Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Austausch zu Fragen bzgl. wahrem Gott und anderen Göttern

Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 27. April 2012, 11:01

Einige argumentieren, dass die Tatsache, dass GOTT den Menschen in/nach seinem Bild geschaffen hat ein Hinweis darauf ist, dass GOTT eine menschen oder engelähnliche Gestalt haben müsse. Damit verbunden ist dann auch die Vorstellung, dass die Seeligen jenseits ihres Todes in einem Auferstehungskörper in einem buchstäblichen Sinn GOTT auf einem Thron sitzen sehen werden. Auch für diese Sichtweise werden Bibelstellen angeführt. So heisst es in

1.Johannes 3,2: "Geliebte, jetzt sind wir Kinder GOTTES und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden und wir wissen, wenn es offenbar werden wird, IHM/ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen wie ER/er ist."

Ebenso steht in

Hiob 19,25-27: "Doch ich weiss, dass mein Erlöser lebt und als der letzte wird er über dem Staube stehen. Und nachdem man meine Haut zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch GOTT schauen. Ja ich werde ihn für mich sehen und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden, meine Nieren verschmachten in meinem Inneren."

Auch spricht der Herr Jesus darüber, dass die Engel der Gläubigen im Himmel allezeit das Angesicht DES VATERS sehen.

Matthäus 18,10: "Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, dass ihre Engel in dem Himmel allezeit das Angesicht MEINES VATERS schauen, der in den Himmeln ist."

Persönlich vertrete ich die Auffassung, dass GOTT keine (körperliche) Gestalt hat, sondern unfassbar ist bzw bleibt. Daher möchte ich einige Gedanken zu den genannten Bibelstellen äussern.

1.)
a.
Bei der zuerstgenannten Stelle(1.Johannes 3,1 ist es unter den Auslegern umstritten, ob damit GOTT oder ob damit Jesus Christus gemeint ist. Das IHN würde zwar vom Kontext zunächst eher auf GOTT hindeuten, aber dies ist nicht zwingend, da aus anderen Stellen hervorgeht, dass es Jesus ist, dem wir gleich sein werden. (Römer 8,29-30)

b.)
Dann stellt sich die Frage ob es in dieser Bibelstelle überhaupt um die sichtbare Gleichheit mit GOTT geht. Schliesslich ist doch das Ziel der Umgestaltung in das Bild Jesu Christi, dass wir in unserem charakterlichen Wesen GOTT gleich sein sollen. Was kann also damit gemeint sein, wenn Johannes schreibt, wir werden IHN sehen wie ER ist?

c.)
Meines Erachtens wird die Tatsache, dass wir GOTT in Wesen und Charakter gleichen werden ausgelöst werden durch ein Sehen und die Erkenntnis des vollkommenen Charakters und des vollkommenen Wesens GOTTES. Diese Erkenntnis wird so tief und umfassend sein, dass sie in die Gleichheit mit GOTT versetzt.

2.)
a.)
Bei der Passage in Hiob 19,25-27 bleibt unklar, was Hiob genau gemeint hat. Hiob hat nach meinem Verständnis gar nicht vom Tod und der Auferstehung gesprochen, sondern nur davon, dass er in seinem Fleisch GOTT schauen wird.

b.)
Hiob selbst sagt am Ende der Geschichte dass er GOTT mit den Augen geschaut hat. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Hiob GOTT in der Schöpfung geschaut hat.

Hiob 42,5: "Vom Hörensagen hatte ich von DIR gehört, jetzt aber hat mein Auge DICH geschaut."

3.)Was die Stelle betrifft, dass die Engel allezeit das Angesicht ihres VATERS sehen, so ist auch diese Stelle meiner Ansicht nach kein Beweis.

a.)Der Begriff des Angesichtes GOTTES muss nicht im buchstäblichen Sinn verstanden werden.

b.)Die Bibel meint mit dem Angesicht GOTTES an vielen Stellen lediglich seine besondere Gegenwart. Wenn GOTT in einer fassbaren Gestalt auf dem Thron sitzten würde, sehen ihn die Engel das Angesicht GOTTES spätestens nicht mehr, wenn sie sich um eines von den Kleinen kümmern um ihm zu helfen.

c.)Von daher denke ich, dass mit dem Sehen des Angesichtes GOTTES eher gemeint ist, dass die Engel aufgrund ihrer Nähe zu GOTT immer wissen, wie und in welcher Weise die Kleinen zu beschützen sind. Es geht um ein Wissen um den Wilen GOTTES für die Erwählten.

