinflusst durch die neo-platonische Philosophie, wodurch der hebräische Hintergrund der Heiligen Schrift verdrängt und ausgeschlossen wurde.

II.)Dies ist die Übertragung des griechisch platonischen Konzepts vom Logos auf den Prolog des Johannesevangeliums. Dadurch wird Jesus zum präexistenten Wort bzw Sohn

Autor: Justin der Martyrer in Schriften 150 nach Zeitrechnung; war der erste, welcher schrieb, dass Jesus als ein zweiter Gott präexistierte, welcher GOTT untergeordnet war. Der II Clement sprach von dem einen, welcher erst Geist war und dann Fleisch wurde.

Wichtigster und frühester Vertreter: Tertullian in seinen Schriften des 2 Jahrhunderts nach Zeitrechnung.




3.)Arianismus Stufe 1

Dies ist Unitarismus, so dass GOTT verstanden wird als eine einzige persönliche Einheit. Der Sohn ist dem VATER untergeordnet. Basierend auf der Logos-Christologie ist der Sohn ein geistiges Wesen, welches vor 1.Mose 1,1 geschaffen wurde und welches selbst bei der Schöpfung mitwirkte. Der heilige Geist ist nicht eine Person unterschieden von GOTT, sondern GOTTES persönliche Kraft.

Wichtigste und früheste Vertreter: Justin der Märtyrer 150 nach Zeitrechnung und Tertullian 150 – 225 nach Zeitrechnung

4.)Arianismus Stufe 2

Dies ist Unitarismus; so dass GOTT verstanden wird, als eine einzige persönliche Einheit. Der Sohn ist DEM VATER untergeordnet. Basierend auf der Logos-Christologie, ist der Sohn, ein geistiges Wesen ein anderer Gott, welches vor 1.Mose 1,1 geschaffen wurde und welches Mitarbeiter der Schöpfung war. Der heilige Geist ist eine von GOTT zu unterscheidende Person, welche durch den Sohn geschaffen wurde.

Wichtigster und frühester Vertreter: Arius 3 Jahrhundert

5.)Modalismus
Dies ist Unitarismus, so dass GOTT verstanden wird als eine einzige persönliche Einheit. Der eine ungeteilte GOTT erscheint in 3 unterschiedlichen Formen. Diese Sichtweise verneint die Logos-Christologie aber vertritt die Überzeugung, dass Jesus Gott ist.

Wichtigste und früheste Vertreter: Noetus, Praexeus und Sabellius spätes 2 Jahrhundert


Die Lehre vom ewigen Sohn

Sie wurde vertreten von Origenes. Der Sohn wurde in Ewigkeit als Licht erzeugt durch die Sonne (GOTT).

6.)Binitarismus
DER VATER und der Sohn sind beide GOTT/Gott weil der Sohn das ewige Wort ist in Übereinstimmung mit Origenes gestorben 254 nach Zeitrechnung. Wie auch immer Jesus bleibt untergeordnet und wurde während seiner Zeit auf Erden als völlig menschlich angesehen. Der heilige Geist ist nicht eine von GOTT unterschiedene Person, sondern GOTTES persönliche Kraft und Gegenwart.

Wichtigeste und früheste Vertreter: Irenäus (geschrieben 175 nach Zeitrechnung); Tertullian (150-225 nach Zeitrechnung); sagte über dieses Konzept: „ich glaube, weil es absurd ist.“, Hyppolitus von Rom 235 nach Zeitrechnung. Dies war eine hauptsächliche und dominierende Sichtweise während des 3 und 4 Jahrhunderts