LG Markus
Zuletzt geändert von Markus am 27. April 2012, 11:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon BC Editor » 27. April 2012, 11:21

Hallo Markus,

muss "Gestalt" immer "Menschen oder Engel ähnliche Gestalt" bedeuten? Was ist eigentlich eine "Engel ähnliche" Gestalt?
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 27. April 2012, 11:48

Hallo Wolfang!

Zuerst zur zweiten Frage:

Ich gehe eigentlich davon aus, dass Engel eine ähnliche Gestalt haben wie wir Menschen. Zumindestens treten Engel in der Bibel in etlichen Fällen so auf.

Zur ersten Frage: Zumindestens nach meinem Verständnis macht das Wort Gestalt nur Sinn, wenn es um etwas geht, was sich innerhalb des Rahmens der Schöpfung befindet. Ein Tier hat eine Gestalt, ein Engel hat eine Gestalt und GOTT?

Hier würde ich sagen, dass Gestalt etwas ist, was man vergleichen und fassen kann. Das ist bei GOTT DER über Raum und Zeit steht und diese erst geschaffen hat, gar nicht möglich. Also für mich bedeutet Gestalt in einem gewissen Sinne besonders körperliche Gestalt.

LG Markus
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon BC Editor » 27. April 2012, 12:55

Hallo Markus,
Markus hat geschrieben:Zuerst zur zweiten Frage:
Ich gehe eigentlich davon aus, dass Engel eine ähnliche Gestalt haben wie wir Menschen. Zumindestens treten Engel in der Bibel in etlichen Fällen so auf.

Haben bzw. besitzen Engel diese Gestalt (d.h. haben sie diese Gestalt immer), oder nehmen sie diese Gestalt an, wenn sie in Situationen auf Erden auftreten? Außerdem wäre zu fragen: Handelt es sich in den Fällen, in denen in biblischen Berichten über derartige Engel berichtet wird, um "Engel" (himmlische Wesen) oder vielleicht sogar um "(menschliche) Boten" (d.h. Menschen, die als Boten agieren)?
Markus hat geschrieben:Zur ersten Frage: Zumindestens nach meinem Verständnis macht das Wort Gestalt nur Sinn, wenn es um etwas geht, was sich innerhalb des Rahmens der Schöpfung befindet. Ein Tier hat eine Gestalt, ein Engel hat eine Gestalt und GOTT?

Hier würde ich sagen, dass Gestalt etwas ist, was man vergleichen und fassen kann. Das ist bei GOTT DER über Raum und Zeit steht und diese erst geschaffen hat, gar nicht möglich. Also für mich bedeutet Gestalt in einem gewissen Sinne besonders körperliche Gestalt.

Somit hätte Gott keine Gestalt (körperliche, physische Gestalt). Wenn also von "Gestalt" im Hinblick auf Gott die Rede ist, so handelt es sich nicht um eine wörtlich / im buchstäblichen Sinne zu verstehende Aussage, sondern der Begriff wird als Redefigur eingesetzt.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 28. April 2012, 09:32

Hallo Wolfgang!

Wenn also in der Bibel von dem Angesicht, von dem Rechten Arm und vom Finger GOTTES die Rede ist, dann bedeutet dies nicht, dass GOTT im körperlich-physischen Sinn ein Angesicht, einen rechten Arm und einen Finger hat.

Das Angesicht steht für GOTTES besondere Gegenwart und SEINE Zuwendung, der rechte Arm GOTTES steht für die Kraft GOTTES und der Finger GOTTES für ein ganz bestimmtes innerweltiches Handeln.

Ebenso dürfte dann auch die Rede vom Wohnsitz GOTTES im Himmel, einfach die Bedeutung haben, dass GOTT von einer über allen Dimensionen und über Raum und Zeit stehenden Zentrale aus, alles regiert und leitet und dass von dort allles ausgeht. Die Erde als Fußschemel hat dann die Bedeutung, dass GOTT SICH den Menschen kundtut und SICH ihnen offenbart.

Gemäss Jesaja 66,1 ist der Himmel Thronsitz GOTTES und gemäss 1.Könige 8,27 ist von keinem Himmel zu fassen. Weder räumlich noch in anderer Weise ist GOTT zu fassen.

Was Du als Redefigur bezeichnet ist kann man in diesem Fall auch als Anthrophormismus bezeichenen. GOTT ist ein auschliesslich geistiges Wesen und nach den Worten Jesu im Johannesevangelium GEIST. "GOTT ist GEIST und die IHN anbeten, müssen im Geist und in Wahrheit anbeten." Johannes 4,24.

Die Bibel beschreibt GOTT SELBST an uns für sich nie. Es ist immer nur davon die Rede, was GOTT will, plant, schafft, wirkt und redet. Nie wird GOTT in SEINER Unfassbarkeit in der Bibel thematisiert oder naher beschrieben. Von einer wirklichen Gestalt GOTTES zu reden, ist daher eine menschliche Vermessenheit.

Denoch spricht ja die Bibel unter anderem davon, dass Jesus in Gestalt GOTTES war. Ich würde dies so verstehen, dass gerade dieser Satz indirekt aussagt, dass nur von GOTT Gesandte und Beauftragte und dazu mit SEINEM Geist erfüllte Personen und somit Geschöpfe in Gestalt GOTTES sind und sein können.
Deswegen ist auch die Aussage des Paulus vom Bild des unsichtbaren GOTTES, in keiner Weise ein Hinweis auf eine körperliche Präsenz GOTTES im Himmel.

Das Bild GOTTES ist hier die Wiederspiegellung der Gnade, der Liebe und der Barmherzigkeit usw GOTTES anhand der Person Jesu Christi. "Er ist das Bild des unsichtbaren GOTTES" weist gerade darauf hin, dass es um die Offenbarung und das Tun GOTTES in Liebe, Barmherzigkeit usw geht.

LG Markus
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon BC Editor » 29. April 2012, 06:46

Hallo Markus
Markus hat geschrieben:Wenn also in der Bibel von dem Angesicht, von dem Rechten Arm und vom Finger GOTTES die Rede ist, dann bedeutet dies nicht, dass GOTT im körperlich-physischen Sinn ein Angesicht, einen rechten Arm und einen Finger hat.

so verstehe ich die Aussage Jesu, dass Gott GEIST ist.
Markus hat geschrieben:Das Angesicht steht für GOTTES besondere Gegenwart und SEINE Zuwendung, der rechte Arm GOTTES steht für die Kraft GOTTES und der Finger GOTTES für ein ganz bestimmtes innerweltiches Handeln.

Gott werden mittels der Redefigur Anthrophormismus (eine Art "Herablassung auf menschliche Ebene" in der literarischen Schilderung) menschliche Eigenschaften und Attribute zugeschrieben, um so das für das menschliche Verständnis zu betonen, was dadurch normalerweise ausgedrückt würde ... z.B. "Angesicht" wird benutzt, um Gegenwart, gute Beziehung, usw. auszudrücken, "Arm" wird benutzt, um Kraft und Macht auszudrücken, usw.
Ich würde keine fast schon verallgemeinernden Definition benutzen, wie etwa ""Finger Gottes für ein ganz bestimmtes innerweltliches Handeln" .. .was ist denn ein "innerweltliches Handeln"? ist das gemeint als Gegenteil von "außerirdischem Handeln" ?
Markus hat geschrieben:Ebenso dürfte dann auch die Rede vom Wohnsitz GOTTES im Himmel, einfach die Bedeutung haben, dass GOTT von einer über allen Dimensionen und über Raum und Zeit stehenden Zentrale aus, alles regiert und leitet und dass von dort allles ausgeht. Die Erde als Fußschemel hat dann die Bedeutung, dass GOTT SICH den Menschen kundtut und SICH ihnen offenbart.