7.)Die ökonomische Trinität Stufe 1
Dies ist ein Trinitarismus, bei welchem der Sohn DEM VATER untergeordnet bleibt. Die 3 Personen erfüllen verschiedene Rollen in der Errettung und der Offenbarung aus. Aber der Sohn und der Geist gehen vom VATER aus und sind IHM in der Beziehung untergeordnet. Außerdem ist der Geist dem Sohn untergeordnet. Von daher ist es nicht eine 3 Personen in einer Substanz Trinität.
Wichtigste und früheste Vertreter: Clement von Alexandrien (190-216), Origenes in seiner Schrift um 225, war der erste, welcher die Idee des ewigen Sohnes der gleichwohl untergeordnet blieb, vertrat; und Tertullian frühes 3 Jahrhundert (gestorben 225) war ursprünglich ein Unitarier bzw ein Arianer und Binitarier, aber nach seiner Belehrung zum Montanismus, änderte er seinen Glauben, dass der heilige Geist eine Person war. Er war der erste, welcher den einen Gott als 3 Personen von einer Substanz definierte. Aber der Logos und der Geist waren noch dem VATER untergeordnet. Irenäus war jedenfalls der erste, der von einer dreifachen Offenbarung GOTTES sprach. Tertullian war der erste, welcher das Wort Trinität gebrachte.

8.)Die ökonomische Trinität Stufe 2

DER VATER und der Sohn haben die gleiche Natur. Aber es gab Ungewissheit über den Status des Geistes

Wichtigste und früheste Vertreter: Basil, Bischof von Ancyra (350 nach Zeitrechnung)

9.)Die substanzielle Trinität Stufe 1
DER VATER und der Sohn sind von der gleichen Natur oder Substanz. Dies wurde auf dem Konzil zu Nicäe(325) beschlossen. Aber über den Status des heiligen Geistes gab es keine Gewissheit. Dies ist die erste offizielle Erwähnung von einer 3 Personen in einem Gott Trinität.

Autor: Athanasius nach dem 3 Jahrhundert

10.)Die substanielle Trinität Stufe 2
Eine Weiterentwicklung der Trinität erfolgte, als die Theologen der Kappadozier behaupteten
, dass die Person des heiligen Geistes gleichrangig mit DEM VATER und dem Sohn sei und von derselben Substanz. sei. Dies wurde auf dem Konzil zu Konstantinopel (381) beschlossen. Aber noch immer gehen der Sohn und der heilige Geist vom VATER aus, trotz der Tatsache, dass der Lehrsatz betonte, dass Gott aus 3 gleichrangigen Personen bestehe.

Autor Basil von Cäseräa gestorben 379 nach Zeitrechnung

Wichtigste und früheste Vertreter nach 380: Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianzus

11.)Die Beziehung und Substanz Trinität Stufe 3
Das Augenmerk liegt auf den relationalen Aspekten der einen Substanz der Trinität. Augustin führte den Gedanken ein, dass der heilige Geist sowohl vom VATER, als auch vom Sohn ausgeht. Die schlussendliche Stufe der trinitarischen Entwicklung wurde 451 auf dem Konzil zu Calcedon erreicht. Eine Zusatzklausel enthielt das Konzil zu Nicäa von 589. Infolge kam es zur Spaltung zwischen der römisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche. Es war Calcedon, welches betonte, dass Christus eine unpersönliche menschliche Natur habe. Im 5 Jahrhundert entstand die erste klare Formulierung der Dreieinigkeit, sowie sie heute bekannt ist. (es wurde in Südfrankreich verfasst und nicht durch Athanasius, der im Jahr 373 starb.)
Diese repräsentiert wahrscheinlich Augustins Sicht der Trinität Doch dieses Bekenntnis erhielt keine weite Akezptanz bis nach dem 7 Jahrhundert und danach nicht in den Ostkirchen bis zum 12 Jahrhundert.

So die Doktrin der Trinität wurde nicht offiziell eingeführt bis 381 nach Zeitrechnung und sie kam erst offiziell ins Dasein 350 Jahre nach der Abfassung des NT. Nicht desto weniger; die vielen Probleme mit den trinitarischen Formularen brachte Theologen während des gesamten Mittelalters in Schwierigkeiten. Und bis in die heutige Zeit hinein versucht man sie zu lösen
Markus
 
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon BC Editor » 4. November 2012, 08:48

Hallo Markus
Markus hat geschrieben: So die Doktrin der Trinität wurde nicht offiziell eingeführt bis 381 nach Zeitrechnung und sie kam erst offiziell ins Dasein 350 Jahre nach der Abfassung des NT. Nicht desto weniger; die vielen Probleme mit den trinitarischen Formularen brachte Theologen während des gesamten Mittelalters in Schwierigkeiten. Und bis in die heutige Zeit hinein versucht man sie zu lösen

leider sind viele der Versuche diese Probleme von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil sie ein falsche Prämisse als gegebene Wahrheit annehmen und dann innerhalb des durch diese Prämisse vorgegebenen Denkbereichs nur zu falschen Folgerungen kommen können (vgl. viele der von Dir erwähnten unterschiedlichen Ansätze und Folgerungen)