Offensichtlich ist nicht der buchstäbliche "Himmel" (sprich, Atmosphäre und andere über der Erdoberfläche befindlichen Luftschichten, -sphären) der buchstäbliche "Wohnsitz" Gottes ... und die Erde ist auch nicht buchstäblich ein "Fußschemel". Warum sollte "Fußschemel" die Bedeutung haben, dass Gott sich den Menschen "kundtut und sich ihnen offenbart"? Dienen "Füße" bzw "Schemel" dazu, jemandem etwas kundzutun bzw, sich jemandem zu offenbaren? Mir scheint eher, dass in der Stelle, an die Du vermutlich gedacht hast und in der welcher von der "Erde der Fußschemel Seiner Füße" die Rede ist, gar nicht von Offenbarung und sich kundtun die Rede ist, sondern Erde und Himmel / Gott und Mensch und ihre Größe und Stellung zueinander angesprochen wird.
Markus hat geschrieben:Was Du als Redefigur bezeichnet ist kann man in diesem Fall auch als Anthrophormismus bezeichenen. GOTT ist ein auschliesslich geistiges Wesen und nach den Worten Jesu im Johannesevangelium GEIST. "GOTT ist GEIST und die IHN anbeten, müssen im Geist und in Wahrheit anbeten." Johannes 4,24.

Das sehe ich auch so ... s.o.
Markus hat geschrieben:Denoch spricht ja die Bibel unter anderem davon, dass Jesus in Gestalt GOTTES war. Ich würde dies so verstehen, dass gerade dieser Satz indirekt aussagt, dass nur von GOTT Gesandte und Beauftragte und dazu mit SEINEM Geist erfüllte Personen und somit Geschöpfe in Gestalt GOTTES sind und sein können.
Deswegen ist auch die Aussage des Paulus vom Bild des unsichtbaren GOTTES, in keiner Weise ein Hinweis auf eine körperliche Präsenz GOTTES im Himmel.

So könnte man es wohl ausdrücken bzw umschreiben.
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 29. April 2012, 12:06

Hallo Wolfgang!

Mit dem innerweltlichen Handeln kann zum Beispiel die Aktivittät GOTTES in und durch bestimmte Personen, seien es Engel oder auch Menschen gemeint sein.

GOTT schrieb die 10 Worte mit "SEINEM Finger" (Geist) auf Steintafeln. wobei er dies eben nicht unmittelbar tat, sondern sehr wahrscheinlich durch ein Geistwesen bzw einen Engel. Der Herr Jesus vermochte mit dem "Finger GOTTES"(heiligen Geist) die Dämonen auszutreiben.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann geht es also bei der Rede vom Himmel als Sitz GOTTES und von der Erde als Fußschemel einfach darum, anhand der Grösse GOTTES Überlegenheit über Himmel und Erde kundzutun.

Nun gibt es ja auch ein Verständnis, wonach GOTT doch eine Erscheinungsform haben könne. Oft wird dann mit der Geschichte vom Besuch der 3 Männer bei Abraham in 1.Mose 18-19 argumentiert. Es gibt ein Verständnis wonach eine der Personen buchstäblich JaHWeH gewesen sein soll. JaHWeH gab eine Verheissung, Abraham sprach und diskutierte mit JaHWeH. Und JaHWeH liess Feuer vom Himmel fallen von JaHWeH aus dem Himmel.

Nach orientalischem Verständnis ist es allerdngs so, dass ein persönlicher Vertreter einer Person, unter deren Namen sprechen und handeln kann. Daher ist es naheliegend, dass die Person, welche durch welche JaHWeH sprach ein Engel gewesen ist. JaHWeH/GOTT wirkte durch seinen Geist durch persönliche Beauftragte und liess sie sogar in seiner Person sprechen. Dies gilt ebenso wie für die Geschichte der Diskussion mit Abraham, als auch der sich in Kapitel 19 anschliessenden Vernichtung von Sodom und Gomorra.