Erst wenn auf der Basis der korrekten Prämisse, dass Gott nur Einer (eine einzige "Person") ist, weitere Überlegungen angestellt werden, können diese zu einer korrekten Erkenntnis der in den biblischen Schriften dargelegten Wahrheit von Gott und Seinem Messias führen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Shoshanyah » 3. Januar 2014, 12:56

Hallo
Markus schrieb:
Nicht desto weniger; die vielen Probleme mit den trinitarischen Formularen brachte Theologen während des gesamten Mittelalters in Schwierigkeiten. Und bis in die heutige Zeit hinein versucht man sie zu lösen


Nun das bezweifle ich stark dass die damals in Schwierigkeiten lagen denn diese Zeit war ja der Höhepunkt der Macht der Kirche, und alle Geistlichen bliesen ins selbe Horn, selbst Luther!
Denke erst ab Mitte 18. Jhd. wo reformierte wie auch Frei-Kirchen wie Pilze aus dem Boden schossen kam man auf das Thema Trinität, und wurde von neuem debattiert.
Und ab wann gab es eigentlich Theologen?
Aber egal, der hier beschriebene Artikel über die Gründung und den Verlauf der Trinitätsgeschichte ist allemal beachtenswert. Bemerkenswert ist auch dass sich dieses falsche Gottes-Bild so lange schon hält und man trotz einer zugänglichen Bibel, und der Möglichkeiten der Informationen im Netz, immer noch an das Dogma der Kirche glaubt und festhält!!

LG Shoshanyah
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Markus » 3. Januar 2014, 17:55

Hallo Shoshanyah!

Es ist richtig, dass es vom 16 Jahrhundert bis zum 19 Jahrhundert, sogut wie niemanden gab, der es wagte eine biblisch unitarische Position zu begründen. Die Diskussionen bewegten sich und dies ist im Wesentlichen auch so geblieben alle im Bereich verschiedener trinitarischer Anschauungen. Die Spanier Servetus, Castello, sowie der Pole Adam Pastor, oder Cereill in England bildeten da wirklich absolute Ausnahmen. Jammerschade, dass so wenige wirklich GOTT erkannten und erkennen.

Herzliche Grüße Markus
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Shoshanyah » 3. Januar 2014, 19:22

Ja der Servetus wurde doch von Calvin hingerichtet, soviel mir ist, wurde verbrannt und zwar langsam. Hatte mal irgendwo was drüber gelesen und ich hab nur so gedacht, wie grausam doch angebliche Gottesleute sein können. Calvin berief sich als Rechtfertigung für seinen Mord auf die heilige Dreieinigkeit!
Hoffen wir das es nicht wieder so ausartet und wir heute etwas zivilisierter sind. Einteils ist es ja gut wenn die Kirchen für die Religionsfreiheit kämpfen, aber andererseits steht auch hier eine Agenda dahinter, und der Plan eine Weltreligion =Humanismus zu gründen!

Ja die Sünde fängt in Gedanken an und da ist sicher manch einer z.B. in Foren wo um dieses Thema gestritten wird,zum gedanklichen Mörder geworden wo er am liebsten dem Andersglaubenden den Hals umgedreht hätte!

Es ist wirklich sehr traurig!

Shalom dann.....
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Markus » 4. Januar 2014, 16:55

Es ist wirklich erschreckend, was sich damals in Genf zugetragen hat, aber sehr wahrscheinlich wäre es dem Servetus an anderen Orten auch nicht besser gegangen, als in Genf unter Calvin. Soviel ich weiss waren alle Reformatoren der Meinung, dass Antitrinitarier die Todesstrafe verdienten, von der RKK ganz zu schweigen. Es war jedenfalls so, dass Servetus ein Buch bzw. eine Schrift verfasst hatte, in welchem er die Trinitätslehre und die Vorstellungen Calvins, sowie der damaligen Kirchenleute, total in Frage stellte.

Dies sah Calvin als einen Angriff auf seine Person und seine geistliche Autorität an. Theologen können da unheimlich empfindlich sein. Weiterhin war die Freiheit des Glaubens den Menschen damals nicht ausreichend bekannt, und man hatte auch nicht wirklich verstanden, was eigentlich das Reich GOTTES ist. Calvin mit seinem Gottesstaat stellt dafür ein besonders schlechtes Beispiel dar. Servetus war scheinbar der Meinung, dass Calvin, der wirklich sehr gut, gegen Kardinal Sodolet zu dem Thema des römische Abendmahlsverständnis von der Bibel her argumentiert hatte, seinen Argumenten gegen die Trinität offener gegenüber stehen.

Herzliche Grüße Markus
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon BC Editor » 6. Januar 2014, 20:35

Hallo Markus
Markus hat geschrieben:Es ist richtig, dass es vom 16 Jahrhundert bis zum 19 Jahrhundert, sogut wie niemanden gab, der es wagte eine biblisch unitarische Position zu begründen. Die Diskussionen bewegten sich und dies ist im Wesentlichen auch so geblieben alle im Bereich verschiedener trinitarischer Anschauungen. Die Spanier Servetus, Castello, sowie der Pole Adam Pastor, oder Cereill in England bildeten da wirklich absolute Ausnahmen. Jammerschade, dass so wenige wirklich GOTT erkannten und erkennen.

es scheint wahrlich immer eher "ein kleiner Rest" gewesen zu sein, der mehr an der Wahrheit als an persönlichem Gewinn, Macht, Einfluss, etc. interessiert ist und bereit ist, für die Wahrheit enorme Unannehmlichkeiten zu haben oder am Ende gar sein Leben zu verlieren.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon Lichtstrahl » 7. August 2014, 18:38

Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier und bin erstaunt über die Erkenntnisse. Ich habe vor kurzem im persönlichen Studium der Bibel gerade diese Frage für mich klären wollen. Und bin zum gleichen Ergebnis gekommen wie hier in Beiträgen. Dabei gehe ich nicht Wissenschaftlich vor, sonder habe für mich: 1. Die Bibel für Grundlage und Fundament erklärt. 2. Die Bibel von Anfang bis Ende (Gottes Wort = Inspiriert vom Heilligen Geist) eine "Rote Linie" Kanonisch ist (Denn Gott widerspricht sich nicht). Abweichungen sind als unzureichende Übersetzungen oder Darstellungen zu verstehen. 3. Die Bibel kann nur durch die Bibel selbst erklärt werden (Text Aussagen müssen kanonisch sein)

Und somit bin ich zur gleichen Erkenntnis gekommen wie andere in Ihren Beiträgen.

Noch einige Bemerkungen:
Herr Jesus sagt selber:
Mk 10,18 Aber Jesus sprach zu ihm:Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. Lk 18,19 Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.

Herr Jesus gibt hier selber den Hinweis Er ist nicht Gott, und Gott ist allein.
Joh 14,28 Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.

Damit wäre die Rangordnung geklärt. Herr Jesus ist Gottes Sohn. Gott, der Vater ist der Allmächtige. Herr Jesus wir von den Aposteln und Schreibern des Neuen Testaments nicht Allmächtig oder Gott bezeichnet, bis auf die eine Stelle:
Joh 20,28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

Herr Jesus existierte vor seinem Kommen auf die Erde. Ob er einen Leib hatte oder ob Gott der Vater (Gott ist Geist:
Joh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
) einen Leib hat oder die Engel wissen wir nicht, auf jeden Fall haben die Bewohner des Himmels eine Form, die den Menschen ähnlich ist. Eigentlich die Menschen sehen den himmlischen Bewohnern ähnlich.
Jetzt hat Herr Jesus einen Leib (unvergänglich).
Nun zur seinen Präexistenz:
Hebr 1,5 Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum (2.Samuel 7,14): »Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein«? Hebr 1,13 Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache«?