Ein Bevolllmächtigter Engel der total unter JaHWeH stand, liess von JaHWeH Feuer aus dem Himmel fallen. Gleiches wird ja von Elia gesagt und nach den Zebedäusöhnen sollte auch Jesus Feuer vom Himmel fallen lassen. So weit mal einige Gedanken zu dieser interessanten Begebenheit.

Es gibt eine Auslegung, welche davon ausgeht, dass was Kapitel 18 betrifft, nur der erste Vers von einem Besuch GOTTES bei Abraham spricht.
Aufgrund der vorher erfolgten Beschneidung war Abraham noch im Wundfieber(also krank)1.Mose 17 und GOTT hat ihn dann besucht und zwar nicht in irgendeiner Gestalt, sondern so wie es auch SEINER Natur entspricht, eben durch SEINEN GEIST. 1.Mose 18,1. Danach erfolgt dann die Geschichte mit den 3 Männern.1.Mose 18,2.

Ebenso gibt es eine Exegese, die besagt, dass Abraham die Geschichte der Erscheinung der drei Männer als einen Traum erlebt haben könnte. Abraham döst und fällt in einen Zustand, der es ihm ermöglicht eine Vision zu haben, in welcher dann die Ereignisse von 1.Mose 18 stattfanden. .

Geht man von einem realen Geschehen aus, so gibt es die folgenden Möglichkeiten der Deutung.

Was die 3 Männer selber betrifft, so handelt es sich entweder sogar um menschliche Boten, von denen einer ein Prophet gewesen sein könnnte.
oder es handelt sich um 3 himmlische Boten, von denen jeweils einer die Rolle von GOTTES Stellvertretendem Sprecher einnahm.

Nach einer gewissen jüdischen Auslegung soll es sich dabei um die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael gehandelt haben. a.)Michael sprach mit Abraham über die Verheissung. b.)Gabriel sprach mit Abraham über die Zerstörung und c.)Rapahel liess Feuer vom Himmel fallen von GOTT zur Zerstörung von Sodom und Gomorra.. Interessant ist dass jeweils ein anderer Engel die Rolle des besonderen und persönlichen Beautragten GOTTES einngenommen hatte.

Zum Verständnis eines Stellvertreters der unter GOTT und in SEINEM Namen auftritt.

Die Gegenwart GOTTES in einer himmlischen Person kann so intensiv sein, dass GOTT sozusagen ganz durch diese Person hindurch sprechen kann bwz in der Person spricht. Die Persönlichkeit des jeweiligen Engel ist dann der Wirkung und der Rede GOTTES untergeordnet.

Zum Beispiel erschien ein Engel GOTTES dem Mose, aber es erklang dann die Stimme GOTTES. Apostelgeschichte 7,30,31

LG Markus
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon BC Editor » 29. April 2012, 19:04

Hallo Markus,

nur schnell einige Gedanken zu einem Punkt aus Deinem Beitrag
Markus hat geschrieben: ..GOTT schrieb die 10 Worte mit "SEINEM Finger" (Geist) auf Steintafeln. wobei er dies eben nicht unmittelbar tat, sondern sehr wahrscheinlich durch ein Geistwesen bzw einen Engel. Der Herr Jesus vermochte mit dem "Finger GOTTES"(heiligen Geist) die Dämonen auszutreiben.

mir scheint eher, dass der Ausdruck "Finger Gottes" Gottes Fähigkeit und Seine Kraft (heiligen Geist) betont als etwa ein Geistwesen bzw Engel.
Was die Tafeln mit den 10 Geboten angeht, so wird ja gerade durch die Nutzung dieser Redefigur hervorgehoben, dass Gott selbst unmittelbar - und nicht etwa mittels eines Propheten oder eines Engels für Gott die Worte auf die Tafeln ritzte. Jesus trieb Dämonen aus durch Gottes Kraft heiliger Geist, er selbst als von Gott mit heiligem Geist und Kraft gesalbter Prophet, war aber nicht "Finger Gottes"
Herzliche Grüße und Gottes Segen

Wolfgang Schneider
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 30. April 2012, 14:46

Hallo Wolfgang!

Dass der Finger GOTTES ein Aspekt des Geistes GOTTES ist sehe ich genauso, mir ging es darum, dass es ein Geschöpf, nämlich der Gesalbte Jesus war, durch welchen der Geist GOTTES wirkte.

In Bezug auf die Schreibung der 10 Worte auf die Tafeln des Gesetzes, war es die unmittelbare Wirksamkeit GOTTES welche die Buchstaben in die 2 Tafeln gravierte.

Denoch könte eine besonders von GOTT beauftragte himmlische Person in Gestalt eines Engels an dem Geschehen beteilitgt gewesen sein, so dass GOTTES wirksame Kraft durch sie hindurchgeflossen wäre.

LG Markus
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Re: Hat GOTT eine Gestalt oder hat ER keine Gestalt?

Beitragvon Markus » 2. Mai 2012, 17:16

Hallo Wolfgang!

Als Mose auf dem Berg Sinai war und GOTT zu ihm redete, um ihm die Gesetze zu offenbaren, haben in den Texten selbst keine Information darüber, dass es sich um einen Engel handelte. Es ist in vielen Fällen ganz klar davon die Rede, dass GOTT(JaHWeH) zu Mose sprach und dass GOTT JaHWeH erschien.

Im NT wird aber über die Gabe des Gesetzes gesagt, dass sie durch einen oder aber auch mehrere Engel erfolgt ist. So sagte Stephanus die folgenden Worte:

Apostelgeschichte 7,38: "Dieser(Mose) ist es, der in der Gemeinde in der Wüste gewesen ist mit dem Engel, der auf dem Berg Sinai zu ihm redete und mit unseren Vätern. Er empfing lebendige Aussprüche um sie uns zu geben."

Später kommt Stephanus nochmals auf die Gabe des Gesetzes zu sprechen und sagt sogar dass daran mehrere Engel beteiltigt waren.

Apostelgeschichte 7,53: "die ihr das Gesetz durch Anordnung von Engeln empfangen und nicht befolgt habt."

Auch der Apostel Paulus weiss von einer weiterleitenden Funktion der Engels im Zusammenhang mit der Gabe des Gesetzes:

Galater 3,19: Was soll nun das Gesetz, es wurde der Übertretungen willen hinzugefügt - bis der Nachkomme käme, dem die Verheissung galt, angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers."

Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt in etwa Gleiches:

Hebräer 2,2 a "Dennn wenn das durch Engel verkündigte Wort fest war, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam seinen gerechten Lohn empfangen wird..."

In allen Fällen wird gesagt, dass ein oder mehrere Engel waren, welche mit Mose zusammen waren, um ihm die Gesetze mitzuteilen. Auch die 10 Worte sind teil des Gesetzes, welches Mose empfing. Aber die geistige Gegenwart GOTTES durch den Engel hindurch und in dem Engel war so intensiv, dass die Person des Engels während der Zeit der Offenbarung des Gesetzes nicht mehr in Betracht kam und nicht wichtig war. GOTT offenbarte sich, GOTT erschien und GOTT redete,. Die Israeliten konnten so schreiben und reden, obwohl sie wussten, dass da ein oder mehrere Engel als persönliche Stellvertreter redeten und handelten.

Erst später als dieses Verständnis von der persönlichen Stellvertretung unter oder in dem Namen GOTTES durch vermittelnde Geistwesen verloren ging, bedurfte es einer näheren Erläuterung darüber und deswegen erklärt das NT diese Einzelheiten an zitierten Stellen.

Wenn aber schon GOTTES redeten zu Mose als ein Reden GOTTES durch einen oder sogar mehrerere Engel bezeichnet wird, dann liegt der Schluss nahe, dass GOTT immer und in jedem Fall, wenn Menschen eine Gestalt sahen oder aber der Eindruck entstand, dass sie mit einem fassbaren Gegenüber redeten, Engel für den Zweck SEINER Offenbarung benutzt hat.

Alle diese himmlischen Personen, waren dann auch in (Offenbarungs)Gestalt GOTTES.

LG Markus
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