Joh 17,3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich,der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

Das ist für mich auch geklärt. Sonst könnte Gott, der Vater den Sohn nicht senden, wenn er nicht da wäre. Joh.3,16
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Re: Unterschiedliche Lehren über GOTT und Messias

Beitragvon PeB » 8. März 2018, 15:36

Vorbemerkung eines Neuen: wenn ich die Beiträge hier so lese, dann haben die meisten davon ein wirklich erfreulich hohes Niveau, was mich einerseits darin bestärkt, hier richtig zu sein, aber andererseits auch zweifeln lässt, ob ich einen Beitrag zu eurer Diskussion leisten kann, die eurer Diskussionskultur würdig ist. Das soll kein Selbstzweifel sein - versteht es als Demut. ;)

Ich hoffe, mein Beitrag passt in den Thread.

Wie die meisten Christen bin ich ganz selbstverständlich mit der Trinitätslehre aufgewachsen und habe sie lange nicht hinterfragt. Mein Schlüsselerlebnis war das Gespräch mit einem nichttrinitarischen messianischen Juden. Nicht, dass messianische Juden per se alles besser wissen müssten, aber allein die Tatsache, dass er die Traditionen seines Volkes besser kennen wird als ich das kann, hat mich zumindest auf das Problem aufmerksam gemacht und mich zum nachdenken gebracht.

Ich vermisse in der Schrift eine eindeutige Aussage bezüglich einer mutmaßlichen Göttlichkeit Jesu. Manches kann in diese Richtung vielleicht gedeutet werden, aber ich vermute, dass Jesus selbst, aufgrund der Wichtigkeit der Fragestellung, ganz eindeutig darauf hingewiesen hätte, falls er Gott wäre. Das ist nicht der Fall.

Ich bin offengestanden unsicher in der Frage. Denn Folgendes wäre ja zu beachten:
Falls die Trinitätslehre stimmen sollte und wir nicht daran glauben, dann lästern wir den Sohn.
Fall die Trinitätslehre falsch ist und wir daran glauben, dann lästern wir den Vater.

Mich beruhigt diesbezüglich Jesu Aussage selbst: "Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt." (Mt. 12, 31-32)

Übrigens ist es ja auch verblüffend, dass die protestantischen Kirchen zwar einerseits zu Recht auf sola scriptura pochen und daher die katholischen Traditionen ablehnen, aber im Falle der Trinitätslehre - der ältesten aller katholischen Traditionen - eine Ausnahme machen.

Da ich in den historischen Wissenschaften unterwegs bin, habe ich mich dem Problem von dieser Seite genähert. Es fällt ja auf, dass die Etablierung der Trinitätslehre in etwa in die Zeit fällt, als das Christentum zur Staatsreligion wurde. Es mag bei dem Vorgang die Freude der Christen überwogen haben, endlich offiziell anerkannt zu werden und keine Verfolgung mehr erdulden zu müssen und vielleicht war man daher zu Konzessionen bereit. Dem römischen Staatsapparat ging es aber primär um die staatliche Einheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der im Wesentlichen durch die Obrigkeit in Form des Kaisers gegeben war. Das Christentum zur Staatsreligion zu machen, war dabei ein unterstützender Faktor.

Der römische Kaiser in heidnischer Zeit war vergöttlicht, eine anzubetende heidnische Gottheit auf Erden. Er war die Personifizierung des Sol Invictus, des unbesiegten Sonnengottes. Indem nun das Christentum zur römischen Staatsreligion wurde, zudem der Sonntag als Anbetungstag des Sonnengottes zum wöchentlichen Feiertag wurde und der 25. Dezember als Geburtstag des Sol Invictus zum Geburtstag Christi umgedeutet wurde, konnte die Trinitätslehre, nach der Jesus eine Inkarnation Gottes sei, auch auf den römischen Kaiser als göttlicher Herrscher angewandt werden. Anders ausgedrückt: Jesus wurde durch Trinitätslehre, Sonntag und Weihnachten mit Sol Invictus gleichgesetzt und der Kaiser als Inkarnation des Sol Invictus (Jesus) war damit weiterhin die staatliche UND religiöse Autorität.

Man könnte also sagen, dass die Trinitätslehre gewissermaßen der Anbetung des römisches Kaisers dient. Einen Bezug zum Tier der Offenbarung erspare ich mir jetzt.
PeB
 
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